EM 2000: Abel Xavier wehrte einen Ball mit der Hand ab – Zinédine Zidane jubelte. © imago/Sportbuzzer

Rückblick: Frankreich-Portugal bei der EM 2000 – Tragischer Abel Xavier, überragender Zizou

Frankreich und Portugal lieferten sich bereits zwei entscheidende EM-Duelle. Besonders spannend ging’s bei der Euro 2000 zu.

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Am Sonntag steigt im Stade de Fance von Saint-Denis zum Finale der Europameisterschaft 2016: Gastgeber Frankreich trifft auf Portugal. Ein Spiel mit einer gewissen Vorgeschichte. Denn die Portugiesen scheiterten bereits zweimal in wichtigen Euro-Spielen an den Franzosen. 1984 gewann die Équipe tricolore – ebenfalls bei einer Heim-EM – im Halbfinale in der Verlängerung mit 3:2. Den Siegtreffer erzielte Michel Platini in der 119. Minute. Kurz darauf holte Frankreich seinen ersten EM-Titel.

Mit einem Henry-Tor in die Verlängerung

Mindestens ebenso dramatisch ging es bei der EM 2000 zu. Bei dem Turnier in Belgien und den Niederlanden trafen die beiden Mannschaften ebenfalls im Halbfinale aufeinander. Durch Nuno Gomes gingen die Portugiesen in der 19. Minute in Führung: Ausgerechnet der Routinier und heutige Coach der Franzosen Didier Deschamps hatte den Ball vor dem eigenen Strafraum verdaddelt. In der Folge bestürmten die Franzosen wütend das Tor der Selecção – und wurden in der 51. Minute durch den Ausgleich des 22-jährigen Thierry Henry belohnt. Dabei blieb es bis in die Verlängerung.

In dieser wurde dann auf portugiesischer Seite der später noch für Hannover 96 in der Bundesliga kickende Verteidiger Abel Xavier zur tragischen Figur. Zunächst hatte er per Kopfball die riesige Chance zum Golden Goal. Frankreichs Keeper Fabien Barthez lenkte die Kugel allerdings mit einem Sensationsreflex über die Latte.

Handspiel: Elfmeter für Frankreich

Nur kurz darauf, die Spielzeit neigte sich bereits dem Ende entgegen und das Elfmeterschießen war nicht mehr fern, blockte Abel Xavier einen Schuss von Sylvain Wiltord im eigenen Strafraum mit der linken Hand. Bis heute gehen die Meinungen auseinander, ob er aus der kurzen Distanz überhaupt eine Möglichkeit gehabt hätte, die Hand wegzuziehen – oder ob er einfach eine einwandfreie Glanzparade hinlegte. Fakt ist jedenfalls: Den scharf auf den kurzen Pfosten getretenen Ball hätten auch viele Keeper nicht bekommen!

Der österreichische Schiedsrichter Günter Benkö entschied jedenfalls auf Handspiel und Elfmeter. Eine rote Karte, die Abel Xavier wegen des Verhinderns einer klaren Torchance eigentlich hätte bekommen müssen, sparte er sich allerdings. Einen Platzverweis gab's dennoch: Nuno Gomes flog wegen Motzens vom Platz. Dann war es an Frankreichs Superstar Zinedine Zidane, den Matchball zu verwandeln. Sollte er treffen, wäre Frankreich im Finale. Später erinnerte sich Zidane: "Für mich war es unglaublich schwierig, den Elfmeter zu schießen, nachdem vorher minutenlang diskutiert wurde."

Er machte ihn dann dennoch eiskalt, mit einem satten Schuss in den linken Giebel. Vier Tage später besiegte Frankreich im Finale auch Italien – und gewann den zweiten EM-Titel.

Hier die Highlights des Spiels in einem französischen Filmbeitrag:

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