14. Juni 2018 / 18:55 Uhr

Russland gewinnt WM-Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien souverän

Russland gewinnt WM-Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien souverän

Redaktion Sportbuzzer
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Freude und Erleichterung pur! Russlands Nationalspieler bejubeln das frühe 1:0 im WM-Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien.
Freude und Erleichterung pur! Russlands Nationalspieler bejubeln das frühe 1:0 im WM-Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien. © imago/ULMER Pressebildagentur
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Das war der WM-Start, auf den ganz Russland gehofft hatte. Gegen die fußballerisch überforderten Saudis gewinnt der Gastgeber vor den Augen von Präsident Wladimir Putin. Der Auftaktsieg zerstreut vorerst die Zweifel. Doch der Gegner war kein Gradmesser.

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Traumstart für Russland, Jubel bei Wladimir Putin: Entgegen der schlimmsten Befürchtungen hat der fußballerisch zuletzt limitierte Gastgeber die 21. Weltmeisterschaft mit einem 5:0 (2:0)-Kantersieg über ein ganz schwaches Saudi-Arabien eröffnet. Die Fans im Riesenreich konnten am Donnerstag kollektiv aufatmen und feierten ihr oft hart kritisiertes Team mit Sprechchören: „Malatzi, Malatzi“ – auf Deutsch: „Ihr Prachtkerle“.

Der erste Länderspielerfolg nach 240 Tagen und der höchste Sieg in einem WM-Eröffnungsspiel seit Italiens 7:1 gegen die USA vor 84 Jahren lässt das Team von Trainer Stanislaw Tschertschessow auf den erstmaligen Einzug einer russischen Mannschaft ins WM-Achtelfinale hoffen – und machte auch den russischen Präsidenten in der Ehrenloge richtig glücklich. „Wir haben ein gutes Trainingslager in Österreich gemacht. Wir haben gezielt auf diesen Tag hingearbeitet. Deshalb haben wir auch in den Freundschaftsspielen nicht immer gewonnen, weil unser Fokus immer auf diesem Tag lag. Wichtig ist nämlich das erste Spiel – und die Begeisterung ist jetzt da“, sagte Russlands Coach Tschertschessow der ARD.

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Yuri Gazinskiy (12. Minute), Denis Cheryshev (43./90.+1), Artem Dsyuba (71.) und Alexandr Golovin (90.+4) besiegelten vor 78.011 Zuschauern und Millionen Fans an den Bildschirmen im Duell der zwei in der Weltrangliste am schlechtesten notierten WM-Teilnehmer den so sehnlich erhofften Auftaktsieg der „Sbornaja“. In der Ehrenloge goutierte Kremlchef Putin den Erfolg mit einem Lächeln, nachdem er die WM mit einer Rede eröffnet und von einem „Feiertag des Weltsports“ gesprochen hatte.

Rossija, Rossija! Lautstark hallten die Russland-Rufe der erwartungsfrohen, aber auch sorgenvollen Fans durch das riesige Luschniki-Stadion. Der Druck auf Stürmerstar Fedor Smolov und seine Kollegen war förmlich greifbar. Nur keine Pleite zum Auftakt. Die erste Erlösung folgte schnell. Alexandr Golovin flankte auf Gazinskiy. Der Blondschopf köpfte zur Führung ein.

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Der erste Versuch gleich ein Treffer: Das war bei einer WM zuletzt Deutschland 2006 durch Philipp Lahm beim 4:2 gegen Costa Rica geglückt, twitterte Opta. In der Präsidentenloge reichte Putin mit einem breiten Grinsen dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman die Hand.

Das Tor brachte Ruhe ins Spiel, fast zu viel Ruhe. Denn die „Sbornaja“ schnaufte erst mal durch. Dass dies gegen die Saudis gefährlich sein kann, hatte schon die deutsche Elf im mauen Test in Leverkusen (2:1) vergangene Woche erfahren müssen. Einen schnellen Vorstoß über Jassir al-Shahrani konnte Topstürmer Mohammed al-Sahlawi (21.) aber nicht nutzen.

Bitter endete das Spiel für Alan Dzagoev schon nach 24 Minuten. Einen Sprint musste er abbrechen, der Griff an die Rückseite des linken Oberschenkels verhieß nichts Gutes – möglicherweise schon das WM-Aus für das schlampige Genie der Russen? Dzagoev verließ das Feld mit Tränen in den Augen.

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Tschertschessow brachte nicht einen der Miranchuk-Zwillinge, sondern Cheryshev. Was für ein Glücksgriff. Der Spanien-Legionär legte mit einer Körpertäuschung die große Schwäche der saudischen Defensive offen. Zwei Verteidiger rutschten ins Leere – Cheryshev donnerte den Ball zum ersten Joker-Treffer eines WM-Eröffnungsspiels ins Tor. Tschertschessow nahm auch das zweite Tor erstaunlich gelassen zur Kenntnis.

Das änderte sich beim 3:0. Als Dsyuba in der zweiten Halbzeit nahezu unbedrängt einköpfen konnte, war auch der ehemalige Dresden-Torwart emotional und ballte die Fäuste. Zuvor hatte die „Sbornaja“ in den Sicherheitsmodus geschaltet und auf Konter gelauert. Saudi-Arabien hatte keine fußballerischen Mittel, die Niederlage zu verhindern. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit legten Cheryshev mit einem traumhaften Schlenzer und Golovin per Freistoß noch mal nach.

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