12. Februar 2019 / 17:55 Uhr

Rostock Griffins träumen vom eigenen Stadion

Rostock Griffins träumen vom eigenen Stadion

Andreas Meyer
Daniel Engel (Nr. 24) hat sich das Ei geschnappt und versucht, den Lübeckern zu entkommen.
Die Footballer der Rostock Griffins tragen ihre Punktspiele derzeit im Leichtathletikstadion aus. Sie suchen ein neues Zuhause – und träumen vom eigenen Stadion. © Gunnar Rosenow
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Die Footballer der Rostock Griffins sind seit Oktober selbstständig. Sie suchen ein Zuhause.

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Rostock. Es läuft für die Rostock Griffins: Die American Footballer aus der Hansestadt haben sich in der Zweiten Liga etabliert, bis zu 1500 Zuschauer kommen zu den Heimspielen. Und auch organisatorisch ist der Neustart geglückt. Erst im Oktober hatten sich die Griffins von ihrem „Mutterverein“, dem SV Warnemünde, abgespalten. Doch eine Fragen bewegt die Footballer weiter: Wo werden sie künftig zu Hause sein? Der Club träumt von einem eigenen Stadion. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Rostock Griffins auf Wachstumskurs

510 Mitglieder, mehr als 250 aktive Sportler: „Es geht uns gut – und wir wachsen weiter“, sagt Vereinschef Jens Putzier. Er plant unter anderem eine Werbetour durch das Land. „Wir wollen Testspiele auch mal in Bad Doberan oder Güstrow austragen. Um uns auch dort den Zuschauern und möglichen neuen Mitgliedern zu präsentieren.“ Konkretes gäbe es aber noch nicht.

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Schon 2013 gab es erste Überlegungen, die Footballer vom Mutterverein abzuspalten. Aber nicht etwa, weil es Streit zwischen Club und Sportlern gab: „Damals sind wir in die Lizenz-Liga aufgestiegen. Wir waren zwar als Football-Abteilung schon immer finanziell eigenständig, aber trotzdem musste der Hauptverein für uns bürgen.“ Auf Dauer sei das nicht ideal und das Risiko für die anderen Sparten im Verein nicht mehr tragbar gewesen. Also wurden die Griffins – zu deutsch: die Greifen – nach dem Ende der Spielzeit 2018 selbstständig. Ein Vorteil: Der Club kann nun Fördermittel für sich beim Landessportbund beantragen. Der Plan, alle amerikanischen Sportarten in der Hansestadt – Football, Basketball und auch Baseball – unter einem gemeinsamen Vereinsdach zu vereinen, scheiterte hingegen. Unter anderem wollten die Zweitliga-Basketballer der Rostock Seawolves lieber selbstständig bleiben

Auf Sportplatz-Suche

Die neue Unabhängigkeit bringt aber auch Unwägbarkeiten mit sich: Bisher trainieren die Footballer im Ostseebad. Ihre Punktspiele tragen sie im Leichtathletikstadion aus. Das aber ist keine Dauerlösung: Aus Warnemünde müssen die Footballer definitiv weg. Das weiß auch Griffins-Chef Putzier. Ein „Problem“ sei zum Beispiel, dass der Rasen durch die Footballer arg strapaziert wird. „Unsere Spieler wiegen bis zu 130 oder auch mal 140 Kilo. Wenn unsere Offensive losmarschiert, setzt sich locker eine knappe Tonne in Bewegung.“ Zu viel für das Geläuf.

Vor wenigen Wochen gab es deshalb eine erste Beratung mit dem städtischen Immobilien-Verwalter KOE, der auch den Großteil der Sportplätze und -hallen in der Hansestadt verwaltet. „Wir haben definitiv ein Problem, was die künftige Heimat der Griffins angeht“, räumt auch Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke). Der Oberbürgermeister-Kandidat seiner Partei sagt: „Derzeit gibt es Überlegungen, dass die Footballer den Sportplatz am Fritz-Tiddelfitz-Weg in Bramow als Trainingsstätte nutzen können.“ Putzier kannte diesen Vorschlag noch nicht, will sich deshalb auch nicht äußern. Aber auch der Senator schränkt ein: „Dieser Sportplatz ist wirklich nur für das Training geeignet. Punktspiele mit Zuschauern – das geht dort nicht.“ Die Anlage liege schließlich mitten in einem Wohngebiet.

Neues Stadion für Rostock?

Das Leichtathletikstadion mit seinen mehr als 2000 Zuschauerplätzen sei aber auch keine Dauerlösung, heißt es seitens der Stadt und des KOE. Die Anlage sei schließlich für den Leistungssport der Läufer, Hoch- und Weitspringer gedacht. Und nach Heimspielen der Griffins muss der Rasen tageweise gesperrt werden, damit er sich regenerieren kann. „Wir fühlen uns dort sehr wohl, sind uns mit den Leichtathleten auch wirklich grün“, so Jens Putzier. Er weiß aber, dass er und seine Sportler auch Einschränkungen für andere mit sich bringen. „Wenn wir uns etwas wünschen dürften, dann wäre das eine eigene Sportanlage, auf der wir spielen und trainieren können.“ Ein eigenes Stadion.

Denn die Zuschauerzahlen bei den Griffins steigen von Saison zu Saison. Ein Mal pro Jahr tragen die Footballer deshalb bereits eines der sieben bis acht Heimspiele im Ostseestadion aus. Bei der Premiere kamen 4500 Zuschauer. „Wir gehören in unserem Sport zu den Top 25 in Deutschland.“ Überlegungen für einen Stadion-Neubau gäbe es schon seit Jahren. Getan hat sich nichts. Und dabei wird es wohl auch bleiben: Für die Jahre 2019 und 2020 plant die Stadt mit den Greifen im Leichtathletikstadion. Wie es danach weitergeht, ist offen. Sagt jedenfalls der Sportsenator. „Ein eigenes Stadion für die Griffins zu bauen – das sehen wir derzeit nicht.“ Die Stadt wollte den Greifen das Volksstadion anbieten. Aber das gehört dem FC Hansa. Und der braucht es selbst.

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