Ralf Rangnick hat personell allerlei auf der Agenda. © Archiv

RB Leipzigs Rangnick: "Timo Werner hat keine Ausstiegsklausel"

Im großen Interview mit dem SPOTBUZZER spricht der Sportdirektor der Roten Bullen über die anstehenden personellen Aufgaben, neue Talente und verdiente Kicker.

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Leipzig. Länderspielpause – eigentlich auch beim Bundesliga-Zweiten RB Leipzig Zeit zum Durchatmen. Wenn da nicht die Führerschein-Affäre um Naby Keita wäre. Positive Nachricht dagegen für RB: Nach SPORTBUZZER-Informationen wird Sportdirektor Ralf Rangnick nach seinem erhitzten Pausenauftritt im Pokalspiel gegen den FC Bayern nicht sportrechtlich belangt – das Verfahren ist eingestellt. Die Grenze zu einem unsportlichen Verhalten wurde offenbar nicht überschritten. Im Interview spricht der 59-Jährige über Keita und weitere RB-Stars, Ausstiegsklauseln, neue Talente und die Verdienste von Dominik Kaiser.

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Naby Keita ist in aller Munde – sportlich und führerscheintechnisch. Existiert ein Szenario, dass einen vorgezogenen Winterwechsel zum FC Liverpool beinhaltet?

Nein. Man hat nicht nur gegen Hannover gesehen, wie wichtig er ist. Selbst wenn wir nicht in der Champions League überwintern sollten, würde es keinen Sinn machen, Naby früher nach Liverpool gehen zu lassen. Wir wollen natürlich versuchen, uns in der Bundesliga wieder international zu qualifizieren. Und dazu brauchen wir Naby.

Wichtig ist auch Marcel Sabitzer. Ist er für Sie der Mann der bisherigen Saison?

Marcel bringt seit über zwei Jahren beständige Leistungen, er ist ein wichtiger Bestandteil unseres Spiels.

Sabitzers Vertrag läuft noch bis 2021 und ist, sagen wir, ausbaufähig dotiert. Sie gelten bei derartigen Angelegenheiten als fairer Gesprächspartner.

Sabi hat eine klasse Entwicklung genommen, das ist uns natürlich nicht entgangen. Eine vertragliche Anpassung an diese Entwicklung ist denkbar. Wir werden uns zusammensetzen und versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Wie lange spielt Emil Forsberg noch in Leipzig?

Sein Vertrag läuft bis 2022. Ich sage jetzt nicht, dass er seine Karriere bei uns beendet, dafür ist er zu jung, aber ich kann ihn mir noch sehr lange bei uns vorstellen. Emil ist ein fantastischer Fußballer und guter Typ.

Das wird Emils Berater nahezu mit Freuden vernehmen. Hasan Cetinkaya hat Forsberg im vergangenen Sommer trotz Vertrages ins Schaufenster gestellt. Wie interessiert war der AC Milan wirklich an Forsberg?

Bei uns hat sich niemand gemeldet.

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Dayot Upamecano ist zarte 19 und spielt in Bälde bei Real Madrid oder in Barcelona.

Er spielt bei uns - und das richtig gut. Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt, dass Dayot irgendwann bei jedem Top-Verein der Welt spielen kann. Ihm läuft keiner weg, er ist cool und kann auch noch richtig gut kicken.

Laut Football Leaks hat Upamecano eine 100-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel.

Ob Klausel oder nicht, ist zweitrangig. Wenn ein großer Verein mit einem Gehalt von zehn bis zwölf Millionen Euro lockt und der Spieler weg will, muss man sich damit auseinandersetzen. Solche Summen wollen und können wir nicht bezahlen. Aber ich habe bei Dayot große Hoffnung, dass er noch ein paar Jahre bei uns bleibt. Er, seine Berater und Eltern haben bisher immer gute und richtige Entscheidungen getroffen. Er ist mit 16 nach Salzburg gegangen, und hat dort seine ersten Profi-Einsätze beim FC Liefering gehabt. Da hatte er schon besser dotierte Angebote von großen Clubs vorliegen. Gegen Hannover haben wir mit Dayot und Ibrahima Konate verteidigt. Der eine ist 19, der andere 18. Eine derartige Konstellation dürfte in ganz Europa einmalig sein. Ich traue Ibrahima eine ähnliche gute Entwicklung zu.

Timo Werner firmiert bei den RB-Fans als Fußball-Gott. Spielt er wieder göttlich?

Er hat keine einfache Zeit hinter sich. Das Tor in Porto war wichtig für ihn, das Siegtor gegen Hannover und die Vorlage auf Yussuf haben ihm und uns extrem gut getan. Timo hat in jungen Jahren mehr erlebt, als andere in ihrer kompletten Karriere.

Und er hat keine Ausstiegsklausel, der Gute.

Ist offenbar ihr Lieblingsthema. Nein, Timo hat keine Klausel.

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Keita geht im Sommer, haben Sie schon ein, zwei neue Keitas in der Pipeline?

Wir sind immer aktiv, müssen immer auf dem Stand der Dinge sein und dann schnell unseren Hut in den Ring werfen. Wir fischen nicht alleine in diesem Teich, haben große und namhafte Konkurrenz.

Spielen Ihnen Entwicklungen wie die von Keita, Upamecano oder Konate beim Bieten um Talente in die Karten?

Wenn bei uns kaum Junge spielen würden, wäre die Argumentation sicher schwieriger. Das ist aber nicht der Fall. Wir wollen Spieler, die zuerst auf ihre Karriere-Entwicklung achten und erst in zweiter Linie an ihren Verdienst denken.

Platz zwei in der Liga, Platz drei in der Champions-League-Gruppe, raus im Pokal gegen die Bayern. Ihr Fazit?

In der Bundesliga sind wir trotz Mehrfachbelastung absolut auf Kurs, haben fantastische zwei Punkte im Schnitt geholt. Das ist alles andere als selbstverständlich. Übrigens haben wir im letzten Jahr gegen die gleichen Gegner (Ingolstadt und Darmstadt habe ich in dieser Rechnung mit Stuttgart und Hannover ersetzt) fünf Punkte weniger geholt. Und gegen Hannover stand die jüngste RB-Mannschaft aller Zeiten auf dem Feld. Im Pokal hätte ich sehr gerne gesehen, wie das Bayern-Spiel mit Videobeweis und elf gegen elf ausgegangen wäre. In der Champions League haben wir Erfahrung und vier Punkte gesammelt. Wir werden in Monaco und gegen Istanbul ums Überwintern in der Champions League kämpfen.

Sie kämpfen auch um eine Vertragsverlängerung mit Cheftrainer Ralph Hasenhüttl. Wann sagt er ja?

Von Kampf würde ich nicht sprechen, es ist alles in bester Ordnung. Er ist bei uns glücklich, wir sind mit ihm glücklich. Wir würden gerne über 2019 hinaus mit ihm verlängern.

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Die Winterpause wäre ein geeigneter Zeitpunkt.

Danke für diesen wertvollen Hinweis.

Ralph Hasenhüttls Assistent Zsolt Löw ist erkrankt. Wie sehr fehlt der Mann?

Zsolt ist ein absoluter Fachmann und bei uns allen – Trainern, Betreuern, Mannschaft – extrem anerkannt und beliebt. Ich hoffe, dass er schnell wieder fit ist.

Dominik Kaiser war 2012 Ihre erste Verpflichtung. Kaisers Einsätze haben sich ausgedünnt. Normale Härte im Profifußball?

Dome wird immer einen besonderen Stellenwert bei uns haben, er war und ist ein Vorbild, verhält sich auch in der für ihn schwierigen Situation überragend. Er ist 29 und kann sicher noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen. Wenn er woanders bessere Möglichkeiten sieht, sprechen wir offen miteinander.

Marvin Compper ...

... bei ihm liegen die Dinge genau gleich.

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