Kevin Kampl RB Leipzigs Kevin Kampl hat noch viel vor in der Messestadt. © Gepa Pictures
Kevin Kampl

RB Leipzigs Kevin Kampl im Interview: „Wenn Messi den Ball hat, hat er ihn“

Der RB-Rekord-Einkauf spricht, wie er Fußball spielt: Erfrischend und offensiv. Im Gespräch mit LVZ-Chefreporter Guido Schäfer erzählt Kevin Kampl unter anderem von seinen ersten Wochen im RB-Trikot und der Hartnäckigkeit des Ralf Rangnick.

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Leipzig. Solingen ist bekannt für Messer. Früher war Solingen auch bekannt für Fußball. Union Solingen spielte ewig in der zweiten Liga. Union existiert nicht mehr, das Stadion am Hermann-Löns-Weg wird in Kürze abgerissen. Kevin Kampl, berühmter Sohn der Stadt Solingen, 26, über seine ersten Wochen im RB-Trikot, Don Jupp Heynckes, einen harten zweiten Bildungsweg, die Hartnäckigkeit des Ralf Rangnick, das Wiedersehen mit Ralph Hasenhüttl und die in Naby Keita schlummernde Weltklasse.

Sie haben in Solingen, Leverkusen, Fürth, Aalen, Osnabrück, Salzburg und Dortmund gewohnt. Sind Sie jetzt angekommen in der schönsten Stadt der Welt?

Leipzig ist wunderbar, die Lebensqualität hoch. Wir haben gerade eine schöne Wohnung in einer alten Abtnaundorfer Villa gefunden. Sechs Wochen Hotel sind genug.

Wir?

 Meine Freundin und unser Labrador.

JETZT Durchklicken: Trainingsdebüt von RB Leipzigs Neuzugang Kevin Kampl

Bevor Sie mit bis zu 20 Millionen Euro Ablöse zum Rekord-Einkauf von RB wurden, schien alles klar mit Ihnen, Beijing Guoan und ihrem Ex-Coach Roger Schmidt.

Das mit China hatte ich nur in Verbindung mit Roger Schmidt ins Auge gefasst. Er ist der Trainer, der mir viel geholfen, mir immer vertraut hat, bei dem ich meine besten Leistungen gezeigt habe.

Der Wechsel ist laut Bayer-Sportchef Rudi Völler an den Modalitäten gescheitert. Und mittenmang rief Ralf Rangnick bei Ihnen an?

 Ja. Mir war schnell klar, dass ich das mit RB Leipzig machen will. Roger Schmidt hat mir gratuliert und freut sich für mich.

Rangnick sagt, dass Sie kein Neuzugang im eigentlichen Sinn sind.

Das stimmt, ich habe unter Ralph Hasenhüttl in Aalen trainiert, kenne unter anderem Naby Keita aus Salzburg. Ich weiß, wie RB tickt und Fußball spielt.

Wann sieht man Sie in Topform?

Ich bin nach kleineren Verletzungen auf einem guten Weg, werde die Länderspielpause nutzen, um zu arbeiten.

Sie haben es bei Bayer Leverkusen vom F-Jugendspieler bis zum Profi unter Star-Trainer Jupp Heynckes gebracht, konnten sich 2010 aber nicht durchsetzen, kehrten 2015 als gestandener Bundesligaspieler zurück zu Bayer. Alles richtig gemacht?

Ich hätte es 2010 natürlich auch gerne gepackt, da war die Konkurrenz aber riesig. Michael Ballack, Toni Kroos, Lars Bender, Renato Augusto und so weiter. Ich habe mich dann durch die dritte und zweite Liga gekämpft. Das war eine harte und gute Schule.

Im Sommer 2012 verließen Sie Stunden vor Schließung des Transfer-Fensters den Zweitligisten VfR Aalen und wechselten zu Red Bull Salzburg. Ein gewisser Ralph Hasenhüttl hätte Sie damals gerne um die Ecke gebracht ...

Der Anruf von Ralf Rangnick (damals Sportdirektor in Salzburg; Red.) kam völlig unerwartet. Ich wusste nichts vom österreichischen Fußball und von Salzburg.

