Der FC Energie Cottbus tritt am Sonnabend im Waldstadion gegen den Ludwigsfelder FC im Viertelfinale des AOK Landespokals an. Bereits im Oktober 2014 gab es das Duell. FC Energie Cottbus ist Tabellenführer in der Regionalliga Nordost. Zum Aufstieg reicht das nicht automatisch. © Julius Frick
Der FC Energie Cottbus tritt am Sonnabend im Waldstadion gegen den Ludwigsfelder FC im Viertelfinale des AOK Landespokals an. Bereits im Oktober 2014 gab es das Duell.

Debatte um die Regionalliga-Reform: Darum geht es

Vier oder fünf Staffeln? Wer darf aufsteigen? Beim DFB-Bundestag geht es am Freitag auch um die Zukunft der deutschen Regionalligen. Die Konfliktlinie verläuft zwischen Ost und West.

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Deutschlands Amateurfußball-Elite wartet gespannt auf Freitag: Auf dem DFB-Bundestag am 8. Dezember soll es auch um das leidige Thema Regionalliga-Reform geben. Die Regionalligen sind die einzigen Spielklassen im deutschen Herren-Fußball, in der die Meister nicht automatisch als Aufsteiger feststehen, sondern durch eine Relegation müssen. Eine hervorragende Saison lässt sich dann leicht mal in zwei Spielen vermasseln.

Glücklich ist mit dieser Situation niemand. Aber wie lässt sich das Problem lösen? Das ist umstritten, insbesondere zwischen Ost und West. Denn es geht auch um die Zukunft der Regionalliga Nordost. Keine Staffel deckt jetzt schon eine so große Fläche ab. Aber wenn es nur noch vier Staffeln gibt, wird sie so wohl trotzdem nicht zu halten sein. Weil Ostdeutschland dünner besiedelt ist, gibt es entsprechend weniger Vereine.

Meister, aber kein Aufsteiger: Diese Teams sind zuletzt in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga gescheitert

So ist es bisher

Aktuell gibt fünf Regionalligen, aber nur drei Absteiger aus der 3. Liga. Deshalb spielen die fünf Regionalliga-Meister und der Zweite der Südwest-Staffel nach Saisonschluss die drei Aufstiegsplätze untereinander aus. Für die laufende Saison wird das auch so bleiben.

Wohl vier Absteiger aus der 3. Liga

Klar ist wohl, dass es künftig vier (statt bisher drei) Absteiger aus der 3. Liga geben soll. Alle Anträge zur Regionalliga-Reform gehen von dieser Zahl aus. Die Idee, die 3. Liga auf 22 Teams aufzustocken und dafür fünf Teams absteigen zu lassen, ist offenbar vom Tisch. Mit dem vierten Abstiegsplatz sind die Drittligisten weitgehend einverstanden - allerdings nur, wenn die Zahl der Regionalligen auf vier reduziert wird. "Der vierte Absteiger aus der 3. Liga war unser Kompromiss, damit alle vier Regionalliga-Meister direkt aufsteigen können", sagt zum Beispiel Robert Marien, Vorstandschef von Hansa Rostock.

Ob es dazu kommt, ist hochgradig umstritten. Mit vier Regionalligen wäre das Problem mit der Aufstiegsregelung aus der Welt. Die Regionalliga-Meister könnten direkt in die 3. Liga aufsteigen. Aber das hieße natürlich auch: Es gäbe eine Regionalliga-Staffel weniger als bisher, entsprechend müssten etliche Vereine absteigen. Und die verbliebenen Teams müssten sich auf weitere Wege einstellen.

Insgesamt sieben Anträge haben die Regional- und Landesverbände des DFB für den Bundestag am 8. Februar eingereicht. Dass einige Verbände mehrere, zum Teil auch sich widersprechende Anträge (mal für fünf, mal für vier Staffeln) unterstützen, macht die Sache nicht übersichtlicher. Letztlich läuft es aber auf diese drei Varianten hinaus:

Variante A: Fünf Regionalligen, Rotationsprinzip

Der Nordostdeutsche Fußballverband schlägt vor, dass in jedem Jahr drei Meister direkt aufsteigen. Die anderen beiden spielen untereinander den vierten Aufstiegsplatz aus. Welche beiden Staffeln in die Relegation gehen, das soll vor Saisonbeginn feststehen, aber von Jahr zu Jahr wechseln.

Variante B: Fünf Regionalligen, zwei feste Aufsteiger

Im Gebiet der Staffeln West und Südwest spielen die Hälfte der deutschen Herren-Fußballteams. Deshalb sollen sie auch die Hälfte der Aufstiegsplätze bekommen, wenn es bei fünf Staffeln bleibt. So argumentieren die norddeutschen Verbände, Südwest und Bayern. Die Meister der Regionalligen West und Südwest würden dann direkt aufsteigen, die Meister der Staffeln Nord, Nordost und Bayern untereinander die beiden weiteren Plätze ausspielen.

Für diese Idee hatte Reinhard Grindel Sympathien geäußert. In Ostdeutschland gibt es massiven Widerstand dagegen. Die TSG Neustrelitz droht DFB-Präsident Reinhard Grindel mit Stadionverbot, der sächsische Landesverband lässt bereits eine Klage gegen den DFB prüfen.

Variante C: Vier Regionalligen

Der mitgliederstarke Westdeutsche Fußballverband und der Badische Fußballverband sprechen sich für eine Reduzierung auf vier Staffeln aus, auch der Nordostdeutsche Verband hat einen entsprechenden Antrag eingereicht.

In keinem der Anträge wird aber ein konkreter Vorschlag gemacht, wie diese Staffeln zugeschnitten sind - und genau da dürfte der Knackpunkt liegen. Der Nordostdeutsche Verband pocht darauf, dass die Regionalliga Nordost nicht angetastet werden dürfe, weil sie 30 Prozent der Fläche Deutschlands abdeckt. Baden, Bayern und Niedersachsen fordern dagegen, die Zahl der Herrenmannschaften im jeweiligen Gebiet zum Kriterium zu machen. Jede Staffel müsse für mindestens 20 Prozent des deutschen Fußballs stehen. Das liefe dann wohl auf den von DFB-Vize Rainer Koch im Interview geäußerten Vorschlag hinaus, die Nordost-Staffel aufzuteilen: Thüringen und Sachsen zu Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt zur Regionalliga Nord.

Und nun?

Ein Kompromiss, mit dem alle Seiten leben können, ist nicht in Sicht. Für Variante B würde sich wohl eine Mehrheit finden. Es droht dann aber im Nachgang massiver Ärger mit den ostdeutschen Vereinen.

Nach Sportbuzzer-Informationen ist derzeit am wahrscheinlichsten, dass das Thema am Freitag noch einmal vertagt wird, um eine offene Konfrontation zu vermeiden. Es sei denn, bei einer internen Sitzung am Mittwochabend kommt es doch noch zu einer Lösung. 

Geholfen wäre mit einer Verschiebung wohl niemandem.

Das sind die Teams der Regionalliga Nord mit den meisten Heim-Zuschauern: (Stand: 12. Spieltag)

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