Daumen hoch: Antonio Rüdiger fühlt sich in London richtig wohl. Daumen hoch: Antonio Rüdiger fühlt sich in London richtig wohl. © imago
Daumen hoch: Antonio Rüdiger fühlt sich in London richtig wohl.

Rüdiger im Interview: „Ich renne nicht vor irgendwas weg“

Im Sommer ist Antonio Rüdiger von AS Rom zum FC Chelsea gewechselt. Für ihn ging ein Traum in Erfüllung. Im nächsten Jahr will sich er sich mit der deutschen Nationalelf den nächsten Traum erfüllen.

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Antonio Rüdiger fühlt sich angekommen in London. Die berühmte englische Härte komme ihm entgegen, sagt der deutsche Verteidiger von Fußball-Meister FC Chelsea im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der 24-Jährige erzählt von Treffen mit anderen deutschen Profis in London, Erfahrungen mit Rassismus in der Serie A und den Zielen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland.

Wie fällt ihr Zwischenfazit nach einem halben Jahr beim FC Chelsea aus?

Ich bin glücklich, wie ich in der Liga angekommen bin. Für mich war das sehr, sehr wichtig. Das ist natürlich auch wieder ein Riesenschritt. Es ist ein komplett anderer Fußball als in Italien. Ich denke aber, ich habe mich da bisher gut geschlagen.

Die Unterschiede zwischen England und Italien

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Unterschiede zwischen dem englischen Fußball und dem italienischen?

In Italien ist das Spiel durch mehr Kontakte geprägt, was aber definitiv nicht heißt, dass die Qualität dort schlecht ist. Jeder kennt die Premier League, in England ist es physisch noch mal eine andere Nummer. Mein Spiel ist auch von der Physis geprägt, das kam mir also entgegen.

Zum Ende des Jahres ist die Belastung besonders hoch. Wie stehen Sie dazu, dass in England über die Feiertage gespielt wird?

Das ist das erste Jahr, in dem ich das erlebe. Für mich ist das eine neue Erfahrung. Das ist bestimmt nicht einfach. Aber da muss man durch.

Neben Ihnen spielen noch mehrere deutsche Profis in der Premier League, darunter zum Beispiel Mesut Özil und Shkodran Mustafi in London, wie oft sehen Sie sich untereinander?

Das ist schwierig. Jeder von uns hat einen straffen Plan. Jeder tanzt auf mehreren Hochzeiten. Aber Mesut und Leroy (Sané, Manchester City) sehe ich schon ab und zu.

Özil bei Arsenal, Sie bei Chelsea, geht der Konkurrenzkampf dann verbal weiter?

Rüdiger über das Thema Rassismus

Sie haben öffentlich über Erlebnisse mit Rassismus im italienischen Fußball gesprochen. War das einer der Gründe, warum Sie aus Italien weggegangen sind?

Ich renne nicht vor irgendwas weg. Das möchte ich klarstellen. Ich bin nicht vor dem Rassismus abgehauen. Ich bin gegangen, weil ich mir den Traum erfüllen wollte, in der Premier League zu spielen. Wer mich gut kennt, weiß, dass ich mich in Italien zu 100 Prozent wohlgefühlt habe. Ich respektiere das Land, ich respektiere die Menschen. Ich hab mich auch in Rom sehr wohlgefühlt.

Wie ist aus Ihrer Sicht die Lage in Sachen Rassismus im englischen Fußball?

Das ist hier nicht so ein Thema, denke ich. Ich will aber auch klarstellen: Nicht jeder in Italien ist rassistisch. Idioten gibt es überall. Schade, dass es sie gibt. Aber deshalb müssen wir es eben besser machen.

Wie beurteilen Sie den Einsatz der Verbände und Ligen gegen Rassismus? Wird da genug getan?

Das zu bewerten ist nicht mein Job. Ich bin Fußballer und ich spiele gern mit Profis aller Hautfarben und Nationalitäten. Fußball sollte uns eigentlich verbinden. Aber ich kann denen nicht sagen, was sie zu tun haben.

Zur Person

Antonio Rüdiger (24), geboren in Berlin, begann seine Profi-Karriere beim VfB Stuttgart. Von dort wechselte der Verteidiger 2015 zur AS Rom nach Italien und anschließend nach London. Nachdem er zuvor die Jugendnationalmannschaften des DFB durchlaufen hatte, debütierte Rüdiger am 13. Mai 2014 gegen Polen im A-Team von Joachim Löw.

Im nächsten Jahr steht die Weltmeisterschaft an. Wie groß ist Ihre Vorfreude und wie optimistisch sind Sie, dass Bundestrainer Joachim Löw Sie mit nach Russland nimmt?

Das ist ein großes Turnier, von dem jeder Spieler träumt. Wenn ich dabei wäre, wäre es meine erste WM. Die Vorfreude ist natürlich groß, aber wichtig ist mir erstmal, dass ich gesund bleibe und viele Spiele mache. Dann kommt die WM-Vorbereitung. Ob ich dann dabei bin, wird man sehen.

Wie sehen Sie die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung?

Wir haben viele gute Innenverteidiger. Das wird also spannend.

Diese Deutschen spielten schon beim FC Chelsea

Wäre die Außenverteidiger-Position für Sie auch eine Option?

Mir egal wo. Das spielt für mich überhaupt keine Rolle.

Sie haben mit dem Erfolg beim Confederations Cup in diesem Jahr schon einen Vorgeschmack bekommen. Wie war ihr Eindruck?

Das war gut. Die Stimmung war gut. Dem Bundestrainer gelingt eine optimale Mischung zwischen Konzentration und Spaß. Ich finde, Spaß gehört auch dazu. Aber wir sind natürlich vor allem dort gewesen, um das Ding zu gewinnen. Man kann ja nicht hinfahren und nur das Halbfinale anpeilen, vor allem nicht eine Mannschaft wie Deutschland.

Das heißt, auch im nächsten Jahr ist nur der Titel das Ziel?

Na klar. Um was anderes geht es ja nicht. Wir haben die Qualität dazu. Es ist also realistisch zu sagen, dass wir Weltmeister werden können. Aber einfach wird es nicht.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zum Bundestrainer beschreiben?

Es ist wirklich ein sehr gutes Verhältnis mit gegenseitigem Respekt. Ich schätze ihn sehr, denn er ist einer der Menschen, die Anteil daran haben, dass ich es soweit geschafft habe.

Verfolgen Sie noch, was in der Bundesliga passiert?

Nur ab und zu über meine Fußball-App. Meistens bekomme ich nur die Ergebnisse mit.

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