26. Februar 2018 / 10:13 Uhr

RB Leipzigs fahrlässiger Umgang mit Führungen

RB Leipzigs fahrlässiger Umgang mit Führungen

Anne Grimm
dpa
Es läuft nicht bei RB Leipzig. Yussuf Poulsens Miene spricht Bände. © dpa
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Der Vizemeister geht in seinem zweiten Bundesligajahr extrem leichtsinnig mit Führungen um. Bereits zum siebenten Mal konnte das Hasenhüttl-Team einen 1:0-Vorsprung nicht in einen Sieg ummünzen. 

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Leipzig. So frustriert sahen die Spieler von RB Leipzig lange nicht mehr aus. Mit hängenden Köpfen schlürften sie nach der 1:2-Niederlage gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln vom Rasen in ihre Kabine. Den Sprung auf Platz zwei verpasst, dafür auf Rang sechs abgerutscht. Wichtige Punkte im Rennen um die Champions League verschenkt, eine nervenaufreibende Woche mit einer völlig unnötigen Niederlage beendet. Es gab genug Gründe, um sich am Sonntagabend so richtig zu ärgern.

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Dabei ist das Phänomen, aus Führungen keinen Sieg mitzunehmen, in dieser Saison bei RB Leipzig kein neues. Der Wahnsinn in Zahlen: An 24 Bundesligaspieltagen ließ das Hasenhüttl-Team gleich in sieben Partien einen 1:0-Vorsprung ungenutzt. Drei dieser sieben Spiele gingen noch verloren, vier endeten unentschieden. In drei dieser Duelle führte der Vizemeister sogar noch ein zweites Mal mit 2:1. Man mag diese Versäumnisse gar nicht in Punkte umrechnen.

„Gegner am Leben gelassen“

Zunächst ging RB Leipzigs Plan am Sonntag gegen das auswärtsschwächste Team im Fußball-Oberhaus mit der offensiven Ausrichtung im 4-3-3 auf: Jean-Kevin Augustin erzielte nach fünf Minuten das 1:0 und damit das schnellste Tor der Leipziger in dieser Saison. Doch dann verpassten der Franzose (zweimal), sowie Emil Forsberg und Marcel Sabitzer, den Deckel gegen den Tabellenletzten schon im ersten Durchgang drauf zu machen. „Wir standen viermal allein vor dem Torwart und treffen nicht. Das ist bitter. Wir haben den Gegner durch unsere eigenen Fehler am Leben gelassen. Das war nicht nötig“, sagte Kevin Kampl.

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Das im vierten Spiel innerhalb von zehn Tagen nach einer intensiven ersten Halbzeit nicht mehr alles klappt, ist nachvollziehbar. Doch die Menge der Fehler und die Passivität des RB-Spiels war erschreckend. „Dann war es plötzlich, wie wenn einem der Stecker gezogen wird“, versuchte Hasenhüttl die Situation in Worte zu fassen. Kapitän Willi Orban sagte: „In der zweiten Hälfte hatte ich nicht mehr bei jedem das Gefühl, dass er 100 Prozent frisch ist. Deswegen haben wir nicht mehr die Mittel und den Mut gefunden, weiter offensiv zu agieren.“ Emil Forsberg, der nach knapp drei Monaten sein Comeback in der Startelf gab, nannte den Auftritt im zweiten Durchgang „ideenlos“ und „scheiße".

Schweres Restprogramm

Mit dem 1:2 gegen Köln kassierte RB Leipzig die achte Niederlage in der Bundesliga und damit schon eine mehr als in der kompletten Vorsaison. Nun muss der Vizemeister hoffen, dass die leichtfertig hergeschenkten Punkte am Ende nicht die erneute Teilnahme an der Champions League kosten. Die kommenden Aufgaben haben es in sich.

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Nach drei Niederlagen in Serie ist Borussia Dortmund am kommenden Samstag zu Gast. In den verbleibenden zehn Bundesligaspielen trifft das Hasenhüttl-Team noch fünfmal auf Mannschaften aus der vorderen Tabellenhälfte: neben dem BVB sind das Bayern, Bayer, Hoffenheim und Hannover. Hinzu kommt die weitere Doppelbelastung mit der Europa League. Verteidiger Orban bleibt optimistisch: „Noch haben wir eine gute Ausgangsposition um unser Ziel, die Qualifikation für die Champions League, zu erreichen.“ Nur ein Punkt trennt RB aktuell von einem Königsklassenrang. „Dann müssen wir eben in den nächsten Spielen, gegen vermeintlich ganz starke Gegner, punkten. Das werden wir tun“, kündigte der Kapitän an.

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