Peter Gulacsi Peter Gulacsi ist aus dem Tor bei RB Leipzig nicht mehr wegzudenken. © Imago
Peter Gulacsi

RB Leipzigs Peter Gulacsi im Interview: "Fabio ist und bleibt eine Legende"

Der Keeper der Roten Bullen hat mit dem SPORTBUZZER über Liverpool, seinen Kollegen Fabio Coltorti, ein hartes halbes Jahr, Sprechchöre beim Bayern-Spiel und mehr gesprochen.

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Leipzig. Als Torhüter Péter Gulácsi 2015 zu RB Leipzig stieß, hatte er zwei Probleme im Gepäck. Erstens: Eine Rote Karte aus Salzburg-Zeiten, die eine vierwöchige Sperre nach sich zog. Zweitens: Die hiesige Nummer eins hieß Fabio Coltorti, firmierte unter Schweizer Bergmassiv, war zweifacher Aufstiegsheld und bei den RB-Fans extrem beliebt. Gulácsi erlebte „das härteste halbe Jahr meiner Karriere“, eroberte sich nach einer Coltorti-Verletzung einen Stammplatz, saß aber beim Aufstiegsendspiel gegen Karlsruhe im Mai 2016 wieder draußen. Der ungarische Nationaltorhüter, 27, über elf Jahre Wanderschaft, die Anfield Road, die Schuss-Qualitäten von Steven Gerrard und Xabi Alonso, den Bald-Liverpooler Naby Keita, Sprechchöre beim Bayern-Spiel und seine Heimat Budapest.

DURCHKLICKEN: Peter Gulacsi bei RB Leipzig

Sie haben die Länderspiele gegen Luxemburg und Costa Rica abgesagt, um in Leipzig zu regenerieren. Ist das Torhüter-Leben neuerdings ähnlich aufreibend wie das eines Mittelfeldspielers?

Wir laufen nicht so viel, müssen aber in jeder Sekunde 100-prozentig konzentriert und bereit sein. Das ist körperlich und mental anstrengend. Früher bin ich zum Training, habe mich umgezogen und ins Tor gestellt. Das geht heute nicht mehr. Ich bin eine Stunde vorher draußen, dehne, mache Stabilisationsübungen. Ich will auch Mitte Dezember noch topfit sein, muss auf meinen Körper und meinen Kopf achten. Die Länderspielpause tut mir gut.

Beim Pokalspiel gegen die Bayern hallten erstmals „Péter-Gulácsi“-Rufe durch die Red-Bull-Arena. Schönes Gefühl?

Ja, das war sehr emotional und hat mir und meiner Frau sehr viel gegeben. Diana hatte auf der Tribüne Tränen in den Augen. Es war für uns beide ein langer Weg, da hinzukommen. Wir sind seit über sieben Jahren zusammen, sie ist meine größte Motivation. Diana weiß immer, wann sie etwas sagt und wie sie es sagt. Sie kann einschätzen, mit wie viel Stress mein Beruf verbunden ist. Ich weiß auch, dass es für die Fans nicht einfach war, dass ich den Platz von Fabio bekommen habe. Fabio ist und bleibt eine Legende. Wir haben ein besonderes Verhältnis zueinander, er ist ein wunderbarer Mensch.

DURCHKLICKEN: Bilder zum Spiel gegen Bayern

Aller Anfang war schwer.

Sehr schwer. Ich kam mit einer Rotsperre, hatte keine Chance, mir einen Stammplatz zu erarbeiten. Als die Sperre abgelaufen war, hatte der Coach (Ralf Rangnick; Red.) keinen Grund zu wechseln. Fabi hat gut gehalten, wir hatten Erfolg. Natürlich steht der Erfolg der Mannschaft über allem, und ich habe auch in dieser Zeit meinen Teil dazu beigetragen, dass das so bleibt. Aber es war auch das härteste halbe Jahr meiner Karriere. Ich war Stammtorhüter in Salzburg, wurde zum besten Torhüter Österreichs gewählt, kam natürlich mit dem Anspruch, Nummer eins zu werden, nach Leipzig. Damals habe ich auch meinen Platz in der Nationalmannschaft verloren. Wie gesagt: harte Zeit.

Sie wurden Stammspieler und vor dem entscheidenden Spiel gegen den KSC ausgebootet. Coltorti stand im Tor. Haben Sie Rangnick mittlerweile verziehen?

Da gibt’s nichts zu verzeihen. Es war eine Bauchentscheidung, sagte er mir. An dem Tag wurde ich 26. Ich hatte schon schönere Geburtstage. Wir sind zwei Tage später in die Bundesliga aufgestiegen – alle zusammen.

Sie standen lange beim FC Liverpool unter Vertrag. Haben Sie Naby Keita erzählt, wie es so ist an der Anfield Road?

Nein, Naby spielt bei uns und erst im Sommer in Liverpool. Er ist mit dem Kopf bei uns, hat mich auch nicht nach Liverpool gefragt.

Welcher Torwart ist für Sie der ideale?

Edwin van der Saar hat mir bei ManU sehr gut gefallen. Ruhig, souverän, ohne Show.

Edwin van der Sar Edwin van der Sar in Aktion. © dpa

Welche Liverpooler haben Sie bewundert?

Steven Gerrard hatte eine unglaubliche Ausstrahlung. Auf dem Platz und in der Kabine. Und er kann schießen wie kein anderer. Xabi Alonso kommt ihm diesbezüglich am nächsten. Bei uns spielen auch ein paar unfassbar gute Fußballer. Wenn Naby, Emil, Sabi oder Timo das Bällchen laufen lassen, wird dir schwindelig.

Stimmt es, dass Sie auf den ersten Metern zu den Schnellsten im Kader gehören?

Ich bin ganz gut zu Fuß. Das ist bei unserer Art des Fußballs wichtig. Wir stehen hoch, greifen früh an.

Hat RB ein Problem bei gegnerischen Standardsituationen?

Wir haben in der Bundesliga kein Tor durch Standards bekommen.

Aber gegen Porto gleich vier.

Das hat mit uns, aber auch mit der individuellen Klasse zu tun. In der Champions League kommen Flanken, Freistöße in den Bereich, in dem es brandgefährlich wird. Da kommen die Bälle dann in eine schwer zu verteidigende Zone.

Was geht noch in der Champions League?

Wir müssen in Monaco gewinnen. Und dann sehen wir weiter.

DURCHKLICKEN: Bilder zum Spiel in Porto

Ist die Bundesliga wichtiger?

Die Liga steht über allem. Aber wenn man dort ein Jahr lang alles gibt, um sich international zu qualifizieren, will man dann auch möglichst lang dabei sein.

Sie haben ein Haus in Budapest. Geht es nach der Karriere zurück nach Ungarn?

Ich kann das heute nicht sagen. Budapest ist wie Leipzig eine wunderschöne Stadt.

In der übrigens Lothar Matthäus wohnt.

Ich habe ihn vor ein paar Monaten dort in einem Restaurant gesehen. Er hat mich nicht erkannt. Vielleicht weiß er jetzt, wer ich bin.

Region/Leipzig RB Leipzig (Herren) RB Leipzig Fussball Bundesliga Peter Gulacsi (RB Leipzig)

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige