20. Mai 2018 / 22:04 Uhr

Heftiger Richtungsstreit beim FC Bayern: Hoeneß widerspricht Rummenigge

Heftiger Richtungsstreit beim FC Bayern: Hoeneß widerspricht Rummenigge

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Nicht immer auf einer Wellenlänge: Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß.
Nicht immer auf einer Wellenlänge: Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß. © dpa
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Nach der Niederlage im Pokalfinale kämpfen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß unverhohlen um die Deutungshoheit beim FC Bayern. Nicht zum ersten Mal sind die Bosse dabei zusammengerasselt.

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Beim FC Bayern herrscht nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Frankfurt Eiszeit: Unterkühlt verlief nicht nur der Abgang aus dem Olympiastadion, als die Bayern-Stars nicht einmal dem Sieger aus Hessen applaudierten. Maximal lauwarm dann die als rauschende Party geplante Meisterfeier, als Jupp Heynckes sich von den Bayern-Fans verabschiedete.

Überschattet wurde der letzte große Tag von Don Jupp von einem beispiellosen Richtungsstreit zwischen Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Der Aufhänger sind - wie sollte es anders sein - die Zukunft der Bayern und die Frage, ob der deutsche Rekordmeister Transfers in der Größenordnung jenseits der 80 Millionen Euro stemmen muss, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Bisher ist Corentin Tolisso mit 41,5 Millionen Euro Rekordtransfer der Bayern.

Boss-Zoff um Mega-Transfers

Rummenigge ist der Meinung, dass die Bayern über Transfers einer anderen Größenordnung nachdenken muss - wenn es sein muss, auch Wechsel über 100 Millionen Euro. Für Transfers haben die Bayern „kein Limit“, sagte Rummenigge bei einer Talkrunde der Bild. „Wenn wir einen Spieler unbedingt haben wollen, und der kostet 80 oder 90 Millionen, werden wir irgendwann springen müssen. Ob wir dieses Jahr springen oder nächstes, weiß ich nicht“, erklärte Rummenigge. „Aber wir werden irgendwann springen.“


Ganz anders sieht Hoeneß die Sache. Der Präsident sieht die bereits vorhandenen Spieler in der Pflicht. „Wir werden nix mehr investieren, sondern werden unsere Spieler dazu bringen, besser zu spielen“, sagte Hoeneß. „Wir brauchen den einen oder anderen Spieler, der in wichtigen Spielen Höchstleistung bringt und nicht, wenn man gegen die schwachen Gegner spielt, und daran müssen wir arbeiten.“ Für die neue Saison plant er - mit Ausnahme der feststehenden Neuzugänge Leon Goretzka und Serge Gnabry keine weiteren Spielerkäufe. Im Gegenteil: In der Analyse sei man zum Ergebnis gekommen, dass man zu viele Spieler habe. Man werde wohl noch ein paar Stars abgeben.

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Rummenigge kontert Hoeneß

Der Konter von Rummenigge ließ nicht lange auf sich warten. Man habe im Detail noch gar nicht darüber gesprochen, erwiderte der Vorstandschef, als er auf die Hoeneß-Aussagen angesprochen wurde. Immerhin sei der Transfermarkt noch gar nicht geöffnet und in den drei Monaten der Transferphase könne auch noch vieles passieren, befand der 62-Jährige vage. Konkret sagte der Vorstand: "Wir haben da noch keine finale Entscheidung gefällt, weil wir jetzt erstmal in Ruhe abwarten."

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Der heftige Zoff der beiden Bosse ist nicht neu. Bayern-Experten wie SPORTBUZZER-Korrespondent Patrick Strasser glauben, dass der erfahrene Trainer Jupp Heynckes eine Art Kitt war, der Rummenigge und Hoeneß zusammenhielt. Kaum ist Heynckes weg, ist der Richtungsstreit wieder entbrannt. Der neue Trainer Niko Kovac wird es in einem so vergifteten Umfeld nicht leicht haben.

Hoeneß verhinderte Rummenigge-Kandidat Lahm

Schon häufiger waren Rummenigge und Hoeneß seit der Rückkehr des 66-Jährigen ins Amt des Präsidenten aneinandergerasselt. Erst wollte Rummenigge Philipp Lahm als Sportdirektor installieren, doch Hoeneß verhinderte das. „Ich glaube, dass Uli Hoeneß noch zu tatkräftig ist, um loszulassen. Zu jung", sagte Lahm einmal dem Stern. "Er will die Dinge selbst beeinflussen." Auch bei der Trainersuche waren Rummenigge und Hoeneß selten einer Meinung - weil letzterer zauderte, verpassten die Bosse die Chance, Thomas Tuchel zu verpflichten. Der Ex-Dortmunder wurde am Sonntag bei Paris Saint-Germain vorgestellt.

Hoeneß erklärte, er und Rummenigge seien seit seinem Gefängnisaufenthalt noch nicht wieder voll auf einer Wellenlänge. „Ich habe immer gesagt, wir waren und sind Freunde. Aber in dieser Zeit – das ist, wie wenn so eine Scheidung war. Dann musst du wieder zusammenkommen", erklärte der Präsident bei Eurosport. "Dieser Prozess findet jetzt gerade statt. Da sind wir meiner Meinung nach auf einem sehr guten Weg.“ Doch dieser Weg erscheint steiniger als zunächst erwartet...

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