27. Oktober 2018 / 15:30 Uhr

Sachsens Fußball-Verband zieht in Dresden eine positive Bilanz - SFV-Chef Winkler wiedergewählt

Sachsens Fußball-Verband zieht in Dresden eine positive Bilanz - SFV-Chef Winkler wiedergewählt

Jochen Leimert
Hermann Winkler (l.) bekam von Reinhard Grindel ein Trikot der Nationalelf geschenkt.
Hermann Winkler (l.) bekam von Reinhard Grindel ein Trikot der Nationalelf geschenkt. © Jochen Leimert
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Die verbesserte wirtschaftliche Lage ermöglicht dem Verband unter anderem Investitionen in die Infrastruktur.

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Dresden. Im Rudolf-Harbig-Stadion wurde am Sonnabend nicht Fußball gespielt - es wurde über Fußball beraten und Bilanz gezogen. Beim 7. Ordentlichen Verbandstag des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) bekamen die Anwesenden im VIP-Raum einige gute Neuigkeiten zu hören und zu lesen. So hat sich der größte Fachverband im Landessportbund Sachsen wirtschaftlich sehr gut entwickelt. In der vergangenen Wahlperiode stiegen die Einnahmen um 23,1 Prozent, während die Ausgaben nur um 11,7 Prozent wuchsen. 3,167 Millionen Euro nahm der SFV im letzten Jahr ein, 2,867 Millionen gab er aus. Seit 2014 wuchsen die Überschüsse deutlich: Waren es 2014 lediglich 6100 Euro, stehen 2017 rund 300 000 Euro zu Buche. Getragen wird der 155 900 Mitglieder starke Verband aber weiterhin stark durch Zuschüsse vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und vom Landessportbund Sachsen (LSB). Mit dem Geld ist der Verband offenbar gut umgegangen, denn das Präsidium wurde einstimmig für die Arbeit der letzten Jahre entlastet.

DURCHKLICKEN: Bilder vom 7. Verbandstag des Sächsischen Fußballverbandes in Dresden

DFB-Boss Reinhard Grindel hatte Hermann Winkler ein WM-Trikot als Geschenk mitgebracht. Zur Galerie
DFB-Boss Reinhard Grindel hatte Hermann Winkler ein WM-Trikot als Geschenk mitgebracht. ©
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Die verbesserte wirtschaftliche Lage ermöglicht dem Verband nun, Investitionen in der Sportschule Abtnaundorf anzugehen. Der SFV hofft, dass der Standort Leipzig bald auch Futsal-Stützpunkt des DFB wird. Investitionen in die Infrastruktur erhofft sich SFV-Präsident Hermann Winkler, der am Sonnabend mit nur einer Gegenstimme bei zwei Enthaltungen wiedergewählt wurde, besonders im Zuge der Vorbereitung der Euro 2024. “Das kann eine schöne Story für die jungen Talente werden”, sagte der Leipziger Europaabgeordnete im Hinblick auf die EM im eigenen Land. Er wünscht sich in sechs Jahren eine Stimmung, die zumindest etwas an die des Sommermärchens während der WM 2006 heranreicht: “Das zu kopieren, wird schwer.” Winkler hofft sehr, dass das Turnier und der Fußball an sich, den Kitt in der auseinanderdriftenden Gesellschaft wieder mehr festigt: “Wenn es uns gelingt, den Zusammenhalt wenigstens ein klein wenig zu stärken, dann ist viel gewonnen.”

Profis und Amateure müssen zusammenhalten

Unterstützung für Winklers Vorschlag nach einem neuen Goldenen Plan zur Verbesserung der Sport-Infrastruktur erhielt Sachsens alter und neuer Fußball-Boss von DFB-Präsident Reinhard Grindel: “Hermann Winkler hat ein Bundesprogramm gefordert. Das halte ich für richtig.” Der Dachverband werde die Basis aber auch selbst verstärkt fördern - vor allem auch bei der Trainerausbildung. Grindel erklärte, Profis und Amateure müssten zusammenhalten. Der Elitefußball brauche seine Basis, die Gesellschaft den Sport als integrative Kraft ersten Ranges: “Die Vereine sind in einer globalisierten Welt ein Stück Heimat.” Sein Ziel sei es, gerade bis zur Euro 2024 viele neue Kinder und Jugendliche in die Vereine zu holen. Fußball müsse die Sportart Nummer eins in Deutschland bleiben, so der als Gastredner angereiste Grindel.

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Bei Dresdens Sportbürgermeister Peter Lames findet der Vorstoß Winklers nach einem neuen Förderprogramm ebenfalls ein positives Echo. Man wandle in der Landeshauptstadt derzeit Tennenplätze in Kunstrasenplätze um, komme aber nicht nach: “Da der Bedarf bei weitem größer ist, freuen wir uns über jedes Förderprogramm, das diesen Prozess beschleunigt.”

Thema Bürokratieabbau

Damit sich der Fußball in Sachsen weiter gut entwickelt, möchte Winkler auch das Thema Bürokratieabbau endlich angehen: “Wir reden seit Jahren drüber, viel passiert ist nicht.” Auch den Schwerpunkt Schiedsrichterausbildung möchte der SFV vorantreiben: “Wir haben rund 3000 Schiedsrichter, aber wir brauchen eigentlich 5000 bis 6000.” Winkler regte an, verstärkt in die Schulen zu gehen, um junge Schiedsrichter zu werben. Das Verständnis in der Bevölkerung für diese wichtige Tätigkeit müsse geschärft werden. Winkler appellierte auch daran, fremdenfeindliche und rassistische Tendenzen im sächsischen Fußball konsequent zu bekämpfen: “Rassismus hat in unseren Stadien nichts zu suchen.” Er forderte, dass Täter von der Justiz schnell zur Rechenschaft gezogen werden: “Diejenigen, die Mist bauen, müssen auch bestraft werden.”

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