Wenn Rangnick etwas will, ist er wie ein Guppy.

Er ist sehr überzeugend, hat mir die Möglichkeiten und die Herausforderungen aufgezeigt, die mir Salzburg unter Roger Schmidt bieten. Ich hatte eine Ausstiegsklausel und Salzburg hat drei Millionen Euro an Aalen überwiesen.

Viel Geld für einen Zweitliga-Kicker.

 Sehr viel Geld. Und auch ein Vertrauensbeweis.

JETZT Durchklicken: Bilder aus der Karriere von Kevin Kampl

Ihr Aalener Trainer hieß Ralph Hasenhüttl.

Er war verständlicherweise sauer und wollte nicht, dass ich gehe. Er wusste nicht, dass in Salzburg unter Ralf Rangnick alles anders gemacht und eben nicht mehr auf ältere Stars gesetzt wird.

Am 18. Januar 2014 zerlegte Red Bull Salzburg den FC Bayern München in einem Test mit 3:0. Pep Guardiola dankte seinem Kollegen Roger Schmidt für eine Lehrstunde in Sachen Pressing und Tempo. Und Kevin Kampl spielte das Spiel seines Lebens. Einwände?

Es war ein besonderer Tag für uns alle im Verein. Wir sind 90 Minuten lang gesprintet wie die Wilden, haben Bayern beherrscht, hätten höher gewinnen können. Wir hatten noch einen Elfmeter, ich schieße eigentlich keine, habe mir im Übermut aber den Ball geschnappt. Und dann stand der Manuel Neuer einfach nur da, hat sich nicht bewegt. Ich platziere den Ball eigentlich gut. Aber der Neuer ist riesig und blitzschnell, hält das Ding. Das Spiel meines Lebens? Kommt hoffentlich noch.

Sie haben gegen die Besten der Welt gespielt. Wie war es so gegen Messi und Neymar?

Wenn Messi den Ball hat, hat er ihn. Dem kannst du den Ball nicht abnehmen. Neymar ist eine Rakete und geht auch so ab. Andrés Iniesta hat mich auch unheimlich beeindruckt. Er ist ein fantastischer Fußballspieler.

Hat Ihr Kollege Naby Keita das Zeug zur Weltklasse?

Absolut. Er hat sich in den vergangenen beiden Jahren sehr gut entwickelt, wird bei uns und ab Sommer dann in der Premier League noch besser. Ich traue ihm eine Entwicklung wie bei Sadio Mané zu. Der war in Salzburg, ist dann nach Southampton und wurde in Liverpool zum besten Stürmer der Premier League.

Der 2:1-Sieg in Köln war ....

... nach drei harten Wochen ein guter Abschluss und extrem wichtig. In Köln gewinnst du nicht eben mal so. Wir haben alles rausgehauen, haben uns Chancen und das Glück erarbeitet.

Klingt Istanbul noch in Ihren Ohren?

Ergebnistechnisch ja. Da war mehr drin. Mir hat das Pfeifkonzert nichts ausgemacht. Wenn ich auf dem Platz stehe, nehme ich das Drumherum nicht so wahr. Dass es laut war, habe ich natürlich gemerkt. Bei Atletico Madrid habe ich das mal ähnlich erlebt.

Was geht noch für RB in der Champions League?

Wir sind jetzt im Modus, wissen, dass wir von der ersten Sekunde an hellwach sein müssen. Die Gruppe ist ausgeglichen, es kann jeder jeden schlagen. Wie wollen die Gruppenphase überstehen, und ich halte das für möglich.

Am 14. Oktober geht es zu Ihrem Ex-Club Dortmund. Was ist größer: Die Vorfreude oder der Respekt?

Das eine schließt das andere nicht aus. Der BVB ist super gut gestartet, die Atmosphäre und die gelbe Wand sind einmalig. Wenn wir an unsere 100 Prozent kommen, ist alles drin.

Welchen Traum hat der Fußballer Kevin Kampl?

Den von einem großen Titel. Deutscher Meister, das wär´s!

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