05. Januar 2019 / 15:21 Uhr

Reicht es für die WM? "Recke" Fabian Böhm kann beim Test gegen Tschechien nicht glänzen

Reicht es für die WM? "Recke" Fabian Böhm kann beim Test gegen Tschechien nicht glänzen

Carsten Schmidt
Fabian Böhm freut sich nach dem Spiel darüber seine Familie zu sehen.
Fabian Böhm freut sich nach dem Spiel darüber seine Familie zu sehen. © Maike Lobback
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Fabian Böhm hat am Freitag einen zwiespältigen Nachmittag in der TUI-Arena erlebt. Bundestrainer Christian Prokop ließ den "Recken" die gesamte erste Halbzeit auf der Bank - den glücklichsten Augenblick erlebte Böhm lange Zeit nach der Partie. 

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Den glücklichsten Augenblick in der TUI-Arena erlebte Fabian Böhm lange nach der Schlusssirene. Der Rückraumspieler der Recken musste zu seinem gestrigen Auftritt in der deutschen Handball-Nationalmannschaft beim Test gegen Tschechien noch lange Zeit Interviews geben.

Aber dann gab es ein Break – Böhm legte einen Sprint ein, und ihm entgegen lief Sohn Otto, ein gutes Jahr alt. Der 29-Jährige schnappte sich den Steppke, umarmte und küsste ihn und vergaß natürlich auch seine Frau Katharina nicht, die im Hintergrund aufpasste.

Durchwachsener Nachmittag für Böhm

Böhm hatte zuvor einen zwiespältigen Nachmittag in der Halle erlebt, in der er schon so viele kraftvolle Auftritte in der Bundesliga hatte. „Es ist natürlich etwas Besonderes, in Hannover für Deutschland zu spielen“, sagte der Rückraumspieler. Und er lobte brav die Teamkollegen nach dem deutlichen 32:24 (17:13)-Erfolg gegen die Tschechen: „Wir haben das als Mannschaft ganz gut gemacht, Torwartparade, Gegenstoß, Treffer.“

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Ein Tor Vorsprung gegen Russland bringt Schweden 1999 den WM-Titel in Ägypten. Zur Galerie
Ein Tor Vorsprung gegen Russland bringt Schweden 1999 den WM-Titel in Ägypten. ©
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Zur eigenen Leistung sagte Böhm: „Ich weiß, dass ich es besser kann.“ Dabei hätte der Auftakt nicht schöner sein können: Bei der Spielervorstellung erklang der Name am lautesten aus den Kehlen der 9967 Zuschauer. Doch Bundestrainer Christian Prokop ließ Böhm die gesamte erste Halbzeit auf der Bank schmoren. „Ich wollte eigentlich nach 20 Minuten schon Fabian für Steffen Fäth bringen“, sagte der 40-Jährige und ergänzte etwas süffisant: „Ich habe dann aber aus dem Bauch heraus anders entschieden.“

Fäth bot auf halblinks, der Position, auf der auch Böhm spielt, eine ordentliche Partie mit drei Toren, aber auch diversen Fehlwürfen. Der Mannheimer ist auf dieser Position nur im Angriff einsetzbar und kein Allrounder wie der Recken-Profi oder auch der Berliner Paul Drux.

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Böhms Chance kam in der zweiten Halbzeit, und er wollte sie kraftvoll packen. Er machte sich konzentriert und engagiert warm und ging mit guter Körpersprache, guten Ideen und ohne Hast den Spielaufbau an.

"Ich weiß, was ich an ihm habe"

Doch er fing sich schnell bei einer Abwehr eine Zeitstrafe ein, und während seiner knapp viertelstündigen Einsatzzeit schmolz der Vorsprung von 18:13 auf 21:20. „Es waren schwache zehn Minuten“, sagte Prokop, ge­wann aber dieser Phase anscheinend etwas Gutes ab: „So konnten wir unter Druck testen.“ Über Böhm urteilte der Bundestrainer: „Er hat etwas Pech, aber ich weiß, was ich an ihm habe.“

Wahrscheinlich morgen vor dem letzten WM-Test gegen Argentinien wird der deutsche 16er-Kader be­kanntgegeben. Zwei Spieler aus dem aktuellen Aufgebot werden nicht ins Turnier mitkommen – am häufigsten werden die Namen Tim Suton und Franz Semper genannt, aber auch Böhms Name kursiert. Der Recke gibt sich kämpferisch: „Ich habe keine Signale, dass meine Nominierung auf der Kippe steht. Aber der Bundestrainer entscheidet.“

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