Das Entsetzen bei den Verantwortlichen von Hannover 96 ist nach den Ausschreitungen der eigenen Fans groß. Das Entsetzen bei den Verantwortlichen von Hannover 96 ist nach den Ausschreitungen der eigenen Fans groß. © imago
Das Entsetzen bei den Verantwortlichen von Hannover 96 ist nach den Ausschreitungen der eigenen Fans groß.

Reaktionen auf die 96-Krawalle in Burnley: „Das ist eine Schande“

Anhänger von Hannover 96 gingen beim Freundschaftsspiel im ehrwürdigen Stadion Turf Moor plötzlich auf Heimfans los – und sorgten für eine Spielunterbrechung.

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Kinder verlassen an den Händen ihrer Eltern aufgeregt den Familienblock im Turf-Moor-Stadion. Zu groß ist die Angst in Burnley vor den 96-Fans. Immer wieder versucht ein Großteil der 350 Gästeanhänger, die Ordner zu überwinden und den Heimbereich zu stürmen. Es fliegen Sitzschalen und Auflagen. Auf die Hassparolen und Gewalt antwortet das gesamte Stadion ein lautstarkes „Who are you?“. Es folgen Buhrufe und Pfiffe, als der Stadionsprecher vermeldet, dass das Spiel nach der Halbzeitpause keine Fortsetzung findet.

„Das kennen wir hier überhaupt nicht. Es sollte doch ein Freundschaftsspiel werden“, ärgerte sich ein Burnley-Fan. Aus dem „International Club Friendly“ wird aber ganz schnell ein ganz anderes Match. Die 96-Fans nehmen Klubboss Martin Kind ins Visier. „Martin Kind ist ein Hurensohn“ oder „Martin Kind, du Sohn einer Hure“ ist längst nicht alles, was aus dem Gästeblock zu hören ist. Aber auch die Burnley-Fans beleidigen die Gäste – das ist im Fußball keine Seltenheit.

Nach 40 Minuten kippt die Stimmung

In der 40. Minute kippt die Situation auf dem Jimmy McIlroy Stand direkt hinter dem Tor von Michael Esser aber komplett. Der Großteil der 96-Ultras macht sich auf den Weg in Richtung Burnley-Anhänger. Erst reißen sie eine große Fahne mit Vereinslogo von den Sitzen, dann werfen sie auch noch Sitzschalen und Auflagen auf die andere Seite. Ein 96-Fan bestätigt auf Anfrage, dass die Gewalt von den Hannoveranern ausgegangen sei.

Spielabbruch in Burnley: 96-Fans stürmen Block der heimischen Fans

Die Ordner bilden eine große Kette und verhindern den „Überfall“. Eine Ordnerin verletzt sich dabei am Bein und muss gestützt das Stadion verlassen. Die Heimfans muntern die junge Dame mit großem Applaus auf. Die Wut über die 96-Fans überwiegt trotzdem. „Das ist eine Schande“, schimpfen die Zuschauer.

Hier lesen: Die Stimmen zum Spielabbruch

Dass kurz nach der Unterbrechung das 1:0 durch Ben Mee fällt, gerät bei den schlimmen Vorfällen natürlich in den Hintergrund. Fünf Minuten nach dem Treffer beendet Schiedsrichter Chris Kavanagh nicht nur die erste Halbzeit – er beendet alles. „Nach einer Beratung mit dem Polizeikommandanten, dem Schiedsrichter und dem Sicherheitsbeauftragten des FC Burnley wurde beschlossen, dass das Spiel abgebrochen werden muss“, erklärte Chef-Superintendent Chris Bithell von der Lancashire-Polizei.

Einschätzung zum Testabbruch von Hannover 96

„Zusätzliche Kräfte aus der ganzen Grafschaft“

Wie Bithell in einer Stellungnahme betont, haben „Fans von Hannover versucht, die Zuschauer in den Heimblöcken sowie Polizeibeamte und Stewards zu attackieren“. Es seien gleichviele Beamte wie bei jedem anderen Freundschaftsspiel im Einsatz gewesen. „Aufgrund der Ausschreitungen mussten aber zusätzliche Kräfte aus der ganzen Grafschaft angefordert werden. Wir wollten sicherstellen, dass keine weiteren Störungen auftreten“, sagt Bithell.

Verärgert ist natürlich auch Burnley-Coach Sean Dyche über den Abbruch. Der 46-Jährige betont kurz nach der Entscheidung, dass es eine Schande sei, was passiert ist. „Ich, das gesamte Team und der Verein unterstützen die Entscheidung der Polizei. Du willst nicht, dass sich die Leute verletzen“, sagt Dyche.

96 verurteilt Vorfälle

Wie 96 in einer Stellungnahme mitteilt, verurteile man die Vorfälle und distanziere sich vehement von jeder Art von Gewalt. „Wir sind alles andere als begeistert, dass unser letztes Testspiel vor Beginn der Pflichtspiele abgebrochen worden ist. Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Erkenntnisse. Was wir wissen, ist, dass die verbalen Provokationen im Vorfeld von beiden Seiten ausgegangen sind“, heißt es in der Stellungnahme. Man wolle sich mit der Polizei, dem FC Burnley und den Fanbeauftragten austauschen.

Etwas geknickt verlässt Breitenreiter mit seinem Koffer gegen 17.50 Uhr das Turf-Moor-Stadion. Die Spieler warten zu diesem Zeitpunkt bereits im Bus. Es geht zurück zum Flughafen. Die Stimmung ist natürlich nicht besonders toll. Diesen Ausflug nach Burnley hat man sich ganz anders vorgestellt.

Hier lesen: So reagiert das Netz!

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