09. März 2018 / 19:03 Uhr

RB Leipzigs Stürmer Werner vor Rückkehr nach Stuttgart: „Kein Heimweh mehr nach der alten Dönerbude“

RB Leipzigs Stürmer Werner vor Rückkehr nach Stuttgart: „Kein Heimweh mehr nach der alten Dönerbude“

Anne Grimm
Das Hinspiel gegen den VfB Stuttgart gewannen die Roten Bullen mit 1:0
Das Hinspiel gegen den VfB Stuttgart gewannen die Roten Bullen mit 1:0 © dpa
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Timo Werner spielt am Sonntag erstmals in seiner Heimat: Im Vorfeld sprach er über seinen persönlichen Plan gegen Stuttgart, den WM-Konkurrenzkampf mit VfB-Stürmer Mario Gomez, sowie seine Vertragsverlängerung bei RB Leipzig.

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Leipzig/Stuttgart. Die schlechte Nachricht vorweg: Timo Werner hat seinen bis 2020 datierten Vertrag bei RB Leipzig nicht verlängert und wird es vor der WM im Sommer auch nicht tun. Doch die Laune des Stürmers war am Freitag auf der Pressekonferenz prächtig. Kein Wunder: Am Donnerstag hatte er mit einer Vorlage sowie seinem Tor entscheidend zum 2:1- Sieg im Europa-League-Achtelfinale gegen Zenit St. Petersburg beigetragen. Am Sonntag wartet bereits das nächste Highlight in der Bundesliga auf den 22-Jährigen: Das Auswärtsspiel bei seinem Heimatverein und die erste sportliche Rückkehr nach Stuttgart. „Es motiviert mich allgemein, gegen den VfB spielen zu dürfen. Ich habe dort meine Jugend verbracht und will zeigen, was aus mir geworden ist und was ich gelernt habe.“

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Seit knapp zwei Jahren schießt Werner nun schon Tore für Leipzig, reifte nach seinem Wechsel vom Absteiger aus dem Schwabenland beim Aufsteiger RBL zum Nationalspieler. Einer seiner Kontrahenten in der DFB-Elf, sein früheres Vorbild Mario Gomez, ist seit Januar zurück in Stuttgart und war seitdem schon viermal als Torschütze erfolgreich: „Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Mario und freue mich, ihn wieder zu sehen. Wenn er am Wochenende trifft, ist es nicht für mich scheiße, sondern weil er gegen uns getroffen hat. Für mich ist es das Spiel VfB Stuttgart gegen RB Leipzig und nicht Timo Werner gegen Mario Gomez“, sagte der RB-Stürmer zum Konkurrenzkampf.

„Noch kein Spieler ist in Deutschland nach einer Schwalbe so gekreuzigt worden“

Mit Stuttgart verbindet Werner mehr, als seine Heimat und sein Jugendverein. In dieser Stadt wurde er im September 2017 erstmals während eines Länderspiels mit Standing-Ovations gefeiert, traf doppelt im WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen. „Ich hoffe, dass es auch diesmal mit den zwei Toren so klappt“, frohlockt er vor dem Duell mit dem VfB. Werner hat vor seiner ersten Rückkehr ins heimische Stadion unzählige Karten für Freunde und Familie besorgt. Das Heimweh, das ihn in seiner Anfangszeit in Leipzig plagte, ist aber inzwischen verschwunden. „Mittlerweile bin ich auch ein bisschen älter geworden. Mit 22 sollte man nicht mehr so viel Heimweh nach der alten Dönerbude oder der alten Schule haben“, scherzte Werner.

Timo Werner vor dem Spiel beim VfB Stuttgart

Der junge Fußballer ist in den vergangenen Monaten schneller gereift, als ihm vielleicht lieb war. „Es ist sehr viel auf ihn eingeprasselt, nicht nur positives. Noch kein Spieler ist in Deutschland nach einer Schwalbe so gekreuzigt worden. Dass das so ein junger Spieler so wegsteckt, ist sensationell“, sagt RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Die mediale Aufmerksamkeit und der erschreckende Hass gegnerischer Fans nahmen zwischenzeitlich unmenschliche Ausmaße an.

Zwei Stürmer unter sich

Hasenhüttl kann sich auch deshalb gut in die Gemütslage des gebürtigen Schwaben versetzen, weil er selbst einmal Stürmer war. Der 50-Jährige verrät, dass sich beide besonders häufig austauschen. „Ich kritisiere ihn aber auch sehr schnell, weil ich der Meinung bin, dass es ihm hilft, scharf zu bleiben. Es gibt kaum einen Stürmer in Europa, der in dem Alter schon so weit ist“, adelt ihn der RB-Coach. Werner bestätigt trotz Meinungsverschiedenheiten und Vier-Augengespräch in der vergangenen Woche sein gutes Verhältnis zum Leipziger Trainer: „Wir können viel lachen, uns auch mal aneinander reiben, aber das gehört im Fußball dazu. Mir gehen manchmal auch die Gäule durch im Spiel. Das Wichtigste ist, dass man sich neben dem Platz gut versteht.“

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Dass dem Youngstar zuletzt auf dem Rasen die Kaltschnäuzigkeit fehlte, dagegen hat er eine einfache Formel: „Gelassen bleiben, ist der Trick.“ Auch das Umfeld hilft ihm dabei: „Bei uns im Stadion ist es sehr angenehm. Da wird nicht so schnell gebuht oder gemurrt.“ Werner stand in den vergangenen Wochen sinnbildlich für das Abschneiden von RB Leipzig. In der Europa League traf er fast nach Belieben, in der Bundesliga blieb er sechs Partien torlos. Für die Diskrepanz zwischen europäischer Performance und Liga-Alltag sieht Coach Ralph Hasenhüttl bei seiner Mannschaft auch mentale Gründe: „Vielleicht ist es die Herangehensweise, dass wir in Europa nur gewinnen können. In der Liga hecheln wir dem Vizemeistertitel vom letzten Jahr hinterher.“

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Starke VfB-Serie

Der Auftritt gegen St. Petersburg macht dem Trainer nach drei sieglosen Spielen im Fußball-Oberhaus Mut: „Es war ein sehr cooler und abgeklärter Vortrag von uns der zwei Sachen kombiniert hat. Die Zielstrebigkeit nach vorne und auf der anderen Seite die Bereitschaft, alles dafür zu tun, um Tore zu verhindern. Darauf lässt sich aufbauen.“ Doch die Stuttgarter sind seit Tayfun Korkut als Trainer auf der Bank sitzt ungeschlagen, holten ein Remis und vier Siege, kletterten auf Rang neun.

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Am Sonntag sollen beim VfB einige frische RB-Kräfte zwischen den zwei Europa-League-Partien gegen Zenit zum Einsatz kommen. In der Offensive deutet Hasenhüttl eine Rotation an – sodass Ademola Lookman und Marcel Sabitzer die beiden Zehner Emil Forsberg sowie Bruma ersetzen könnten. Konrad Laimer muss mit einer leichten Zerrung pausieren. Ob Kevin Kampl nach seiner Kniereizung wieder einsatzbereit ist, entscheidet sich am Wochenende. Keeper Peter Gulacsi kann trotz krummen Fingers das Tor hüten. Das Hinspiel gewannen die Leipziger übrigens knapp mit 1:0. Den Treffer von Marcel Sabitzer bereitete Werner vor.

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