Diego Demme beim Autogramme schreiben in Meuselwitz. Diego Demme beim Autogramme schreiben in Meuselwitz. © Mario Jahn
Diego Demme beim Autogramme schreiben in Meuselwitz.

RB Leipzigs Diego Demme: „Vor heimischem Publikum wollen wir immer gewinnen“ 

Nach vierwöchiger Verletzungspause ist Diego Demme wieder ganz der Alte. Vor dem Start der englischen Wochen mit RB Leipzig spricht der Dauerläufer im Mittelfeld zunächst über die Hürde Hamburger SV, Kindheitserinnerungen an die Champions League und den Platz neben Naby Keita in der Kabine. Auch seine WM-Hoffnungen hat der 25-Jährige noch lange nicht begraben.

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Sie haben wegen Rückenproblemen im Sommer den Confed-Cup verpasst, sind nun nach Ihrer Knieprellung nicht für die WM-Qualifikation nominiert worden. Tat es ein bisschen weh, die Länderspiele der deutschen Mannschaft in den vergangenen Tagen zu verfolgen?

„Ich bin nicht allzu traurig, dass ich nicht dabei war, sondern froh, dass ich sowohl mit dem Rücken als auch mit dem Knie wieder schmerzfrei bin. Vielleicht kann ich durch meine Leistung erneut so überzeugen, dass ich nochmal eine Chance bekomme.“

Also ist die Hoffnung noch da, auf den WM-Zug nach Russland 2018 aufzuspringen?

„Ja. Man versucht schließlich immer das Maximum heraus zu holen.“

Mit seinen Leistungen scheint Timo Werner für das Turnier nächsten Sommer gar nicht mehr aus dem Nationalteam wegzudenken…

„Er hat schon beim Confed-Cup gezeigt, was er für ein super Stürmer ist. Wenn er weiter seine Leistung bringt, ist er auf jeden Fall ein heißer Kandidat für die WM.“

Fotogalerie: Diego Demme bei RB Leipzig

Sie haben sich nach vierwöchiger Verletzung zuletzt in der Bundesliga gegen Freiburg eindrucksvoll zurückgemeldet – wie groß war die Erleichterung, nach der langen Pause so nahtlos an die Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen zu können?

„Die Verletzung hat sich zwar ein bisschen gezogen, aber ich habe nur eine Woche ganz pausiert. Dann bin ich gleich ins Reha-Training eingestiegen und konnte gut individuell arbeiten. Das Spiel gegen Freiburg hat gezeigt, dass ich meine Leistung bringen konnte und fit bin.“

Aber ist es selbstverständlich, dass man gleich wieder so spielt, als wäre nichts gewesen? Zumal Sie einen Großteil der Vorbereitung verpasst haben.

„Ich spiele ja schon ein bisschen länger Fußball. Wenn man drei Wochen nicht im Mannschaftstraining war, vergisst man ja nicht gleich die Inhalte und was man kann.“

Ralf Rangnick hat gesagt, er musste nach den Fouls im Trainingslager in Tirol zwischen Ihnen und Naby Keita vermitteln. Wie sehen Sie die Sache mit etwas Abstand?

„Für mich ist es vergessen und ich denke da auch nicht mehr darüber nach. Kurz danach war ich angefressen, weil ich nicht trainieren konnte. Aber man hat an seiner Reaktion gemerkt, dass es ihm leid tut, dass ich mich verletzt habe. Wir sitzen in der Kabine nebeneinander und wir verstehen uns immer noch gut.“ (lacht)

Bilder: Unschönes Ende eines Zweikampfs

Sie sind in Ihrer vierten Saison bei RB erstmals in den Mannschaftsrat gewählt worden – was bedeutet Ihnen das?

„Es ist schon schön, wenn man sich diesen Respekt in der Mannschaft durch Leistung erarbeitet hat. Ich versuche mit meiner Spielweise voran zu gehen und habe damit die Wertschätzung des Teams gewonnen.“

Am Freitagabend startet ihr gegen Hamburg in die ersten englischen Wochen der Saison. Der HSV hat bisher zwei Siege eingefahren – ein dickes Brett?

„Das glaube ich auch. Hamburg hatte schon die letzten Jahre Qualität, es nur nie so richtig und konstant auf den Platz bekommen. Sie sind kompakt und zeigen eine gute Teamstärke.“

Gibt es noch Revanchegelüste vom Rückspiel im Februar, als der HSV euch im eigenen Stadion 3:0 besiegt hat und Papadopolous nach seinem Tor den Bizeps zeigte?

