anfang 6 Holstein-Chefcoach Markus Anfang bleibt im Saisonendspurt gelassen. © Paesler
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Reifeprüfung, nächster Versuch

Es ist alternativlos: Will Holstein aufsteigen, muss das Potenzial vollständig abgerufen werden

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Am 7. April, zwei Tage nach dem fulminanten Triumph über den SV Wehen Wiesbaden, titelten die Kieler Nachrichten in ihrem Sportteil: „Vor der Reifeprüfung – Die entscheidende Frage nach der 3:0-Gala: Kann Holstein das Niveau halten?“ Die Antwort: erstmal nicht. Im beginnenden Aufstiegs-Endspurt der Dritten Fußball-Liga folgte zunächst ein 0:0 gegen Preußen Münster, bei dem die Störche aus einem Chancenverhältnis von 13:1 keinen Treffer generierten. Das folgende 1:1 bei Rot-Weiß Erfurt war eine spielerische Enttäuschung, bei der Dominic Peitz mit seinem Last-Minute-Treffer das Schlimmste noch verhinderte.Analog zu der legendären Forderung des im Januar verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Roman Herzog könnte das Motto vor dem Heimspiel heute (14.05 Uhr , live im NDR-Fernsehen) gegen den Chemnitzer FC lauten: „Durch diese Mannschaft muss ein Ruck gehen.“

Denn das „Schneckenrennen“ an der Tabellenspitze, der notorischen Inkonstanz der beteiligten Klubs (mit Ausnahme von Spitzenreiter Duisburg) geschuldet, entbindet die Störche nicht von der Notwendigkeit, in der heißen Phase der letzten fünf Spieltage ihr Leistungsvermögen tunlichst vollständig abzurufen. Dass die Kieler Profis die fußballerische und kämpferische Potenz für die ersten drei Ränge mitbringen, haben sie hinlänglich bewiesen, gerade in den vergangenen Wochen. Acht Spiele ohne Niederlage, darunter die souveränen Siege gegen Duisburg, Mainz II und Bremen II, sowie das beste Torverhältnis der Liga (+24) lügen nicht. Wenn da nicht die Wellentäler bei der Chancenverwertung und im Kombinationsfluss wären.

Auf den steigenden Druck im Saison-Finish reagiert Holstein-Chefcoach Markus Anfang – zumindest äußerlich – gelassen. „Für mich ändert sich nichts. Nur über jedes einzelne Spiel kommen wir zum Ziel. Jetzt kümmern wir uns um Chemnitz und nicht um das Landespokal-Halbfinale am Dienstag in Lübeck oder das übernächste Punktspiel in Regensburg“, betont der
42-Jährige, der auch von der beliebten Forderung, das jeder Spieler jetzt alles raushauen müsse, nichts hält. „Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass die Jungs in den bisherigen Spielen nicht immer alles rausgehauen haben.“

Soll heißen, am Willen liegt es nicht. Schon eher an der praktischen Umsetzung des Willens. An diesem Punkt erlaubt sich Anfang durchaus Zwischentöne. So sei der „letzte Schritt“ in Form von drei Siegen in Folge immer noch nicht gelungen. Und in Erfurt, wo „viele fußballerische Aspekte nicht funktionierten“, habe die Verteidigung des zweiten Tabellenplatzes womöglich dazu geführt, „dass die Jungs eine zu hohe Erwartungshaltung an sich selbst hatten“.

Alles reine Kopfsache also? „Das Fußballspielen haben sie nicht verlernt. Und jetzt kommtein Heimspiel“, sagt Anfang in Anspielung auf die feine Bilanz im Holstein-Stadion. Neun von 13 Siegen glückten in Kiel. Damit ein kleines Jubiläum folgt, müssen die Störche allerdings ihr Bestes auf den Platz bringen. „Der Chemnitzer Kader ist einer der besten in der Dritten Liga“, meint Anfang. Der gebürtige Kölner hofft darauf, dass die vier Punkte hinter Holstein liegenden Gäste mit dem Mute der Verzweiflung so offensiv agieren werden wie sonst eher in ihren Heimspielen. Das könnte den Platzherren jene Räume eröffnen, die ihrem Kombinationsspiel guttun.

Für den Versuch der Konsolidierung auf hohem Niveau kann der Kieler Coach nahezu sämtliche Spieler aufbieten. Kapitän Rafael Czichos (Rücken) und Christopher Lenz (Halsschmerzen) sind rechtzeitig fit geworden, verletzt fehlen nur Luca Dürholtz (Bänderdehnung im linken Sprunggelenk) und Joel Gerezgiher (Muskelprobleme im Oberschenkel).

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