03. März 2018 / 09:21 Uhr

RB Leipzigs Peter Gulácsi: „Ich friere nie – vor allem nicht gegen Dortmund“

RB Leipzigs Peter Gulácsi: „Ich friere nie – vor allem nicht gegen Dortmund“

Guido Schäfer
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Für RB-Torwart Peter Gulacsi sind kurze Hosen Pflicht – bei jedem Wetter. 
Für RB-Torwart Peter Gulacsi sind kurze Hosen Pflicht – bei jedem Wetter.  © Getty Images
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Keeper heute in kurzen Hosen und mit heißen Herzen in der eiskalten RB-Arena gegen topbesetzten BVB

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Leipzig. Der lässige Verwerter Michy Batshuayi, die WM-Helden Mario Götze und André Schürrle, der gottbegnadete Marco Reus – RB-Keeper Péter Gulácsi muss sich heute gegen Borussia Dortmund sprichwörtlich und tatsächlich warm anziehen. Der ungarische Nationaltorhüter, 27, über den Hit des 25. Bundesligaspieltages in der ausverkauften Red-Bull-Arena (18.30 Uhr/Sky), Mittel der Gegentor-Verhinderung, die seit drei Spielen währende Schaffenskrise, großes Tennis in Frankfurt, das Donnerstag-Duell gegen St. Petersburg und kurzen Hosen im Eisfach RB-Arena. Zur Einordnung: Der Sechste (38 Punkte) empfängt heute den Zweiten (41). Bei acht Grad Minus.

Torhüter leiden in Ermangelung an Bewegung besonders unter den arktischen Temperaturen. Laufen Sie gegen Dortmund in langen Hosen auf?

Nein, natürlich nicht. Ich fühle mich nicht wohl in langen Hosen. Außerdem war ich sechs Jahre beim FC Liverpool.

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Und dort sind lange Beinkleider für Keeper verpönt?

Yes!

Weil Sie dann sonst Weichei genannt würden?

Noch mal ja. Unser Liverpooler Torwarttrainer saß bei Minusgraden im T-Shirt und in kurzen Hosen auf der Ersatzbank. Der hätte mich erwürgt, wenn ich mit langen Hosen zum Training gekommen wäre. Aber machen Sie sich keine Gedanken um mich. Ich friere nie im Tor. Und vor allem nicht gegen Dortmund.

Der BVB kommt mit Offensiv-Assen wie Michy Batshuayi, Mario Götze, André Schürrle und Marco Reus. Wie spielt man gegen diese Herren zu null?

Indem ich keinen rein lasse. Im Ernst: Wir müssen Dortmund möglichst weit weg von unserem Tor halten.

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Gute Idee.

Dass die Umsetzung harte Arbeit ist, weiß ich selbst. Alle müssen mithelfen, alle müssen 90 Minuten on fire sein.

Gegen Köln brannte die RB-Fackel nur 45 Minuten, dann wurde es zappenduster. War das vor allem ein Kraftproblem am Ende einer englischen Woche?

Wir wollten die Doppel- und Dreifachbelastung, haben in der Champions League und jetzt auch in der Europa League wunderbare und auch lehrreiche Abende erlebt. Bei uns beschwert sich keiner über die vielen Spiele. Und wenn sie mich fragen ...

Das tue ich ...

... ich liebe es, alle drei Tage zu spielen. Das ist Wahnsinn im positiven Sinn. Dortmund ist unser 34. Pflichtspiel. Im März! In der Vorsaison kamen wir insgesamt auf 35. Klar ist aber auch, dass wir fast alle zum ersten Mal so eine Saison spielen. Wir Spieler, die Trainer, die Physiotherapeuten – alle müssen und mussten schnell lernen.

Und da läuft dann einiges zwangsläufig unter dem Motto ,Versuch und Irrtum ´und Niederlagen wie die gegen Köln gehören zum Lernprozess dazu?

Absolut. Das Ganze ist vor allem auch für unsere Trainer schwer. Trainingssteuerung, Regeneration, Rotation - darauf kommt es beim Tanz auf mehreren Hochzeiten ex-trem an. Und ich finde, wir haben es bisher in jeder Hinsicht gut gemacht, spielen weiter europäisch, sind in der Bundesliga nah an den Champions-League-Plätzen.

