09. März 2018 / 11:51 Uhr

RB Leipzigs Faszination für die Europa League

RB Leipzigs Faszination für die Europa League

Anne Grimm
Timo Werner zeigte sich gegen St. Petersburg in bester Verfassung.
Timo Werner zeigte sich gegen St. Petersburg in bester Verfassung. © dpa
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International kann RB Leipzig alle unangenehmen Begleiterscheinungen der englischen Wochen ausblenden. Die Europa League setzt Ideen und Kräfte frei. Zudem ist Emil Forsberg nach seiner langen Pause auf dem besten Weg, wieder ein wichtiger Taktgeber für das Team zu werden.

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Leipzig. Wenn eines am Donnerstagabend zu später Stunde deutlich geworden ist, dann war es die Gemeinsamkeit, die RB Leipzig und seine gerade einmal 19.877 Fans vereinte: Beide hatten Spaß an der Europa League. „Wir wurden gut unterstützt und auch in den Momenten getragen, in denen wir nicht so viele zwingende Chancen hatten. Man merkt die Lust am Europapokal“, freute sich Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel des Achtelfinals gegen Zenit St. Petersburg über die lautstarke Unterstützung der überschaubaren Kulisse im eigenen Stadion.

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RB Leipzig - FC Zenit St. Petersburg (2:1) Zur Galerie
RB Leipzig - FC Zenit St. Petersburg (2:1) © Getty Images
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Auch die RB-Profis zeigten erneut ihre Ambitionen, in dem in der Branche als so wenig attraktiv geltenden internationalen Wettbewerb. Im Vergleich zu einigen Bundesligapartien der vergangenen Wochen war der Vizemeister gegen das Team aus Russland über 90 Minuten motiviert und siegesbereit. Weder das geringere Zuschauerinteresse noch der Fakt, dass in der Liga nach drei Spielen ohne Sieg der Anschluss an die Champions-League-Plätze verloren zu gehen droht, trübten das Engagement.

Kapitän Willi Orban erklärt die Faszination so: „In der Bundesliga erwartet dich bis auf wenige Ausnahmen eigentlich immer dasselbe Fußballspiel, was die Taktik angeht. International ist es so, dass jede Mannschaft eine andere Idee von Fußball hat. Heute haben wir das erste Mal gegen eine russische Mannschaft gespielt, die ein bisschen mit italienischem Einfluss gespielt hat. Das ist schon interessant und das merkst du auf dem Platz. Es macht Spaß international.“

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In Europa gelingt einfach mehr

Obwohl dem Wettbewerb in der RB-Führungsriege nach dem Ausscheiden in der Champions League zunächst wenig Bedeutung eingeräumt wurde, scheint sich im Team durch das Weiterkommen gegen den SSC Neapel eine Dynamik entwickelt zu haben. Sportdirektor Ralf Rangnick hatte noch am Ende des Jahres betont: „Wenn du aus der Euro League für den Verein was mitnehmen willst, musst du sie fast schon gewinnen. Dann würdest du noch neun Spiele absolvieren müssen und hast fast nur noch englische Wochen.“ Doch den Spagat wollen die Akteure auf dem Platz sowie ihr Trainer annehmen: „Wir sind sehr stolz, noch in diesem Wettbewerb dabei zu sein und geben alles dafür, dass wir noch lange dabei sind“, betonte Hasenhüttl nach dem Sieg gegen Zenit.

In der Euro League gelingen derzeit Dinge, die RB Leipzig in der Bundesliga vermissen lässt. Das Tempo lange hoch halten, um den Gegner müde zu spielen. Oder gute Freistöße, um den Kontrahenten unter Druck zu setzen. Gegen Zenit zeigte das Hasenhüttl-Team gleich mehrere überraschende Varianten nach ruhenden Bällen. Einmal verpasste Werner nach einer Kurzpass-Kombination knapp das Tor. Noch vielversprechender war Emil Forsbergs direkter Versuch, der in der ersten Halbzeit vom Innenpfosten abprallte.

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Sowjetski Sport: „Nur 19.000 Menschen in einem Stadion, das mehr als 44.000 fasst. Ja, Leipzig ist nicht unbedingt beliebt. Ja, die Europa League hat kein so hohes Ansehen. Ja, Zenit ist nicht die beste Mannschaft in Europa. Ja, die Tickets sind nicht so günstig. Aber 19.000? Die Hälfte des Spiels waren die 600 Fans aus St. Petersburg besser zu hören als die mehr als 18.000 Deutschen.“ Zur Galerie
"Sowjetski Sport": „Nur 19.000 Menschen in einem Stadion, das mehr als 44.000 fasst. Ja, Leipzig ist nicht unbedingt beliebt. Ja, die Europa League hat kein so hohes Ansehen. Ja, Zenit ist nicht die beste Mannschaft in Europa. Ja, die Tickets sind nicht so günstig. Aber 19.000? Die Hälfte des Spiels waren die 600 Fans aus St. Petersburg besser zu hören als die mehr als 18.000 Deutschen.“ ©

Schwere Aufgabe im Rückspiel

Der schwedische Nationalspieler erhielt für seinen ersten Einsatz über die volle Länge nach seiner langen Verletzungspause lobende Worte seines Coachs: „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und war sehr aktiv. Heute hat er mal als rechte Zehn gespielt, weil sich Bruma wohler fühlt über links. Die zwei haben sich gut ergänzt.“ Auch der 26-jährige Forsberg ist mit seinen Fortschritten zufrieden: „Ich komme langsam wieder in den Rhythmus, es hat heute Spaß gemacht.“

Ein bitterer Nachgeschmack bleibt nach dem 2:1 Sieg im Hinspiel das späte Auswärtstor der Petersburger per Freistoß und das damit verpasste Ziel, erstmals international zu Null zu spielen. Denn Zenit hatte aus dem Spiel heraus keine hochkarätigen Chancen. „Bei dem guten Ergebnis wäre ein sehr gutes drin gewesen. Es ist uns bewusst, dass es im Rückspiel eine heiße Kiste werden kann“, sagte RB-Verteidiger Orban.

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Am kommenden Donnerstag reicht dem Hasenhüttl-Team in Russland zwar ein Remis, um das Viertelfinale zu erreichen. Doch Zenit hat mit vier Siegen in vier Partien die beste Heimbilanz in der Europa League. Der italienische Trainer Roberto Mancini kündigte nach der schwachen Leistung seines Teams an: „Das Rückspiel wird ein ganz anderes sein.“

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