simoncini Aldo Simoncini debütierte 2006 für San Marino - und absolvierte seither 55 Einsätze. © imago
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San-Marino-Torwart Simoncini: "Das 0:13 gegen Deutschland war ein Traum für mich"

Der Keeper erlebte einen Albtraum - und fand mühsam den Weg zurück ins Leben. 

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Sekundenschlaf, Aufprall, ans Bett gefesselt sein – ein Albtraum, der für Aldo Simoncini 2005 bittere Realität wurde. Der Fußballtorwart war damals, im Dezember, mit seinem Auto unterwegs, kam von einem Auswärtsspiel mit Riccione in der 4. Italienischen Liga. Während der Fahrt nickte er ein, prallte mit seinem Wagen gegen einen Baum. „Ich lag danach zwei Wochen auf der Intensivstation. Mein Hüftgürtel und mein linker Ellenbogen waren zerstört", sagte er später gegenüber torwart.de. Viereinhalb Monate konnte er nicht aufstehen, wusste nicht, ob er jemals wieder Fußball spielen kann, wurde operiert. Metall sollte seine Knochen stabilisieren. Und dann? Konnte er tatsächlich wieder spielen.

Simoncini kämpfte sich zurück. Und so stand er am 6. September 2006 wieder im Kasten – und machte sein erstes Pflichtspiel für sein Heimatland San Marino. 0:13 endete das EM-Qualifikationsspiel. Gegner damals wie auch am Samstagabend (20.45 Uhr, RTL) in der WM-Quali: Deutschland.

Simoncini: "Ich hätte durchaus sterben können"

„Ich hätte bei meinem Unfall durchaus sterben oder Langzeitschäden erleiden können und wäre somit nie wieder in der Lage gewesen, Fußball zu spielen", sagt der Mann, der aktuell für AC Libertas in San Marino spielt. "Ich habe es danach riskiert, alles zu verlieren, doch es zahlte sich alles aus. Und das Spiel gegen Deutschland war ein Traum für mich“, erzählte Simoncini gegenüber fussball.de weiter. In der Reha ging er oft über das Limit. Jetzt, Jahre später, bringt es der 30-Jährige auf mittlerweile 55 offizielle Einsätze für sein kleines Land, das eingebettet in Italien liegt.

In der aktuellen WM-Qualifikation absolvierte Simoncini alle fünf Partien – und steht dabei in der Schießbude Europas: Das Torverhältnis seines Teams, dem Tabellenletzten in der Gruppe C, lautet aktuell 1:23. Das Hinspiel gegen Deutschland endete 0:8. Deutschlands Thomas Müller danach über die San-Marino-Kicker, die auch Verpackungs-Spezialisten, Maler und eben Informatiker Simoncini in ihren Reihen haben: "Sie haben alles getan, was in ihren Mitteln möglich war. Aber mit professionellem Fußball hatte das nichts zu tun.“ Das brachte Alan Gasperoni, den Sprecher des Nationalen Olympischen Komitees San Marinos, auf die Palme. Everfasste ein offentliches Statement, schrieb unter anderem: „Es war nützlich, weil es gezeigt hat, dass ihr Deutschen euch nie ändern werdet und dass die Geschichte euch nicht gelehrt hat, dass 'Überheblichkeit' nicht immer die Garantie für den Erfolg ist.“

"Wir sind klein, aber wir sind stolz"

Vor dem heutigen Spiel ist Gasperoni auf Frieden aus: „Mit einem Handschlag auf dem Spielfeld klärt sich vieles.“ Er empfinde es als keine Beleidigung, wenn jemand San Marino als „Fußballzwerg“ bezeichne. „Es ist ja die Wahrheit, wir sind klein, aber wir sind stolz.“ Müllers Hand wird er nicht schütteln können – weil Bundestrainer Joachim Löw wieder mit seiner zusammengewürfelten Confed-Cup-Truppe antritt und auch Müller schon Sommerpause hat.

Dass es für Simoncini und seine Kollegen nur darum gehen wird, gegen Löws Perspektiv-Truppe so wenig Gegentore wie möglich zu kassieren, leuchtet ein. Simoncini geht es darum, "sein Land zu präsentieren". Das mache ihn stolz. Und den größten Sieg in seinem Leben als Fußballer hat er eh schon gelandet: indem er es zurück auf den Platz geschafft hat.

Deutschland (Herren)

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