05. Januar 2018 / 09:15 Uhr

RB Leipzigs Klostermann: "Ich weiß, dass da jede Menge Luft nach oben ist"

RB Leipzigs Klostermann: "Ich weiß, dass da jede Menge Luft nach oben ist"

Guido Schäfer
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Lukas Klostermann durfte nach langer Verletzungspause mit RB Leipzig gleich in drei Wettbewerben ran.
Lukas Klostermann durfte nach langer Verletzungspause mit RB Leipzig gleich in drei Wettbewerben ran. © Imago
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Der Verteidiger der Roten Bullen spricht im Interview über sein erstes wirkliches Bundesliga-Jahr und Dorfmerkingen .

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Leipzig. Lukas Klostermann ist ein ruhiger und erdverbundener junger Mann, ist seit knapp vier Jahren mit seiner Jugendfreundin zusammen, trägt weder eine Rolex noch fährt er Porsche. Den Urlaub verbrachte der 21-jährige Rechtsverteidiger der Roten Bullen in seiner Gevelsberger Heimat in der Nähe von Bochum. Klostermann spielt schon seine fünfte Profi-Saison, eine davon fand nach einem Kreuzbandriss vornehmlich in der Reha statt. Klostermann über Höhen und Tiefen, Statussymbole, eine ihm nahe stehende angehende Kommissarin und den Auftakt gegen Schalke am 13. Januar in der Red-Bull-Arena.

Fotogalerie: Lukas Klostermann bei RB Leipzig

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Was sagen ihnen die Zahlen zwölf, sechs, zwei, eins?

Sagen Sie es mir.

Zwölf Bundesliga-Einsätze, sechs in der Champions League, zwei im DFB-Pokal, ein Tor beim 2:1-Sieg in Köln. Ist Ihre persönliche Vorrundenbilanz nach zwölfmonatiger Reha nur gut oder sehr gut?

Sie ist super. Es kamen übrigens noch fünf Spiele in der U21 dazu. Der Trainer hat mir nach meiner langen Auszeit das Vertrauen geschenkt, das war nicht selbstverständlich.

Was war Ihr schönster Moment der Vorrunde?

Das Pokalspiel in Aalen gegen Dorfmerkingen. Ja, das war nur Dorfmerkingen, aber es war auch mein erstes Pflichtspiel seit September 2016. Endlich zurück auf dem Rasen, ein wunderbares Gefühl. Und es stimmt schon, man genießt und wertschätzt den Beruf noch viel mehr, wenn man die Kehrseite kennengelernt hat.

Sie sind ähnlich schnell wie Timo Werner und Dayot Upamecano, haben auf Ihrer rechten Abwehrseite selbst in der Champions League kein Laufduell verloren. Ihre offensiven Ausflüge waren eher selten ertragreich.

Ich weiß, dass da jede Menge Luft nach oben ist. Ich will und muss mich da verbessern, gefährlicher schießen und flanken. Daran arbeite ich. Defensiv ist übrigens auch alles ausbaufähig.

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Siehe gegen Porto ...

... da kam eine Flanke, mein Gegenspieler hat mich weggedrückt und das Tor gemacht. Foul oder Nicht-Foul spielt keine Rolle, ich muss das besser lösen.

Coach Ralph Hasenhüttl sprach mit Blick aufs internationale Geschäft von einem Lernprozess für alle Beteiligten.

Das ist so. Nur ein Beispiel: Keiner von uns hat jemals bei einer Atmosphäre wie in Istanbul gespielt. Wenn wir das nächste Mal dort spielen, sind wir einen Schritt weiter.

Wie zehrend ist die Mehrfachbelastung?

Kurioserweise haben wir nach Champions-League-Spielen in der Bundesliga gut gepunktet. Die Belastung ist schon hoch – für den Kopf und den Körper. Und wenn eine Englische Woche nach der anderen kommt, bleibt keine Zeit für das eigentliche Training.

Und schon gehen sie flöten, die gerade fürs RB-Spiel so wichtigen Automatismen.

Das Ganze wird jedenfalls nicht leichter, wenn man spielt, regeneriert und dann wieder spielt. Damit da kein falscher Zungenschlag reinkommt: Wir haben uns nach einer fantastischen Saison für die Champions League qualifiziert und waren über jedes der sechs Spiele glücklich. Und: Wir wollen das wieder erleben.

Die Eindrücke von Fotograf Dirk Knofe zum Durchklicken:

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Fünf sieglose Spiele gab es seit Gründung von RB noch nie, Herr Klostermann. Waran hat’s gelegen?

Jedenfalls nicht daran, dass irgendeiner unsere DNA entschlüsselt hat. Wenn wir unsere Stärken auf den Platz kriegen, sind wir schwer zu bespielen. Wenn nicht, ist es in der Bundesliga und in der Champions League schwer, Spiele zu gewinnen. Eines kann ich versprechen: Wir geben in jedem Training Gas und sind heiß aufs Schalke-Spiel.

Schalke ist Zweiter und auch sonst ein schwerer Brocken.

Schalke hatte schon in der letzten Saison eine klasse Mannschaft. Jetzt sind sie noch besser besetzt und haben einen Trainer, der es offenbar gut macht. Die Schalker wissen, was sie tun. Schlagen wollen wir sie trotzdem.

Sie und Schalkes Leon Goretzka haben eine gemeinsam Bochumer Vergangenheit. Wie erinnern Sie sich an ihn?

Ich kenne ihn aus der VfL-Jugend. Da hat man schon gesehen, dass er großartige Anlagen hat.

Bochums Ex-Trainer Peter Neururer hat 2014 an Ihrem Wechsel nach Leipzig kein gutes Haar gelassen.

Ich bin ihm nicht böse, wir haben uns seitdem ein paar Mal gesehen, an der Front ist alles gut. Er hat mir damals meine ersten Zweitliga-Einsätze ermöglicht, dafür bin ich ihm heute noch dankbar.

Erstes Training von RB Leipzig im Jahr 2018

Nils Petersen sagt, dass man als Profi-Fußballer der Verblödung anheimfalle. Ist das so?

Gerade an Nils sieht man, dass es nicht so sein muss. Jeder muss selbst wissen, wann er was für seinen Kopf tut. Ich muss allerdings sagen, dass es auch mir inmitten der Englischen Wochen schwer gefallen ist, etwas für mein Fernstudium (Wirtschaftswissenschaften; Red.) zu tun. Der Blick über den Tellerrand des Fußballs ist grundsätzlich wichtig, man sollte nicht nur einen Ball im Kopf haben.

Marvin Compper hat den Club verlassen. Ein Verlust?

Ich bin super mit ihm ausgekommen, habe viel von ihm gelernt. Ich wünsche ihm in Glasgow nur das Beste.

Ihre Freundin ist angehende Kommissarin. Wann werden Sie von ihr verhaftet? Wann läuten die Hochzeitsglocken? Wann kommen Babys?

Ich bin 21.

Und Sie wissen nicht, wie das geht?

Doch, aber alles zu seiner Zeit.

Wo haben Sie eigentlich die typischen Statussymbole der Fußballer versteckt? Sportwagen, Rolex, et cetera?

Nirgends, ich habe keine und brauche keine.

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