„An der einen Partie machen wir jetzt nicht fest, dass wir uns revanchieren wollen. Es ist eine neue Saison, ein neues Spiel. Wir wollen einfach das Bestmögliche zeigen und am liebsten drei Punkte holen, dafür brauchen wir aber eine richtig starke Leistung.“

BILDER vom ersten RB-Gastspiel beim HSV

Rekordneuzugang Kevin Kampl ist laut Trainer bereits Kandidat für das Spiel in Hamburg – wie haben Sie ihn in den ersten Tagen erlebt, kann er RB sofort weiter helfen?

„Wir haben am Montag das erste Mal zusammen trainiert. Er bringt große Qualität mit und kennt das Spielsystem ja schon aus Salzburg und Leverkusen. Ich glaube, er braucht nicht lange, um sich hier gut zu integrieren.“

Die Konkurrenzsituation hat sich in dieser Saison in der Mannschaft deutlich verschärft: Wie macht sich das bemerkbar?

„Es ist gut, wenn man viel Konkurrenz hat. Dann versucht man selber immer an sein Limit zu gehen. So entwickelt man sich weiter und kann sich nie ausruhen. Man muss immer seine Leistung zeigen. Durch die vielen Spiele die wir haben, brauchen wir aber auch einfach den breiten Kader.“

Wie sehen Sie den Kampf um die Startelf auf der Sechserposition. Konkret mit Neuzugang Konrad Laimer?

„Ich habe gegen Freiburg begonnen und ein gutes Spiel gemacht. Wenn ich meine Leistung bringe glaube ich auch, dass ich spielen werde.“

BILDER vom Montagstraining in dieser Woche

Nächsten Mittwoch beginnt bereits die Champions League. Mit dem Halbfinalisten des Vorjahres, AS Monaco, kommt gleich der härteste Brocken in der Gruppe G nach Leipzig.

„Auf jeden Fall. Wir sehnen uns danach, dass es endlich losgeht. Wir werden uns aber zu Hause nicht verstecken. Vor heimischem Publikum wollen wir immer gewinnen. Vielleicht starten wir gut in die Gruppenphase und können so etwas Großes schaffen, wenn alles richtig gut läuft.“

In der zweiten Partie der Königsklasse führt die Reise nach Istanbul. Die Türkei ist ein Land, auf das man als Deutscher mit Bedenken schaut. Festnahmen, immer wieder Anschläge. Beschäftigt Sie das als Spieler?

„Klar bekommt man das mit. Aber wir fahren dorthin, um Fußball zu spielen. Da beschäftigt man sich mit dem Spiel und muss für diese Zeit ausblenden, was in dem Land passiert.“

Nach dem Kurzeinsatz bei der Nationalmannschaft im Sommer ist das Spiel gegen Monaco die zweite internationale Partie Ihrer Karriere, die erste auf Vereinsebene.

„Es ist von jedem Kind ein Traum in der Königsklasse zu spielen, wenn man mit dem Fußball anfängt. Ich kann es kaum erwarten.“

Gibt es aus der Kindheit Erinnerungen an die Champions League? Oder haben Sie Ihre Eltern immer vor 20.45 Uhr ins Bett geschickt?

„Für Fußball wurde schon mal eine Ausnahme gemacht, dass man länger aufbleiben durfte. Ich habe früher immer sehr gerne dem AC Mailand zugeguckt, als sie noch ihre erfolgreiche, internationale Zeit hatten. Weil da Gattuso und Pirlo gespielt haben, sie sind beide meine Vorbilder.“

Pirlo Gehört zu den Vorbildern von Diego Demme: Andrea Pirlo. © dpa

Apropos 20.45 Uhr. Die späte Anstoßzeit ist auch ungewohnt für Ihre Mannschaft. Wie stellen Sie sich darauf ein? Gibt´s dann vorher nochmal einen Mittagsschlaf?

„Freitagabendspiele sind ähnlich. Natürlich ist der Ablauf etwas anders als sonst. Wahrscheinlich schläft man länger, muss sich dann nochmal aktivieren. Aber müde ist dann sicher keiner abends.“ (lacht)

Worauf freuen Sie sich in der Königsklasse am meisten?

„Das Flair, wenn die Hymne kommt, ist schon sehr beeindruckend. Man freut sich natürlich auch darauf, in anderen Ländern und Stadien zu spielen.“

Sie haben gerade von der legendären Champions-League-Hymne gesprochen. Wie oft lief die zu Hause schon bei Youtube?

„Bisher nicht. Wenn, dann will ich sie schon live im Stadion hören.“

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