12. März 2018 / 10:47 Uhr

RB Leipzigs gefährlicher Tanz auf zwei Hochzeiten

RB Leipzigs gefährlicher Tanz auf zwei Hochzeiten

Anne Grimm
Ralph Hasenhüttl kann mit der Leistung seiner Mannschaft in der Bundesliga nicht zufrieden sein.
Ralph Hasenhüttl kann mit der Leistung seiner Mannschaft in der Bundesliga nicht zufrieden sein. © dpa
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In der Europa League weit kommen und in der Bundesliga einen Champions-League-Platz sichern. RB Leipzig hat ehrgeizige Ziele, wirkt damit im Fußball-Oberhaus allerdings überfordert. Die zweite internationale Saison steht auf dem Spiel.

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Leipzig. Seitdem sich RB Leipzig in der Europa League tummelt, gab es in der Bundesliga für den Vizemeister keinen Sieg mehr. Das bedeutet in Zahlen drei Wochen und vier Spiele ohne Erfolgserlebnis. Nur zwei Punkte von zwölf möglichen, ein neuer Negativrekord für den jungen Verein. Trotzdem erklärte Willi Orban am Sonntag nach dem 0:0 beim VfB Stuttgart: „Wir können auch beides schaffen – Platz vier erreichen und die Euro League gewinnen, das traue ich der Mannschaft zu. Aber da müssen wir noch ein paar Prozente draufhauen.“ Die Aussage des Kapitäns verdeutlicht die ehrgeizigen Ziele des Vizemeisters, die mit den derzeitigen Leistungen in der Bundesliga schwer zu erreichen sind.

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Nach den Siegen der Konkurrenz aus Leverkusen, Schalke sowie Dortmund ist der Abstand auf einen Platz in der Königsklasse an diesem Wochenende und dem 26. Spieltag auf vier Punkte angewachsen. Am kommenden Sonntag heißt der Gegner nun auch noch Bayern München. Das Leipziger Selbstbewusstsein hat trotz Negativtrend nicht gelitten. Timo Werner sagte nach dem glücklosen Auftritt in seiner Heimat: „Dann müssen wir halt nächstes Wochenende gegen die Bayern was holen.“

Für die Königsklasse zählen nur Siege

Die Torlosigkeit des deutschen Nationalspielers im Fußball-Oberhaus verdeutlicht eins der großen Leipziger Probleme. Werner wartet nun schon seit 548 Minuten auf seinen elften Ligatreffer. In den vergangenen vier Spielen erzielte die mit Offensivstars gespickte Truppe gerade einmal drei Tore. Alle schoss Jean-Kevin Augustin, der in Stuttgart erst in der Schlussphase eingewechselt wurde. „Wir waren nach vorne oft nur in einem Tempo unterwegs und nicht inspiriert genug“, sagte Hasenhüttl nach dem Remis beim Aufsteiger – das Zitat hätte, mit Ausnahme des Heimspiels gegen den BVB, auch wie Faust aufs Auge zu zahlreichen andere Bundesligapartien seit Mitte Februar gepasst.

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Dabei benötigen die Leipziger dringend Siege in der Bundesliga, um ihre großen Ziele zu erreichen. Ohne einen internationalen Startplatz für die kommende Saison könnte das personelle Gerüst schneller zusammenbrechen, als es Sportdirektor Ralf Rangnick aufgebaut hat. Mehrere Stammspieler wie Marcel Sabitzer oder Emil Forsberg hatten klare Bekenntnisse zu einem längerfristigen Verbleib zuletzt vermieden. Umso überraschender, das ausgerechnet der beste Stürmer Timo Werner am Sonntag ein Zeichen setzte und erklärte, in der kommenden Saison weiterhin für RB auf Torjagd zu gehen. Vielleicht war es ein Weckruf an seine Mitspieler zur rechten Zeit.

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Diego Demme ärgerte sich nach dem Remis in Stuttgart: „Wir hatten uns vorgenommen, mit einem Sieg wieder an den anderen hinten dran zu kleben“ und fügte hinzu: „Aber selbst wenn wir heute gewonnen hätten, wäre die Champions League nicht fix gewesen. Ich glaube, das entscheidet sich am Ende und wir werden alles dafür tun, um das Ziel zu erreichen.“ Coach Hasenhüttl versuchte die Gemüter am Sonntag, nach dem bereits 37. Pflichtspiel der Saison, zu besänftigen: „Lasst uns das Jahr mal zu Ende spielen und dann schauen wir, was wir dafür kriegen“, sagte der 50-Jährige und versicherte: „Wir werden auf alle Fälle versuchen, immer das Maximum herauszuholen, und trotzdem keinen Wettbewerb vernachlässigen.“

Einen freien Tag gibt es in dieser Woche keinen bei RB Leipzig. Bereits am Donnerstagabend steigt das Achtelfinal-Rückspiel in St. Petersburg. Dort würde dem Hasenhüttl-Team ein 0:0 reichen, um nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel ins Viertelfinale der Europa League einzuziehen.

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