Marcel Halstenberg (26, RB Leipzig) Marcel Halstenberg (26, RB Leipzig) ©
Marcel Halstenberg (26, RB Leipzig)

RB Leipzigs Marcel Halstenberg bekommt SMS vom Bundestrainer

Am Donnerstag wird der Linksverteidiger der Roten Bullen am Knie operiert.

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Leipzig. Kreuzbandriss. Brrr. Für Berufsfußballer eine der bittersten Verletzungen und gleichbedeutend mit großen Schmerzen, XXL-Erguss im Gelenk, oft einhergehenden Kollateralschäden an Menisken und/oder am Knorpel. Es folgt: Eine komplexe Operation und monatelange Reha. Im Fall von Marcel Halstenberg stellt sich der Stand der Dinge vergleichsweise freundlich dar.

Der 26-jährige Nationalspieler der Roten Bullen war beim 1:1 seiner Kollegen gegen Hamburg im Stadion, ging weder an Krücken noch trug er eine stabilisierende Orthese ums linke Knie. Und sein Gang war nicht nur aufrecht, sondern auch rund. „Ich bin selbst überrascht“, sagte Halstenberg der LVZ, „das Knie ist nicht dick, die Schmerzen halten sich im Rahmen.“ Weil sich das auch unmittelbar nach dem Trainingsunfall mit Jean-Kevin Augustin am vergangenen Dienstag so verhalten hatte, war der Ex-St.-Paulianer mit einem Fünkchen Hoffnung auf relative Entwarnung zum Knie-Spezialisten Dr. Ulrich Boenisch (Augsburg) gefahren.

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Die kam nicht beziehungsweise nicht wie gewünscht. Laut Computer-Tomographie ist das vordere Kreuzband gerissen. Positiv: Es handelt sich um eine isolierte Verletzung, es gibt keinen Nebenkriegsschauplatz. Halstenberg, der den ersten Schock verdaut, seine Ehefrau in der Red-Bull-Arena dabei hatte und wieder lächeln kann: „Es hätte viel schlimmer kommen können. Da muss ich jetzt durch.“ Und mit Blick auf seine bildschöne Gattin Franziska: „Wir, wir müssen da durch.“ Und RB Leipzig muss da auch durch. Laut Halstenberg ist die Anteilnahme aus dem Freundes- und Business-Bereich überwältigend. Besonders gefreut hat er sich über eine SMS von Bundestrainer Joachim Löw.

Den Donnerstag-Eingriff nimmt übrigens nicht Dr. Boenisch, sondern Dr. Heinz-Jürgen Eichhorn (Straubing) vor. Dessen Methode unterscheidet sich an elementarer Stelle von seinen prominenten Kollegen. Eichhorns Ersatzteil stammt aus einer Sehne im rückwärtigen Oberschenkel, nicht aus der Patellasehne. Ja, Glaubensfrage, aber eine mit guten Antworten, sprich OP-Ergebnissen.

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Eine konservative Behandlung beim legendären Mohamed Khalifa (Hallein, Salzburg) ist übrigens kein Thema. Khalifa hat Boris Becker und zig Bundesligastars ohne OP gesund gemacht. Gerissene Bänder und Sehnen sind für den Ägypter Fingerübungen. Der 63-Jährige steht jeden Morgen um drei Uhr auf, macht 150 Liegestütze auf den Fingerspitzen. Er braucht Finger aus Stahl, die Delinquenten brauchen Nehmer-Qualitäten und 1000 Euro. Khalifa behandelt maximal drei, vier Patienten täglich, mehr geht nicht. Khalifa aktiviert in einer brutalen Prozedur die trophischen Stoffe – und inmitten tobender Körpersäfte wächst zusammen, was zusammen gehört.

RB-Physiotherapeut Alexander Sekora, 42, hat die Methoden von Khalifa erlernt und vor gut drei Jahren sogar eine gerissene Achillessehne wiedervereint. Im Fall Halstenberg herrschte bei RB aber schnell Einigkeit, dass die Schulmedizin ran soll und muss. Bei einem abgehalfterten 35-Jährigen hätte man womöglich anders entschieden. Aber die gibt es bei RB nicht.

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Derweil geht das RB-Casting in Sachen Halstenberg-Ersatz in die letzte Runde, das Transferfenster schließt am Mittwoch. Problem: Linksverteidiger sind seit Jahren Bückware, auch Jogi Löw musste ewig basteln, ehe er Jonas Hector (27/Köln), Marvin Plattenhardt (25/Hertha) und Marcel Halstenberg fand. Zur Erinnerung: Bei der WM 2010 in Südafrika versuchte sich Holger Badstuber hinten links. Weil der Mann über den Antritt einer Wanderdüne verfügte, wurde das Experiment schnell wieder ad acta gelegt. Philipp Lahm weigerte sich zeitlebens, gleichzeitig rechts und links zu spielen.

Hier eine Auswahl an Linksverteidigern, die in Frage kämen: Benjamin Henrichs, 20, Bayer Leverkusen. Kristian Pedersen, 23, Union Berlin. Jannes Horn, 20, 1. FC Köln. Philipp Max, 24, FC Augsburg.

Frohe Botschaft für die Fans von Dominik Kaiser: Der Mutlanger, 29, bleibt bis zum Saisonende.

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