DM4Q6591 Weiterhin eine ganz entscheidende Stütze im Team der TuSG Ritterhude: Mannschaftsführer Niklas Kutz. © Hans-Henning Hasselberg
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Ritterhude will leidenschaftlich furchtlos sein

Die TuSG Ritterhude will in der Landesliga Lüneburg vom ersten Tag an mutig auftreten - und hofft auf mehr Zuschauerzuspruch

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Mit Zufällen hat es Julian Geils nicht so. Zumindest in Sachen Fußball möchte der Trainer der TuSG Ritterhude sicher sein, alles Menschenmögliche getan zu haben. Deshalb hat Geils in den vergangenen Tagen wiederholt zum Telefon gegriffen und Kollegen angerufen. Hagens Coach Carsten Werde wurde ebenso zum ersten Landesliga-Gegner Eintracht Lüneburg befragt, wie auch Verdens Sascha Lindhorst. Und auch das Telefon von Malte Jaskosch klingelte. Der Ex-Coach vom SV Komet Pennigbüttel war der vorerst letzte Meister der Bezirksliga 3, der sich in der Landesliga versuchte – und ziemlich deutlich den Klassenerhalt verfehlte. Nun kommt die TuSG Ritterhude. Das Geils-Team ist ähnlich souverän in die Landesliga Lüneburg aufgestiegen wie die „Kometen“ im Jahr zuvor. Parallelen zu den Lila-Weißen will der TuSG-Coach aber ausdrücklich nicht ziehen. „Man kann das einfach nicht vergleichen. Dafür sind die Voraussetzungen zu unterschiedlich.“

Die Pennigbütteler waren nach zwei Meisterschaften in Serie mehr oder weniger aus Versehen in der Landesliga gestrandet. Die Ritterhuder haben sich in drei Jahren Bezirksliga hingegen kontinuierlich weiterentwickelt und bereits im Winter die Personalplanung auf die höhere Liga ausgerichtet. So gelang es, neben jungen, talentierten Nachwuchskräften wie Niklas Tröger und Nikolai Lehbrink (beide ASV Ihlpohl) oder Omid Rezai und Jassin Abou Dip (beide eigene U19) auch namhafte Neuzugänge zu verpflichten. Allen voran dem höherklassig erfahrenen Necati Uluisik (33 Jahre) kommt diesbezüglich eine Schlüsselrolle zu. Aber auch von Bilal Subasoglu (25) erwartet Geils einiges. Ein Janluca Grove (23) hat sich zwar bei Hagen/Uthlede nicht durchsetzen können, aber bereits zwei Jahre auf höchstem Landesliga-Niveau trainiert. Genau solche Spieler könnten am Ende den Unterschied ausmachen. „Alles in allem bin ich schon sehr zufrieden mit dem Kader“, sagt Geils. Das liegt nicht zuletzt auch an einem Rückkehrer, der in Sachen Spieltempo noch einmal ein neues Element ins Team bringen könnte.

Tobias Böttcher ist nach fast zweijähriger Pause mit diversen Verletzungen endlich wieder zurück im Team. In den Vorbereitungsspielen deutete der Flügelflitzer bereits mehrfach an, dass er schon wieder viel von seiner alten Schnelligkeit zurück hat. Da mit Patrick Manig (26 Saisoneinsätze) und Gero Förster (21) nur zwei Stammkräfte das Team verlassen haben, kann Julian Geils auch weiterhin auf seine eingespielte Achse bauen: Tobias Jahn und Merten Hellmann in der Innenverteidigung, Andre Grundmann im Zentrum, Marco Grahl, Niklas Kutz und Marcel Meyer in vorderer Front. Wer am Ende das Rennen um die Torwartposition gewinnt, wollte Geils noch nicht verraten. Gegen Eintracht Lüneburg wird Lennart Zöller im Tor stehen, eine Woche später Timm Korge. Nach ein paar Spieltagen will sich Geils dann auf eine Nummer eins festlegen. Wann Lars Oberdiek nach seinem Kreuzbandriss wieder eine Option ist, steht noch in den Sternen.

Die Vorbereitung lässt sich für Geils klar in zwei Abschnitte unterteilen: „Bis zu unserer eigenen Sportwoche lief es richtig gut, dann gab es einen kleinen Knick.“  Die anfängliche Euphorie habe mit dem enttäuschenden Vorrundenaus ein wenig gelitten, zudem fehlen im Vergleich zum Vorjahr noch die Automatismen. Das konnte man gut im Spiel gegen den TB Uphusen (3:4) erkennen. Insgesamt starteten die Ritterhuder 17 Konter, nur drei davon wurden zum Abschluss gebracht. Am Ende war der Test gegen den Oberligisten aber noch aus einem anderen Grund ziemlich wertvoll: „Die Jungs haben gemerkt, dass sie keine Angst zu haben brauchen. Nicht einmal vor einem Oberligisten.“ Furchtlos und leidenschaftlich – es ist die Marschroute für eine Saison, auf die sie in Ritterhude lange haben warten müssen. Mit vielen langjährigen Vereinsmitgliedern hat Julian Geils in der vergangenen Wochen gesprochen. Die Resonanz war immer gleich: „Alle freuen sich tierisch, dass wir mal wieder so hoch spielen. Aber danach sagen dann alle sofort: Es wird wirklich verdammt schwer.“ Keine Frage: Zu verlieren haben sie nichts bei der TuSGRitterhude. Nur sehr viel zu gewinnen.

Das erste Spiel gegen Liga-Urgestein Eintracht Lüneburg (seit 2005 dauerhaft in der Landesliga) ist für Geils der perfekte Gradmesser. „Nach diesem Spiel werden wir wissen, was uns in der Landesliga erwartet.“ Das gelte übrigens in gleichem Maße für das Drumherum. Nicht nur der TuSG-Coach hofft, dass sich der Aufstieg auch in Sachen Zuschauerzuspruch bemerkbar macht: „Die Jungs hätten es einfach verdient."

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