12. Februar 2019 / 15:44 Uhr

Sandra Stolz und Kevin Blumenthal: Geschwisterliebe ruht für 90 Minuten

Sandra Stolz und Kevin Blumenthal: Geschwisterliebe ruht für 90 Minuten

Marius Böttcher
Kevin Blumenthal und Sandra Stolz standen vor der Partie für ein Foto parat und mussten sich prompt einige Sprüche gefallen lassen.
Kevin Blumenthal und Sandra Stolz standen vor der Partie für ein Foto parat und mussten sich prompt einige Sprüche gefallen lassen. © Stefan Peglow
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Alle Jahre wieder: Die Schiedsrichterin pfeift beim Testkick zwischen Pritzwalk und Neuruppin den jüngeren Bruder Kevin.

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Der 19. Mai 2018 wird Sandra Stolz wohl ewig in Erinnerung bleiben. Vor sage und schreibe 17 692 Zuschauern im Kölner Rheinenergie-Stadion leitete die Schiedsrichterin aus Pritzwalk das Endspiel um den DFB-Pokal der Frauen. Auch sonst liest sich die Vita der 36-Jährigen mit 51 Einsätzen in der Allianz Frauen-Bundesliga beeindruckend. „Das Pokalfinale war mein absolutes Highlight und wird auch durch nichts mehr getoppt werden. Das war immer mein großes Ziel, das habe ich gepackt“, blickt die Medizinische Fachangestellte, die im Kyritzer KMG Klinikum tätig ist, gerne zurück.

Doch auch am Wochenende wurde es besonders: Beim Testkick zwischen dem Landesligisten Pritzwalker FHV, bei dem Stolz auch Mitglied ist, und der Brandenburgliga-Elf vom MSV Neuruppin (0:2), traf sie, eine geborene Blumenthal, auf ihren jüngeren Bruder – wieder einmal. „So speziell war es gar nicht. Das kann daran liegen, dass es sich nur um ein Freundschaftsspiel handelte und es ja auch nicht das erste Mal war, dass ich als Schiedsrichterin bei einem Spiel von Kevin war“, erklärt die große Schwester.

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Kevin Blumenthal spielt seit 2015 in der Fontanestadt und ist im Team von Trainer Henry Bloch der Abwehrchef. Der 29-Jährige erinnert sich noch an das erste Aufeinandertreffen auf dem Fußballplatz: „Das war noch, als ich beim Malchower SV in der Oberliga gespielt habe. Da gab es tatsächlich knifflige Szenen, wo sich der Gegner dann auch beschwert hat, was nicht so schön war.“ Auch Sandra Stolz bestätigt: „Damals hatten wir sogar noch den gleichen Nachnamen, das war ziemlich auffällig. Im Endeffekt muss ich in den 90 Minuten aber die Neutralität wahren, da muss Kevin dann halt durch.“

So auch am letzten Sonnabend, als es bereits am Mittagstisch die ersten „Bestechungsversuche“ seitens des kleinen Bruders gab. „Wir haben uns vor dem Spiel bei Sandra getroffen und zusammen Nudeln gegessen, wie es vor einer Sporteinheit üblich ist. Dort habe ich scherzhaft betont, dass sie doch strittige Situationen bitte für mich pfeifen soll“, so „Blume“, der seiner Schwester bis auf eine Ausnahme ein gutes Spiel attestierte.

„In der zweiten Halbzeit hab ich ein Foul von ihm abgepfiffen und Freistoß für Pritzwalk gegeben. Das war eine klare Sache, auch wenn Kevin das nicht wahrhaben wollte. Wir haben die Situation schnell mit einem Augenzwinkern gelöst und im Nachgang habe ich ihm meine Sichtweise erklärt. Er war dann auch einsichtig“, schmunzelt die Unparteiische, die im Männerbereich Regionalliga-Einsätze vorweisen kann, nun aber nur noch bis zur Oberliga aktiv ist.

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„Ich bin sportlich auch weiterhin ambitioniert, mit dem Pokalfinale habe ich aber das Maximum erreicht. Ich genieße zudem jede freie Minute mit meiner Familie“, sagt Stolz, die mit ihrem Mann Andy, der ebenfalls für den FHV an der Pfeife aktiv ist, eine zweijährige Tochter namens Sophia hat. Diese muss laut der Mama aber nicht in die sportlichen Fußstapfen treten: „Bis es überhaupt soweit sein könnte, vergehen eh noch viele Jahre. Und zwingen werde ich sie zu nichts.“

Wie lange es dauert, bis sich das Geschwisterpaar Blumenthal wieder auf dem Fußballplatz begegnet, steht ebenfalls noch in den Sternen. Kevin hätte jedenfalls nichts dagegen: „Irgendwie ist es dann noch immer etwas Besonderes.“ Und dass die eigenen Kollegen oder der Gegner im Spaß von „Vetternwirtschaft“ sprechen, damit können beide mittlerweile auch gut umgehen.

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