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Sandhausen-Fan Pater Maurus Runge: "Ich bin der Twitter-Mönch der Fußball-Ökumene"

Marus Runge ist Mönch und Sandhausen-Fan. Im Interview berichtet er von seiner Leidenschaft – und empfiehlt den mitreisenden 96-Fans Feuerwurst und Dopsi.

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Pater Maurus, wie kommt ein Mönch zum Fußball?

Schon als Kind habe ich diese Leidenschaft entwickelt. Am Niederrhein geboren, hielt ich es zunächst mit der Borussia aus Mönchengladbach.

Das hat sich in der Zwischenzeit geändert?

Ich habe zwei Jahre in Bonn studiert, dort habe ich mein Herz an den 1. FC Köln verloren. Außerdem kam der damalige Kölner Torhüter Stefan Wessels immer wieder zu besinnlichen Tagen in unser Kloster. Dadurch entstand eine noch größere Bindung. Das nehmen mir alte Schulfreunde, die Gladbach-Fans sind, heute noch übel (lacht).

Sie kommen gerade aus Afrika wieder. Was war der Grund für Ihre dreiwöchige Reise?

Ich habe Tansania und Mosambik besucht. Dort habe ich mir die Gemeinschaften und unsere Projekte angeschaut.

Sie sind besonders auf Twitter sehr aktiv. Wie kam es dazu?

Ich bin für die Öffentlichkeitsarbeit unserer Abtei zuständig. Dadurch habe ich auch Twitter kennengelernt. Darüber bin ich mit Fans aller möglichen Vereine vernetzt. Viele von denen habe ich auch schon persönlich getroffen. Grundsätzlich habe ich so zu vielen Leuten Kontakt, die sonst nicht in die Nähe der Kirche gekommen wären.

Sie haben bei Twitter auch einen ganz besonderen Spitznamen. Verraten Sie ihn?

Ich bin sozusagen der Twitter-Mönch der Fußball-Ökumene (lacht).

Können Sie ein Vorbild sein für die moderne Kirche?

Ich denke, dass sich die Kommunikation verändern muss – weg von der Einbahnstraße. Auf Twitter gibt es seit 2014 zum Beispiel ein interessantes Projekt. Unter dem Hashtag „Twomplet“ treffen sich jeden Abend um 21 Uhr Menschen zum gemeinsamen Gebet.

Wie kamen Sie zum SV Sandhausen?

Im letzten Jahr erschien der SVS öfter auf meiner Twitter-Seite. Und zum Pokalachtelfinale gegen den FC Schalke 04 sind wir dann gemeinsam mit anderen Leuten zum Spiel nach Sandhausen gefahren.

Partywissen zum Saisonfinale von Hannover 96 beim SV Sandhausen.

Und da hat es Sie gepackt?

Mich ziehen die kleineren Vereine an. Außerdem sind wir in Sandhausen sehr nett empfangen worden. Das Drumherum hat mich begeistert. Dort gibt es kaum Kommerz. Ich habe mich im Hardtwaldstadion einfach auf Anhieb wohl gefühlt – und das trotz einer 1:4-Niederlage.

Können Sie etwas besonders empfehlen?

Die Feuerwurst ist ein absolutes Muss. Außerdem kann man sich dort im Vereinsheim auch als Gästefan nach dem Spiel noch gut aufhalten. Und mit Dopsi gibt es dort ein besonderes Getränk. Da ist allerdings Vorsicht geboten, denn es besteht aus Weinbrand und Cola.

Ist ihr Besuch des Spiels am Sonntag ein gutes Omen für Hannover 96?

(lacht) Ich hoffe nicht. Obwohl Sandhausen nach meinem Besuch zunächst viele Wochen nicht gewonnen hat. Es wurde schon von dem Mönchsfluch gesprochen.

Der erst gebrochen wurde, als Sie in Afrika waren?

Ja, genau. Das 4:0 gegen Karlsruhe hat den Bann gebrochen. Ich bin froh, dass es gegen 96 nicht noch gegen den Abstieg geht.

Wie lautet Ihr Tipp für das Spiel gegen Hannover?

Auch wenn ich mir einen Heimsieg wünsche, rechne ich mit einem 1:1.

Interview: Tobias Krause

  • Pater Maurus Runge ist 38 Jahre alt und Benediktinermönch in der Abtei Königsmünster Meschede im Sauerland, wo er auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Abtei zuständig. „Ich lebe mit ungefähr 45 Mitbrüdern im Kloster“, sagt Runge. Auch nach Hannover besteht eine Verbindung: „Wir haben in der List seit 1988 eine Niederlassung – die Cella Sankt Benedikt. Derzeit leben dort drei Brüder. Dort war ich schon einige Male zu Besuch.“ Bei einem Spiel der Roten war Pater Maurus allerdings noch nie. „Es gibt aber ein Foto mit mir vor dem Stadion“, sagt der Geistliche.
Hannover 96 (Herren) Fussball 2. Bundesliga Region/Hannover SV Sandhausen-Hannover 96 (21/05/2017 15:30)

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