13. Februar 2018 / 17:53 Uhr

Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger: In der Form ihres Lebens

Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger: In der Form ihres Lebens

Stefan Döring
Twitter-Profil
Natalie Geisenberger kann ihr Glück nicht fassen. Sie hat für Deutschland Olympia-Gold gewonnen.
Natalie Geisenberger kann ihr Glück nicht fassen. Sie hat für Deutschland Olympia-Gold gewonnen. © Getty
Anzeige

Natalie Geisenberger hat bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die dritte Rodel-Goldmedaille ihrer Karriere gewonnen und ist zur erfolgreichsten Olympionikin in ihrer Sportart aufgestiegen. Die 30-Jährige war einfach nicht zu schlagen. Ihr Vater ist stolz.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Der Freudenschrei von Natalie Geisenberger war im Ziel schon zu hören, da war sie noch nicht einmal zu sehen. Vor lauter Jubeln hatte sie fast das Bremsen vergessen und rutschte mit ihrem Schlitten weit die Bahn hoch. Ein Kollege legte deshalb auf dem Eis einen waghalsigen Sprint hin und umarmte die neue, alte Olympiasiegerin: Felix Loch. Zwei Tage zuvor war es umgekehrt, aus einem anderen Grund. Da war Loch die tragische Figur des deutschen Teams, als er die sicher geglaubte Goldmedaille im vierten Lauf noch durch einen Fehler verlor. „Geisi, du Wahnsinnige! Ich bin so stolz auf dich. Die Kurve neun kann uns mal. Du hast sie besiegt“, twitterte er wenig später. Seine langjährige Teamgefährtin krönte sich am Dienstag nach 2014 in Sotschi auch in Pyeongchang zur Rodel-Olympiasiegerin. Dajana Eitberger sorgte mit Silber für den deutschen Doppelsieg.

Geisenberger bleibt ohne Fehler

Geisenberger schaffte es im Gegensatz zu Loch und vielen ihrer Konkurrentinnen – unter anderem Tatjana Hüfner, die mit Platz vier eine Medaille verfehlte – vier Läufe ohne grobe Schnitzer ins Ziel zu bringen. Dabei hatte sie genau davor Angst. „Ich habe immer an Felix gedacht. Er ist ein guter Freund, und es war hart das zu sehen. Deshalb wusste ich, dass ein kleiner Fehler große Auswirkungen haben kann“, sagte die deutsche Ausnahmerodlerin.

Einen Fehler machte sie selbst nicht, fuhr hoch konzentriert in allen Läufen und verteidigte ihren Titel. Planbar sei Erfolg bei den Olympischen Winterspielen aber nicht, sagte Geisenberger noch vor den Olympischen Spielen im SPORTBUZZER-Interview. Genau das ließe sich aufgrund ihrer starken Saison allerdings vermuten. Die 30-Jährige gewann in dieser Saison fünf von neun Weltcuprennen – plus Olympia.

Olympia 2018: Alle deutschen Medaillengewinner im Überblick

Zur Galerie
Anzeige

Vater Helmut Geisenberger: "Einfach nur geil"

Kein Wunder, dass ihr Vater stolz auf seine Tochter war. „Es ist einfach nur geil, dass sie auf dieser schweren Bahn vier fehlerfreie Läufe heruntergebracht hat“, sagte Helmut Geisenberger gegenüber dem SPORTBUZZER. „Alle anderen haben einmal gepatzt. Das hat sie sich vier Jahre lang hart erarbeitet.“

Gepatzt hatte auch Eitberger. Die Silbermedaillengewinnern schien im dritten Lauf eine Medaille bereits verspielt zu haben, als sie in einen Sicherheitslauf noch einen Fehler einbaute. „Ich muss mir scheinbar immer selbst ein Bein stellen“, sagte sie. „Das brauche ich wohl für die Motivation“ Am Ende schaffte sie es und fing neben Hüfner auch noch die Kanadierin Alex Gough ab. „Dafür habe ich mir vier Jahre lang ein Bein ausgerissen. Jetzt werde ich eineinhalb Wochen lang die Sau raus lassen“, sagte sie.

Mehr zu Olympia

Tatjana Hüfner schließt Karriereende nicht aus

Mit Motivation hat Geisenberger keine Probleme. „Natalie wohnt in Miesbach und setzt sich im Sommer immer ins Auto und kommt zu uns zum Training nach Berchtesgaden. Das ist beeindruckend“, sagte Tobias Wendl, der mit Doppelsitzerkollege Tobias Arlt heute in den Kampf um die Medaillen einsteigt, dem SPORTBUZZER.

Auch deswegen ist „Geisi“, wie sie im Team genannt wird, laut Bundestrainer Norbert Loch „in der Form ihres Lebens“ und „eine Klasse besser“. Gefeiert wurde gestern nur ein bisschen. Schließlich will sie schon morgen in der Teamstaffel ihr nächstes Olympia-Gold einfahren.

Einen Wermutstropfen aus deutscher Sicht gab es aber doch. Hüfner, die ihr letztes Olympia-Rennen bestritt, fiel im letzten Lauf aus den Medaillenrängen heraus und lief mit Tränen in den Augen durch den Zielbereich. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte sie und ließ die Weiterführung ihrer Karriere offen: „Ob ich nächstes Jahr noch einmal an den Start gehe, muss ich mit gebührendem Abstand entscheiden.“

Nach Rodel-Desaster: Das emotionale Interview mit Felix Loch
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt