11. Februar 2019 / 14:31 Uhr

"Verflixte siebte Jahr": SC Bison Calenberg zieht sich aus der Bundesliga zurück

"Verflixte siebte Jahr": SC Bison Calenberg zieht sich aus der Bundesliga zurück

Dirk Herrmann
Bisons Keeper wirft nach dem 0:1 frustriert den Schläger weg.
Die SC Bison Calenberg werfen hin: Kein Bundesliga-Alltag mehr bei den Rollhockey-Herren. © deisterpics/Stefan Zwing
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Personell ist es nicht mehr leistbar, den Bundesliga-Betrieb aufrechtzuerhalten: Die Rollhockey-Mannschaft des SC Bison Calenberg zieht sich aus der Liga zurück. 

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Die Männer des SC Bison Calenberg haben im Heimspiel gegen die RESG Walsum eine ordentliche Leistung abgeliefert. Wie in fast allen Partien zuvor in dieser Saison mussten sie sich dennoch wieder geschlagen geben, und für Leif Johansson ist es auch kein Trost gewesen, beim 1:3 (0:1) in der Sporthalle an der Hindenburgallee in Eldagsen einen besonderen Treffer erzielt zu haben. Er wird als der Spieler in Erinnerung bleiben, der für die Calenberger nach dem Aufstieg im Jahr 2012 das erste Bundesligator geschossen hat - und sieben Jahre später nun vorerst auch das letzte.

Resetknopf wegen Personalmisere

Die Bisons gaben nach der Begegnung bekannt, dass sie sich aufgrund anhaltender personeller Probleme mit sofortiger Wirkung aus dem Rollhockey-Oberhaus zurückziehen. "Es reicht hinten und vorn nicht mehr", sagte Klaus Johansson, der Vorsitzende des Tabellenletzten, "wir drücken deshalb den Resetknopf jetzt schon."

Vergangene Woche hatte er noch die Hoffnung gehabt, die Saison zumindest vernünftig zu Ende spielen zu können und anschließend nach einem freiwilligen Abstieg als Zweitligist neu zu beginnen. "Inzwischen ist es aber Krampf", sagte Johansson.

"Wenn wir es nicht mehr auf die Reihe kriegen, ist es besser, die Reißleine zu ziehen."

Das Problem, dass sich für die am 2. März angesetzte Nachholpartie gegen den RSC Cronenberg allem Anschein nach nicht genügend Spieler finden lassen, um mit einer kompletten Mannschaft anzutreten, hat laut dem Vorsitzenden zur Entscheidung geführt, sich bereits sechs Wochen vor Saisonschluss vom Spielbetrieb in der Bundesliga abzumelden. "Wir hätten das Spiel gegen den RSC absagen müssen, wahrscheinlich wäre eine Neuansetzung danach nicht mehr möglich", sagte Johansson. "Wenn wir es nicht mehr auf die Reihe kriegen, ist es besser, die Reißleine zu ziehen."

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Direkte Drittklassigkeit wäre nicht gewünscht

Das Aussterben der Erstligisten nach dem Rückzug des HSV Krefeld und des SC Moskitos Essen im vorigen Sommer geht somit weiter. Für den SC Bison sei es "das verflixte siebte Jahr", sagte Johansson nach dem Spiel gegen die RESG Walsum, mit 16 Titeln deutscher Rekordmeister. Mit welchem Aufgebot es in die nächste Saison gehen wird, müsse man abwarten. Johansson hofft, dass der Verein aufgrund des Rückzugs mitten in der Rückrunde nun nicht in die Drittklassigkeit durchgereicht werde.

Frauen kämpfen trotz Erkältungswelle

Von den Entwicklungen bei den Männern des Klubs bleibt der Spielbetrieb für die Calenberger Bundesliga-Frauen unberührt - einen Rückschlag mussten allerdings auch sie verdauen. Im ersten Heimspiel mit dem neuen Coach Steffen Leitmann unterlagen sie der RESG Walsum mit 7:12 nach Verlängerung. In der regulären Spielzeit hatte der SC Bison einen 1:3-Rückstand zur Pause anschließend noch zum 6:6 ausgleichen können.

"... das ging nach hinten los"

Eine Woche nach dem Erfolg in Cronenberg ging Leitmann mit einem angeschlagenen Kader in die Partie gegen den Tabellennachbarn, Britt Stina Brandt verzichtete ganz auf einen Einsatz. "Fast alle Spielerinnen hatten mit einer Erkältung zu kämpfen", sagte der Coach, "da hat uns dann zum Schluss die Kraft gefehlt. In der Verlängerung haben wir alles nach vorn geworfen - das ging nach hinten los."

Das Duell mit den Gästen aus dem Duisburger Stadtteil war für die Calenbergerinnen nahezu eine ständige Aufholjagd. Nach einem 0:3 konnte Emma Schulze (21., 30.) verkürzen, Anna Hartje (34.) und Clara Nowotka (36.) glichen ein 2:4 aus, und Schulzes Doppelschlag in der 46. Minute egalisierte das 4:6. Zu Beginn der Verlängerung sorgte Hartje für die erstmalige Führung der Bisons, ehe sein Team "den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht" habe, sagte Leitmann.

Das vorerst letzte Bundesliga-Spiel des SC Bison Calenberg gegen RESG Walsum

Bisons Leif Johansson versucht an Christopher Berg vorbeizukommen. Zur Galerie
Bisons Leif Johansson versucht an Christopher Berg vorbeizukommen. ©
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