07. November 2018 / 17:45 Uhr

RB Leipzig zu Gast im „Paradies“: Legendärer Celtic Park fast ausverkauft

RB Leipzig zu Gast im „Paradies“: Legendärer Celtic Park fast ausverkauft

Anne Grimm
Eine weitere Bezeichnung des Celtic Parks ist Parkhead, benannt nach dem Stadtteil, in dem er steht.
„Welcome to Paradise“ © Anne Grimm
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Die Celtic-Anhänger gehören zu den friedlichsten Fußballfans Europas und erhielten dafür sogar schon den Fairplay-Preis der FIFA. Am Donnerstagabend werden mehr als 55.000 Schotten RB Leipzig zum Rückspiel in der Europa League im legendären Celtic Park empfangen.

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Leipzig. „Welcome to Paradise“, willkommen im Paradies. Mit diesen warmen Worten werden Besucher des Celtic Parks bei einer Stadionführung begrüßt. Doch warum besitzt die 1888 erbaute Fußballarena in diesen Spitznamen? Celtic-Fan Elan, der im Glasgower Pub vor einem typischen Pint Bier sitzt, sagt: „Einfach, weil es das Paradies ist“ und grinst verschmitzt.

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Die wahre Geschichte: Den Titel trägt das Stadion von seiner Lage in unmittelbarer Nachbarschaft eines Friedhofs: „It’s like leaving a graveyard to enter paradise“, übersetzt „Es ist, als würde man einen Friedhof verlassen, um ins Paradies zu gelangen“, hieß es früher, und der Name blieb bestehen. Die Tribünen sind nah am Spielfeldrand gebaut und ragen hoch hinauf. Dadurch passen stattliche 60.832 Zuschauer hinein.

„Welcome to Paradise“

Martin, der Rentner ist und früher eine Chemiefabrik in der Arbeiterstadt managte, führt inzwischen Besucher durch das Stadion seines Herzensvereins. Seit 1970 ist er schon Celtic-Fan, damals erlebte er seine erste Livepartie gegen Waterford. Natürlich wird er auch vor Ort sein, wenn das möglicherweise vorentscheidende Gruppenspiel der Euro League gegen RB Leipzig steigt. Sein Tipp: „Wir gewinnen 2:0. Auch wenn 3:0 natürlich besser wäre, für den direkten Vergleich.“

Vor Gastspiel von RB Leipzig: Grüße aus dem Celtic Park

Am Donnerstag stehen sich hier Celtic FC und RB Leipzig gegenüber. Wir haben vorher schonal vorbeigeschaut im legendären Celtic Park.

Gepostet von Sportbuzzer Leipzig Fußball am Mittwoch, 7. November 2018

Noch gibt es einige Karten für das Duell der Kontrahenten am Donnerstagabend um Platz zwei. Doch der Stadion-Guide ist sicher, dass die Arena so gut wie ausverkauft sein wird. Gegen Rosenborg war der Gästeblock fast leer, mussten die Sitze abgedeckt werden. Dass aus Leipzig 2.200 Schlachtenbummler kommen, findet er umso beachtlicher. 28 Pfund, umgerechnet 32 Euro hat Martin für sein Ticket bezahlt. Kein Vergleich zu anderen Preisen auf der Insel, wie in der benachbarten Premier League, in der Karten mindestens dreimal so teuer und für normale Fans kaum erschwinglich sind.

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Celtic ist in Schottland nicht nur seit Jahren der sportliche Vorreiter, sondern führt auch die Zuschauerstatistik an: Im Schnitt sind 58.000 Fans im Stadion. Der Rekord stammt aus einem Derby gegen die Glasgow Rangers im Jahres 1938 – damals kamen 92.000 Fans, war der Fußballtempel noch größer. Das in den grün-weißen Vereinsfarben gestaltete Rund wurde seitdem mehrere Male umgebaut, zuletzt Mitte der 1990er Jahre.

Das Innenleben des Celtic Parks versprüht einen altertümlichen aber einladenden Charme. Im kleinen Fußballmuseum stehen die zahlreichen Trophäen des Traditionsvereins in einer großen Glasvitrine. Mittendrin eine Karikatur von RB Leipzig, die der Verein den Gästen beim Hinspiel (2:0) vor zwei Wochen mit auf den Weg gegeben hat. Gleich nebenan werden Diego Demme und Co. am Donnerstag durch einen speziellen Flur schreiten, durch den Gästeteams im internationalen Wettbewerb den Weg in ihre Kabine finden, erklärt Martin. Der mit grünem Teppich ausgelegte Gang und Holz verkleidete Raum, hat etwas antikes, an Sport denkt hier zunächst kein Besucher.

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Aus dem Stadion zurück in die Kneipe: Elan sitzt gern im Brazenhead Pub, denn hier wird jedes Spiel seines Vereins live gezeigt. Weil die Schotten ein freundliches Volk und die Arbeiter aus Glasgow stolz auf Celtic sind, darf auch eine Nachbildung des 1967 gewonnenen Europapokals nicht fehlen. Sogar Journalisten aus Leipzig dürfen ihn berühren, wenn er aus dem Hinterzimmer hervor geholt wird. Gastfreundlichkeit wird in Glasgow groß geschrieben – darauf können sich die RB-Fans, auch im Falle eines Sieges des Bundesligisten, verlassen. 2003 bekamen die Celtic-Anhänger sogar den Fairplay-Preis der Fifa verliehen. Weil sie trotz der Niederlage im Uefa-Cup-Finale mit 35.000 mitgereisten Fans friedlich in Sevilla feierten.

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