DURCHKLICKEN: Peter Gulacsi bei RB Leipzig

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Was war denn nun gegen Köln?

Wir müssen es schaffen, auch mal ein Spiel frühzeitig zu entscheiden. Die ­Möglichkeiten dazu hatten wir gegen Köln. Und wenn man spürt, dass es nichts wird mit dem 2:0 oder 3:0, muss man die Wege nach hinten besser machen und dann eben 1:0 gewinnen. Wir haben eine junge Mannschaft. Und junge Spieler denken offensiv. Köln war nicht schön, aber ein wichtiges Spiel für unsere Entwicklung.

Timo Werner ist vor dem Tor der beste Leipziger. Hätte RB mit Werner in der Köln-Startformation den Sack zugemacht?

Timo ist einer der besten Finisher (Vollender; Red.) in ganz Deutschland, aber er war nicht ganz fit. Jean-Kevin Augustin ist übrigens auch klasse vor dem Tor.

Wie wichtig war der Gesprächsgipfel nach Kölle?

Wir reden immer miteinander, und zuweilen wird das Ganze eben intensiviert. Nach Frankfurt, Neapel und Köln wurde einiges aufgearbeitet. In Einzel- und Gruppengesprächen.

Liebt Ihr Euch noch?

Man muss sich nicht lieben, aber respektieren. Und das tun wir. Die Mannschaft ist intakt.

Und die Stimmung ist wie?

Gute Ergebnisse bringen gute Stimmung. Nur von guter Stimmung kommen keine Ergebnisse.

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Was hat der BVB RB voraus?

Dortmund spielt seit Jahren international, ist uns einige Schritte voraus. Die haben einen super Kader aufgebaut. Und das geht nicht über Nacht, das dauert. Wir haben einen tollen Kader, aber keinen, der selbstverständlich Spiele gewinnt.

Der RB-Etat weist eher auf einen Platz zwischen fünf und sechs, als auf einen Platz in der Champions League hin. Insofern wäre die Qualifikation zur Europa League ehrenwert.

Wir spielen erst unsere zweite Bundesliga-Saison, sind trotzdem nicht zufrieden mit dem Platz, auf dem wir jetzt stehen. Wir wollen wieder in die Champions League, sind extrem hungrig.

Die erste Bundesliga-Saison hatte ­rauschhafte Züge. Wie wichtig war der 1:0-Sieg im September 2016 gegen Dortmund?

Dieses Spiel werde ich nie vergessen. Die Bude war voll, wir haben Dortmund einen großartigen Fight geliefert, es stand kurz vor Schluss 0:0. Und dann bringt unser Trainer Burki und Naby.

Oliver Burke und Naby Keita, zwei Offensivkräfte.

Ja, wir wollten nicht einen Punkt sichern, sondern drei holen. Und dann geht Burki außen durch, flankt auf Naby und der haut das Ding unter die Latte. Das war eine Explosion der Gefühle, das Dach ist fast vom Stadion geflogen. Danach wussten wir: Wir können auch in der Bundesliga Spiele gewinnen. Ich hätte nichts dagegen, wenn das Spiel am Samstag ähnlich läuft.

In Frankfurt wurden Sie beim ersten regulären Montagsspiel der Bundesliga-Geschichte mit Tennisbällen eingedeckt. Nur unschön oder mehr?

Wir wussten, was passieren kann. Die Proteste hatten keinen Einfluss aufs Spiel. Wir haben verdient verloren.

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Nach Dortmund ist St. Petersburg. Was geht gegen Russen?

Wir haben noch nicht über Zenit gesprochen, der Fokus liegt total auf Dortmund. Ich habe mit Salzburg in Katar im Trainingslager gegen Zenit gespielt. Da hat Hulk ein unglaubliches Tor geschossen. Ein fantastischer Spieler.

Der neuerdings in Shanghai spielt.

Zenit ist trotzdem klasse besetzt. Bra­nislav Ivanovic ist vom FC Chelsea gekommen, außerdem haben die gute argentinische Kicker. Aber Zenit ist weit weg. Wir denken nur an Dortmund. Wenn wir alle an unser Limit kommen, können wir mithilfe unserer fantastischen Fans jede Mannschaft schlagen. Auch eine Super-Mannschaft wie Dortmund.

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