09. April 2018 / 22:24 Uhr

Rückschlag im Königsklassen-Kampf: Bayer ballert RB Leipzig aus dem eigenen Stadion

Rückschlag im Königsklassen-Kampf: Bayer ballert RB Leipzig aus dem eigenen Stadion

Anne Grimm
Dayot Upamecano (RB #5), Julian Brandt (Bayer #10), Willi Orban (RB #4) (l-r) beim Spiel RasenBallsport Leipzig (RB) vs Bayer 04 Leverkusen, Fussball, 1.Liga, 09.04.2018
War an diesem Abend von der RB-Verteidigung nicht zu halten: Leverkusens Nationalspieler Julian Brandt. © Christian Modla
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Nach einer 1:0-Führung kassiert RB Leipzig in der zweiten Halbzeit gegen Bayer Leverkusen eine deftige Klatsche im heimischen Stadion. Der angekündigte Boykott der RB-Fans ist daran nicht schuld, denn er fällt fast gar nicht auf.

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Leipzig. Die Erfolgsserie von sieben Spielen ohne Niederlage ist bei RB Leipzig ausgerechnet gegen den direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen gerissen. Am Montagabend kassiert das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl eine deftige 1:4 (1:1)-Heimpleite und damit die zweithöchste Niederlage der Saison. Die Gäste aus Leverkusen ziehen in der Tabelle vorbei auf Champions-League-Platz vier. RBL rutscht auf Rang sechs ab und hat nun zwei Zähler Rückstand auf die Königsklasse.

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Dabei gehen die Hausherren vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw in einer ansehnlichen Partie dank Marcel Sabitzer nach 17 Minuten in Führung. Leverkusens Kai Havertz trifft kurz vor dem Pausenpfiff zum 1:1. Julian Brandt erhöht für die Gäste zu Beginn des zweiten Durchgangs auf 2:1 (51.), Panagiotis Retsos nur fünf Minuten später auf 3:1. Von dem Schock kann sich RB nicht mehr erholen. Kevin Volland sorgt mit dem 4:1 für die endgültige Entscheidung und die höchste RB-Heimniederlage in dieser Saison.

RB-Coach  Hasenhüttl gab unumwunden zu: „Ohne drum herum zu reden – wir haben heute verdient verloren. Wir waren oft unter Druck, gegen einen sehr beweglichen und dynamischen Gegner. In der Halbzeit war die Frage, ob ich defensiv wechsle oder so weiter und auf das zweite Tor spiele. Wofür wir uns entschieden haben, hat man gesehen. Ob es der richtige Weg war, ist im Nachhinein schwer zu beurteilen. Ein langer Ball und eine Standardsituation die wir schlecht verteidigen, haben dazu geführt, dass das Spiel dann entschieden war.“

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich meinte: „Ich bin sehr glücklich, dass wir hier gewonnen haben und dann auch noch in der Höhe. Wir sind folgerichtig in Rückstand geraten, haben dann aber weiter Fußball gespielt und der Ausgleich war verdient. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft wie entfesselt gespielt.“

Boykott ohne Wirkung

Vom angekündigten Stimmungsboykott gegen das zweite Leipziger Montagsspiel der Saison ist nur wenig zu spüren. Ein Teil des Fanblocks bleibt zwar ruhig, doch der Großteil der 35.617 RB-Anhänger singt in gewohnter Manier. Fünf Änderungen nimmt Coach Hasenhüttl im Vergleich zum Spiel gegen Marseille vor. Neu in der Startelf sind Willi Orban, Kevin Kampl, Bernardo, Yussuf Poulsen und Marcel Sabitzer. Weil Lukas Klostermann rechtzeitig fit geworden ist, spielt RB im gewohnten 4-2-2-2-System.

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Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi ist schon nach drei Minuten gefordert, pariert einen Kopfball von Julian Baumgartlinger. Die Gäste aus Leverkusen starten deutlich druckvoller ins Spiel. Die beiden jüngsten Teams der Bundesliga geben Gas, führen viele Zweikämpfe. Beim Gastgeber scheitert Werner nach einem Konter zunächst am Fuß des Bayer-Verteidigers Tah.

Als die Fans gerade so richtig in Fahrt sind, trifft Sabitzer zur Führung. Poulsen legt per Kopf auf den österreichischen Nationalspieler ab. Der zieht aus etwas mehr als 20 Metern volley flach ins linke Eck ab. Bayers Keeper Leno streckt sich vergeblich.

Rückschlag mit dem Pausenpfiff

Heiko Herrlich muss früh wechseln. Sven Bender verlässt verletzt den Rasen, für ihn kommt Panagiotis Retsos. Glück für die Hausherren, das Julian Brandt nach 25 Minuten frei vorm RB-Tor am Ball vorbei rutscht. Nach einer halben Stunde brennt es erneut vorm Kasten des Gastgebers, Gulacsi gewinnt im Eins zu Eins. Die Leipziger lassen sich zu oft in der eigenen Hälfte einschnüren.

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In den Minuten vor der Pause sorgt RB wieder für mehr Entlastung der eigenen Defensive. Keita hat nach einem Konter das 2:0 auf dem Fuß. Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff gelingt den Gästen noch der Ausgleich. Einen perfekten Konter schließ Kai Havertz eiskalt ab. „Es schmerzt, dass noch das blöde 1:1 gefallen ist“, sagt der verletzte Konrad Laimer in der Pause bei Stadionsprecher Tim Thoelke. Dass er diese Saison nach seinem Muskelriss wieder zurückkommt, wird knapp, gibt der 20-Jährige zu.

Leverkusener Doppelpack schockt Leipzig

Im zweiten Durchgang geht es plötzlich ganz schnell: Nach einem langen Abstoß von Keeper Leno verlängert Volland auf Brandt, der zieht aus 20 Metern unhaltbar ins rechte Eck ab (51.). Nur fünf Minuten später erhöht Retsos auf 3:1. Nach einer Ecke verlängert Upamecano unglücklich auf den Leverkusener Verteidiger, der staubt mit einem Flachschuss ab. Doch es kommt noch schlimmer. Volland trifft in der 68. Minute zum 4:1.

Nun ist es wirklich leise im Leipziger Stadion. Zu allem Überdruss verletzt sich Naby Keita in der 75. Minute beim Zusammenstoß mit Bayer-Keeper und muss ausgewechselt werden. Orban verhindert in der Nachspielzeit noch das fünfte Gegentor. Ein gebrauchter Abend für RBL.

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Statistik

RBL: Gulacsi - Klostermann, Orban (C), Upamecano, Bernardo - Kampl, Keita (76. Ilsanker) - Sabitzer, Forsberg - Poulsen, Werner (69. Lookman)

B04: Leno - L. Bender (C, 68. Jedvaj), S. Bender (18. Retsos), Tah, Wendell (63. Henrichs) - Baumgartlinger, Aranguiz - Brandt, Havertz, Bailey - Volland

Tore: 1:0 Sabitzer (17.), 1:1 Havertz (45.) 1:2 Brandt (51.), 1:3 Retsos (56.), 1:4 Volland (68.)

Zuschauer: 35.617

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