12. Januar 2019 / 15:42 Uhr

Skandinavische Läufer dominieren Ski-Sprint-Weltcup von Dresden

Skandinavische Läufer dominieren Ski-Sprint-Weltcup von Dresden

Jochen Leimert
Sebastian Eisenlauer (Mitte) aus Deutschland läuft im Halbfinale des aktuellen Ski-Sprint-Weltcups vor der Kulisse von Dresden vorüber.
Sebastian Eisenlauer (Mitte) aus Deutschland läuft im Halbfinale des aktuellen Ski-Sprint-Weltcups vor der Kulisse von Dresden vorüber. © Hendrik Schmidt/dpa
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Schwedischer Dreifach-Erfolg bei den Damen, Norweger Skar gewinnt vor 2400 Zuschauern bei den Herren. Sandra Ringwald aus Schonach sorgt am Königsufer für das beste deutsche Resultat.

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Dresden (dnn). Die Skandinavier haben am Sonnabend die Einzel-Entscheidungen beim Langlauf-Weltcup in Dresden dominiert. Besonders bei den Damen trumpften die Asse aus Nordeuropa groß auf. Beim Sprint über 1,6 Kilometer setzten sich gleich drei Schwedinnen gegen die Konkurrenz durch: Olympiasiegerin Stina Nilsson aus Malung in der Provinz Dalarna gewann vor der Vorjahreszweiten Maja Dahlqvist und Jonna Sundling. Es war Nilssons vierter Sprint-Weltcup-Sieg in Folge. Vorjahressiegerin Hanna Falk (ebenfalls aus Schweden) war im Halbfinale überraschend ausgeschieden und wurde am Ende Elfte. Beste Deutsche war vor 2400 Zuschauern am Königsufer die Sprint-Spezialistin Sandra Ringwald aus Schonach. Die Schwarzwälderin verpasste den Einzug ins Sechser-Finale nur knapp, sie wurde in ihrem Halbfinale Dritte. Auf Rang zwei fehlten ihr 0,44 Sekunden. Am Ende wurde Ringwald Siebente im Feld der 52 Starterinnen.

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Die Ski-Weltcup-Wettbewerbe zogen viele Wintersportfreunde in ihren Bann. Zur Galerie
Die Ski-Weltcup-Wettbewerbe zogen viele Wintersportfreunde in ihren Bann. © Anja Schneider
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Bei den Männern gab es auch einen neuen Dresden-Sieger, denn Titelverteidiger Federico Pellegrino musste schon im Viertelfinale die Segel streichen. Der Italiener schien zwar seinen Lauf schon gewonnen zu haben, wurde aber noch disqualifiziert, weil er auf der kleinen Anhöhe einen Kontrahenten behindert hatte, indem er ihm bei einem Überholmanöver den linken Stock zwischen die Beine steckte. So hatte der große Favorit mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun, das am Ende der Norweger Sindre Björnestadt Skar mit einer halben Skilänge knapp vor dem Russen Gleb Retivykh gewann. Dritter wurde mit Erik Valnes ein zweiter Norweger. Die Franzosen, die gleich drei Läufer im Finale am Start hatten, waren früh aus dem Rennen. Zwei von ihnen stürzten in der ersten Runde, Baptiste Gros kam mit gebrochenem Stock als Letzter ins Ziel.

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Das Finale der Frauen beim Ski-Sprint-Weltcup in Dresden 2019: 1. Platz Stina Nilsson, 2. Platz Maja Dahlqvist, 3. Platz Jonna Sundling Zur Galerie
Das Finale der Frauen beim Ski-Sprint-Weltcup in Dresden 2019: 1. Platz Stina Nilsson, 2. Platz Maja Dahlqvist, 3. Platz Jonna Sundling © Anja Schneider

Bester Deutscher in der Gesamtwertung wurde Sebastian Eisenlauer aus Sonthofen, er schied im gleichen Viertelfinale wie Pellegrino aus und kam in der Endabrechnung als 16. ein. Janosch Brugger aus Titisee-Neustadt belegte im Finale der besten 30 den 27. Platz. Der Schwarzwälder war trotz des erstmaligen Erreichens eines Weltcup-Finales nicht ganz zufrieden: „Da musste ich erst einmal schauen, wie gelaufen wird und mich einordnen. Da habe ich das Ding verpennt. Das ist im Nachhinein nicht so schön, aber es gibt noch kommende Rennen.“

Sandra Ringwald war besserer Stimmung, obwohl sie das Finale der besten Sechs hauchdünn verpasst hatte: „Ich bin erst einmal froh nach drei, vier Wochen, in denen es bei mir gar nicht lief, zu wissen, dass ich noch sprinten kann. Ich hatte heute ein gutes Gefühl, dass ich Top-Speed laufen kann. Natürlich ist es schade, dass es mit dem Finale nicht geklappt hat, da hätte ich schon Bock drauf gehabt, aber die Schwedinnen haben da wirklich gut geblockt. Ich bin gar nicht durchgekommen, konnte meinen Turbo nicht mehr zünden.“

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DSV-Teamchef Peter Schlickenrieder zog ein positives Fazit des ersten Tages von Dresden: „Ich bin eigentlich ganz zufrieden, nachdem sich ja fast alle Mädels für die Top-30 qualifiziert haben. Sie sind teils sehr couragiert gelaufen, allen voran Sandra Ringwald. Sie hat was riskiert, ihren Plan gemacht – und das gefällt mir.“ Bei den Männern sieht er noch einige Reserven. Beispiel Brugger: „Der Janosch kann eigentlich noch mehr, er war etwas zu ehrfürchtig. Er hätte das Ding einfach von vorne laufen müssen. Aber Fehler sind normal, wenn man mit 21 in so ein hochbesetztes Viertelfinale geht. Dann hat man Respekt, der ist hier aber verkehrt. Aber das wird ihm kein zweites Mal passieren“, so Schlickenrieder.

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Das Finale der Männer beim Ski-Sprint-Weltcup in Dresden 2019: 1. Platz Sindre Skar  Bjoernestad, 2. Platz Gleb Retivykh, 3. Platz Erik Valnes Zur Galerie
Das Finale der Männer beim Ski-Sprint-Weltcup in Dresden 2019: 1. Platz Sindre Skar Bjoernestad, 2. Platz Gleb Retivykh, 3. Platz Erik Valnes © Anja Schneider

Nicht erreicht hat sein Ziel Lokalmatador Richard Leupold. Der Sachse vom Skiklub Niedersedlitz wollte ins Finale der besten 30 Athleten, doch das gelang dem Dresdner nicht, denn er kam als 57. ein. Doch Schlickenrieder nahm ihm das nicht krumm: „Es war – wenn man realistisch ist – von vornherein klar, dass der Richard nicht unter die Top-30 kommt, da ist das Feld viel zu stark besetzt und er ist ein Klassisch-Spezialist. Er hat schon gute Rennen im klassischen Stil gezeigt. Aber es ist wichtig, dass er hier alles versucht – und das hat er gemacht.“ Ins 30er-Finale schafften es mit Anne Winkler (Sayda) und Nadine Herrmann (Bockau) immerhin zwei sächsische Läuferinnen, sie hatten aber im Viertelfinale keine Chance und wurden am Ende 29. und 30. des Klassements.

Am Sonntag wird der 2. Weltcup von Dresden ab 10.30 Uhr mit den Team-Wettbewerben fortgesetzt.

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