DSC_9093 Daniel Fastenau (li) erzielte für den Delmenhorster TB satte 39 Treffer. © Ingo Moellers
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Rückblick: Die 1. Kreisklasse Oldenburg/Delmenhorst

Während der Meister Delmenhorster TB jedes Rückrundenspiel gewann, steigt die U23 des SV Atlas als Dritter ebenfalls auf

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Nach einer Saison mit vielen Wendungen haben sich in der 1. Kreisklasse zwei Mannschaften durchgesetzt, die eine Etage höher sicher eine gute Rolle spielen können. Sowohl Meister Delmenhorster TB als auch Mitaufsteiger SV Atlas U23 sind fast logische Fußball-Kreisligisten, zumal sie im Vorjahr als Dritter und Vierter nur knapp gescheitert waren. Die damaligen Aufsteiger TSV Ippener und FC Huntlosen waren in der abgelaufenen Saison als Sechster und Fünfter eine Bereicherung für die Kreisliga, zumindest die Atlas-Reserve peilt eine ähnliche Entwicklung an. Fast wäre sogar noch der TuS Hasbergen aufgestiegen. Dazu hätte es am letzten Spieltag der Bezirksliga eines Sieges des VfL Stenum in Rastede bedurft, der den FC Hude (oder Tur Abdin, je nach Bezirkssportgerichtsurteil) in der Klasse gehalten und einen Platz in der Kreisliga freigemacht hätte.

Aber vielleicht können die Hasberger ein ähnliches Resümee ziehen, wie es DTB-Trainer André Tiedemann nach vollbrachter Meisterschaft tat: „Vor einem Jahr wäre der Aufstieg für uns noch zu früh gekommen, erst jetzt sind wir bereit.“ Damals unterlag der Turnerbund im vorletzten Spiel dem FC Huntlosen nach dramatischem Verlauf noch mit 2:3 und verspielte dadurch den einige Wochen zuvor sicher geglaubten Aufstieg. 2017 ließen die Grün-Weißen einer guten Hinrunde – Platz zwei hinter TSV Ganderkesees U23 – eine phänomenale Rückrunde folgen, in der sie alle 14 Partien auf überzeugende Art und Weise mit insgesamt 61:14 Toren gewannen.

Die Zweitvertretung des SV Atlas Delmenhorst verfolgte ein ähnliches Rezept: Auch bei den Blau-Gelben verlief die erste Saisonhälfte teilweise etwas holprig, das belegen Auswärtspleiten in Ganderkesee und beim SV Tungeln sowie die Doppelklatsche gegen den Meister (0:3 und 0:4). Das Rückspiel gegen den DTB fand noch im Dezember bei Schnee und Eis statt, 2017 startete die Landesligareserve mit dem Trainergespann Steven Herrmann/Sven Schlundt durch und feierte nach zehn Siegen in Folge den Aufstieg. Die Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft funktionierte gut, sodass die Blau-Gelben regelmäßig punktuell Verstärkungen aus dem Landesligakader bekamen. Der Kern der zweiten Mannschaft blieb jedoch immer zusammen.

Im Gegensatz zur Atlas-Reserve zeichnete sich frühzeitig ab, dass der TSV Ganderkesee mit seiner zweiten Mannschaft kein Aufstiegsrecht erhalten würde. Umso bemerkenswerter ist das Durchhaltevermögen des Teams von Andreas Dietrich, das am Ende sogar noch die Vizemeisterschaft verbuchen konnte. Beim TuS Hasbergen fehlte nach starker Hinrunde der lange Atem, das junge Team von Tim Müller und Andreas Lersch verlor nach der Winterpause 14 Punkte auf den DTB und sieben auf Atlas. In der kommenden Saison ist dem TuS mehr zuzutrauen, zumal die Kreisligaabsteiger KSV Hicretspor und VfL Wildeshausen U23 keine Überflieger sein dürften.

Das eigentliche Saisonziel („Platz eins in der Fairnesstabelle“) haben die Hasberger als Vorletzter überaus deutlich verfehlt, wobei die Mannschaft vor einem Jahr sogar Letzter in dieser Kategorie war. Allerdings hat die Liga in puncto Fairness auch deutlich zugelegt, so hat sich Hasbergens Fairnesskoeffizient von 4,14 auf 2,85 gesteigert. Statt 77 Platzverweisen in der Vorsaison gab es ligaweit nur noch 35 zu beklagen, die Anzahl der Rotsünder wurde somit mehr als halbiert. Als fairste Mannschaft geht der TV Falkenburg in die Wertung ein, gefolgt vom nie aufgebenden Absteiger SF Littel. Wobei Florian Tensing von den Sportfreunden mit zwei Ampelkarten der einzige Akteur war, der doppelt vom Platz flog. Letzter im Fairnessranking wurde der SC Colnrade, woran Eike Westphale mit dem Spitzenwert von elf Gelben Karten seinen Anteil hatte.

Die Unfairness-Laterne war allerdings lange in der Hand des Bookholzberger TB, der schließlich seine Mannschaft zurückzog. Gleiches hatte zuvor schon – ebenfalls wegen großer Personalsorgen – der Harpstedter TB II durchziehen müssen. Die beiden Rückzüge führten zu der kuriosen Situation, dass die U23 von Atlas durch die Entwertung der Siege gegen Harpstedt II und den BTB dreimal die 100-Tore-Schallmauer durchbrach. Am Ende wurden es doch wieder 114 Treffer, dem DTB gelangen sogar 120. Ein Drittel davon – genau 39 – entfielen auf Torschützenkönig Daniel Fastenau, der einen Fünferpack (beim 11:0 in Littel) und drei Viererpacks feierte. Ebenfalls fünf Treffer in einem Spiel gelangen dem etatmäßigen Verteidiger Benjamin Westermann vom FC Hude II beim 8:2 gegen den SC Colnrade, Ganderkesees Nils Stolz war mit acht Strafstoßtoren der ungekrönte Elfmeterkönig.

Fleißigster Schiedsrichter war Uwe Hense mit zwölf Einsätzen, wobei der sonst als streng geltende Unparteiische nur einen Platzverweis und keinen Elfmeter aussprach. Conrad Ammermann (elf Spiele) sowie Markus Deitenbeck und Carsten Radtke (je zehn) leiteten ebenfalls eine zweistellige Anzahl an Partien. Fast jede Partie lief relativ problemlos, die einzig auffällige war das Duell zwischen Hasbergen und Tungeln, bei dem Nail Kilic vier Spieler vom Platz stellte.

Region/Bremen Bezirk Weser-Ems 1.Kreisklasse Kreis Oldenburg-L./Delmenhorst Oldenburg-Land/Delmenhorst (Herren) Delmenhorster TB (Herren) SV Atlas Delmenhorst U23 (Herren) TSV Ganderkesee U23 (Herren) KSV Hicretspor Delmenhorst (Herren) VfL Wildeshausen U 23 (Herren) Harpstedter TB II (Herren) Bookholzberger TB (Herren)

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