02. Februar 2018 / 14:55 Uhr

Rundumschlag von RB-Sportdirektor Rangnick: Kritik an Scouting und Nachwuchsarbeit

Rundumschlag von RB-Sportdirektor Rangnick: Kritik an Scouting und Nachwuchsarbeit

Anne Grimm
RB-Sportdirektor Ralf Rangnick möchte umfassende Veränderungen im Scoutingbereich sowie in der Organisation der Nachwucharbeit vornehmen. 
RB-Sportdirektor Ralf Rangnick möchte umfassende Veränderungen im Scoutingbereich sowie in der Organisation der Nachwucharbeit vornehmen.  © Imago
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RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick fordert nach der wenig erfolgreichen Transferperiode gravierende Veränderungen in der Scoutingabteilung des Vereins. Auch, weil aus dem eigenen Nachwuchs keine Alternativen für den Profikader vorhanden sind.

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Leipzig. Deutliche Worte nach einer verkorksten Wintertransferperiode bei RB Leipzig. Sportdirektor Ralf Rangnick sagte am Freitag: „Für die nächsten Sommertransferperioden werden wir uns so aufstellen, dass wir jeden Spieler auf der ganzen Welt kennen. In Deutschland, in Europa, auch in China und Japan. Scheiß egal… So wollen wir uns aufstellen.“ Denn die langfristigen Ausfälle von Emil Forsberg und Marcel Halstenberg haben RB Leipzig unerwartet und unvorbereitet getroffen.

Vor allem auf der linken Verteidigerposition blieb dem Vizemeister nach dem Kreuzbandriss von Halstenberg nur eine Woche Zeit – ein Ersatz wurde nicht gefunden. „Ich kann mit diesem Umstand nur schwer leben. Ich erwarte von uns, dass wir da Lösungen auf dem Papier haben. Das haben wir nicht geschafft. Die Veränderungen die wir vornehmen werden, sind deshalb im Scouting dringend notwendig“, kündigte der 59-Jährige mit Nachdruck an.

„Schlechteste U19 der letzten sechs Jahre“

Enttäuscht ist der Sportdirektor auch darüber, dass nach den Ausfällen im Profikader keine Alternativen aus dem eigenen Nachwuchs zur Verfügung stehen. „Natürlich würden wir uns wünschen, dass wir in so einer Notsituation, in die wir ja nicht planmäßig geraten sind, ein oder zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs nachschieben könnten. Das können wir nicht. Das müssen wir selbstkritisch eingestehen. Wir haben die U23 abgemeldet mit der Vorgabe, dass die U19 brutal aufgewertet wird. Aber wir müssen im Moment konstatieren, dass wir die schlechteste U19 der letzten sechs Jahre haben“, meinte Rangnick.

Mehr zu RB Leipzig verpflichtet Ademola Lookman

Deshalb will sich der 59-Jährige im Verein künftig selbst stärker in die Auswahl der jungen Spieler ab 15 Jahren einbringen. „Ich lasse nichts auf die einzelnen Personen, die bei uns arbeiten kommen. Ich sehe es auch als normal an. Das da auch strukturell und personell nicht alle Abteilungen Schritt halten können. Wir brauchen Spieler, die möglichst Champions League Niveau haben. Aber wir werden darauf sehr intensiv reagieren.“ Vor allem soll die Scoutingabteilung international breiter aufgestellt werden.

Immerhin konnte Rangnick den 20-jährigen Ademola Lookman, wenn auch nur vom FC Everton geliehen, als Forberg-Ersatz in letzter Sekunde nach Leipzig locken. Seit zweieinhalb Jahren hatte der Sportdirektor den beidfüßigen Offensivspieler schon im Blick. Coach Ralph Hasenhüttl meint: „Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich eine Alternative habe. Wenn er uns schon hilft, nur ein, zwei Spiele zu gewinnen, hat es sich gelohnt.“ Lookman selbst grinste am Freitag und sagte wenige Stunden vor der Partie in Gladbach: „Ich bin bereit, um zu spielen.“ Der RB-Fußball sei genau sein Ding, „weil ich selbst gern attackiere und nach vorne spiele.“

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