25. Juni 2018 / 21:58 Uhr

RB Leipzigs Marcel Sabitzer im Interview: "Ich bin heiß"

RB Leipzigs Marcel Sabitzer im Interview: "Ich bin heiß"

Guido Schäfer
Twitter-Profil
Marcel Sabitzer | 13 Mio. Euro
RB Leipzigs Mittelfeld-Ass Marcel Sabitzer. © Imago
Anzeige

RB-Ass Marcel Sabitzer über seine Schulter, Hasenhüttl, Nagelsmann, WM und Heißhunger auf Erfolg.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Leipzig. Europa-Pokal-Abende ziehen sich, insbesondere jene an Donnerstagen in der Europa League. Die Partie der Rasenballer in Marseille endete am 12. April kurz vor 23 Uhr, gegen 0.30 Uhr bahnte sich der Teambus den Weg Richtung Hotel. Marcel Sabitzer kam eine Stunde nach allen anderen – und war schlechter gelaunt als alle anderen. Zum Frust der 2:5-Pleite gesellte sich eine erneute Schulterverletzung. Marcel Sabitzer, 24, hatte erst am Tag vorm Viertelfinal-Rückspiel seinen Vertrag bis 2022 verlängert, wurde am 18. April operiert, sah die Champions-League-Quali über die Wupper gehen und will jetzt nur das Eine: Zurück aufs Feld. Gespräch mit einem Hufe scharrenden Fußball-Verrückten.

Wie geht‘s, wie steht‘s?

Sehr gut, die Schulter macht keine Probleme, ich liege rehatechnisch in Führung.

Also sind Sie beim Trainingsstart (9. Juli, Red.) voll dabei?

Wenn es nach mir gehen würde, ja. Ich bin heiß, will wieder Vollgas geben. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, ich darf nichts riskieren.

Also erst noch ein paar Tage Einzeltraining?

Ja, mein Ziel ist das Trainingslager (27. Juli bis 5. August in Seefeld, Red.), da will ich alles mitmachen.

DURCHKLICKEN: Marcel Sabitzer bei RB Leipzig

Zur Galerie
Anzeige

Wie sehr hat Sie die erste schwere Verletzung Ihrer Karriere mitgenommen?

Ich bin keiner, den man über den Kopf streicheln und trösten muss. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen und beeinflusse das, was ich beeinflussen kann.

Vermissen Sie die Kickerei?

Ja, absolut. Mir ist während der Auszeit noch bewusster geworden, dass ich meinen Beruf liebe. Man will der Mannschaft helfen und kann es nicht. Aber auch solche Erfahrungen gehören dazu.

Sie und Ralph Hasenhüttl sind Steirer. Wie beurteilen Sie den Weggang Ihres Landsmannes?

Wir hatten noch am Tag vor der Trennung ein halbe Stunde miteinander gesprochen, die Saison aufgearbeitet. Da deutete nichts darauf hin, dass er gehen würde.

Sie haben sich dann via Twitter bei Hasenhüttl für zwei gute Jahre bedankt.

Es waren zwei gute Jahre. Der Coach hat bewiesen, dass er ein Guter ist. Er wird schon bald wieder einen Job haben.

DURCHKLICKEN: Marcel Sabitzers Kapitänsdebüt

Zur Galerie

Im Sommer 2019 kommt Julian Nagelsmann. Könnte Hasenhüttls Weggang damit zu tun haben, dass sich die RB-Bosse schon in Nagelsmann verguckt hatten?

Keine Ahnung. Wenn man einen Strich unter die zwei Saisons macht, haben jedenfalls alle profitiert. RB, die Fans, wir Spieler und der Trainer.

Nagelsmann ist ...

... ein junger Trainer, der schon einiges vorzuweisen hat. Für die übernächste Saison ist das sicher eine richtig gute Geschichte.

Hat Ihnen Ralf Rangnick schon eine SMS geschickt?

Mit welchem Inhalt?

Ich mach‘s noch einmal, Sabi, Grüße vom Trainer!

Nein, hat er nicht. Ich wüsste auch gerne, wer uns trainiert. Aber die Chefs werden schon wissen, was sie tun.

Wie gut kannten Sie Ihre neue Kollegen Nordi Mukiele, Marcelo Sarachi und Matheus Cunha?

Ich habe erstmal Siri (IPhone-Alles-Wisserin, Red.) gefragt, die Dame konnte mir nicht weiter helfen. Jetzt weiß ich mehr. Alle sind jung, dynamisch und hochtalentiert. Passt scho.

Wohin geht die Reise 2018/2019?

Ich bin kein Hellseher.

Aber ein Ehrgeizling, der keinen auf Understatement macht.

Wenn man Champions League gespielt hat, will man das wieder erleben. Das ist wie nach einem wunderbaren Essen. Man erinnert sich daran, dann knurrt der Magen und es kommt der Heißhunger.

Mehr zu RB Leipzig

Kommen wir zur Weltmeisterschaft. Wie gefallen Ihnen die Spiele?

Auffällig ist, dass die sogenannten Kleinen gar nicht mehr so klein sind und den Großen Probleme machen. Und es ist wie immer bei großen Turnieren: So richtig hochkarätig wird es erst mit den K.O.-Spielen.

Die Deutschen hatten schon eins in der Vorrunde.

Ja, ich war hin- und hergerissen zwischen Timo (Werner) und Emil (Forsberg), gönne beiden alles.

Wie gefällt Ihnen Timo Werner?

Im Mexiko-Spiel lief nicht viel nach vorne, da hatte er kaum Möglichkeiten, sich zu zeigen. Gegen Schweden war er einer der Aktivsten. Mit 22 bei diesem Riesendruck und auf dieser Bühne - Hut ab.

Emil Forsberg?

Die Schweden verteidigen gut, spielen aber selten nach vorne. Emil hat bei dieser Spielweise im Spiel nur drei, vier Szenen. Aber er akzeptiert das und kämpft für sein Team.

Dänen-Blitz Yussuf Poulsen?

Ein Tor gemacht, zwei Elfer verursacht, Wahnsinn. Yussi ist körperlich super drauf, hat bei uns nicht immer 90 Minuten gespielt und jetzt ein paar Körner, die er raushaut.

Mehr zu RB Leipzigs WM-Fahrern

Macht das Last-Minute-Tor von Toni Kroos frei auf der deutschen Brust?

Könnte gut sein, so ein Spiel bewirkt viel in einer Truppe.

Das Spiel gegen Südkorea geht wie aus?

Die Südkoreaner sind extrem fit, willig und diszipliniert. Aber bei allem Respekt, Deutschland muss und wird gegen Südkorea gewinnen.

Wer wird Weltmeister?

Das weiß nur der liebe Gott.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt