09. Februar 2018 / 09:05 Uhr

Russland poltert gegen Olympia-Sperre: "Undurchsichtig, widersprüchlich, Privat-Party"

Russland poltert gegen Olympia-Sperre: "Undurchsichtig, widersprüchlich, Privat-Party"

Redaktion Sportbuzzer
Pawel Kolobkow und Witali Mutko.
Pawel Kolobkow und Witali Mutko. © pa
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45 russische Sportler sind mit ihrer Klage vor dem Sportgerichtshof CAS gescheitert. Sie dürfen bei den olympischen Winterspielen nicht starten. Aus dem Kreml kommen kämpferische Töne.

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Nach der gerichtlichen Bestätigung des Ausschlusses russischer Spitzensportler von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gibt sich die Führung in Moskau kämpferisch. „Wir prüfen weitere Schritte. So kann das nicht stehenbleiben“, sagte Vizeregierungschef Witali Mutko der Agentur Interfax. Zunächst aber werde sich Russland Zeit nehmen, deutete er an: „Jetzt herrscht olympischer Friede.“

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier eine Klage von 45 russischen Sportlern und zwei Betreuern gegen ihren Ausschluss zurückgewiesen. Damit erklärten die Richter das umstrittene Einladungs-Verfahren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für rechtmäßig. Zu den betroffenen Sportlern zählen der sechsmalige Shorttrack-Olympiasieger Viktor Ahn, Biathlon-Staffel-Olympiasieger Anton Schipulin sowie die Top-Ski-Langläufer Sergej Ustjugow und Ruslan Sacharow sowie Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Xenia Stolbowa. Zugelassen bleiben 169 Russen, die wegen des Doping-Skandals aber unter neutraler Flagge bei den Spielen starten müssen.

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Mutko kritisierte das Vorgehen des IOC bei der Einladung als „undurchsichtig und widersprüchlich“. Es entstehe der Eindruck einer Privatparty, und Kriterien für eine Zulassung gebe es viele. Zugleich sagte der ranghohe Sportfunktionär, die CAS-Richter hätten unter Druck gestanden. „Wenn die Sportler jetzt zugelassen worden wären, hätte das einen Schock ausgelöst“, meinte Mutko.

Russland plant eigene Wettkämpfe

Der russische Sportminister Pawel Kolobkow sagte, Athleten würden ohne triftigen Grund nicht zugelassen. Die CAS-Richter hätten einfach die Argumente des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) übernommen. In den kommenden Monaten solle es nun alternative Wettkämpfe für die ausgeschlossenen Sportler geben, bekräftigte Kolobkow. Daran sollten mehr als 900 Athleten teilnehmen. Geplant seien Wettkämpfe an mehreren Austragungsorten, darunter an den Olympia-Stätten der Winterspiele 2014 in Sotschi sowie in St. Petersburg.

SPORTBUZZER-Reporter Uwe Köster macht eine Tour durch das Olympische Dorf

Deutsche glauben nicht an dopingfreie Spiele

Die Mehrheit der Deutschen ist davon überzeugt, dass auch die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang wieder vom Doping-Problem überschattet werden. In einer repräsentativen Umfrage von Welt/Emnid gingen 48 Prozent der Befragten davon aus, dass in geringem Maße bei den Spielen gedopt werde, weitere 34 Prozent erwarten hingegen eine große Zahl von Dopingfällen. Lediglich sieben Prozent der Befragten glauben, dass das Weltsport-Fest in Südkorea dopingfrei ist. Insgesamt waren am Mittwoch circa 1000 Personen befragt worden.

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