07. November 2018 / 19:29 Uhr

SC-DHfK-Handballer Rojewski: „Karren jetzt richtig aus der Grube ziehen“

SC-DHfK-Handballer Rojewski: „Karren jetzt richtig aus der Grube ziehen“

Christian Dittmar
Andreas Rojewski: „Ich habe in zwei Wochen einen MRT-Termin, dann werden wir sehen, wie es insgesamt weitergeht.“
Andreas Rojewski im grünen Trikot des SC DHfK © Archiv
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Andreas Rojewski gab am Sonntag gegen Frisch Auf Göppingen sein Comeback im grün-weißen Trikot des SC DHfK Leipzig, gerade rechtzeitig, um seiner Mannschaft beim Erreichen eines sicheren Tabellenplatzes in der Bundesliga zu helfen.

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Leipzig. Am Sonntag stand SC-DHfK-Handballer Andreas Rojewski beim 29:25 gegen Göppingen erstmals nach sechs Monaten wieder auf der Platte – eine langwierige Knieverletzung hatte ihn zuvor außer Gefecht gesetzt. An diesem Sonntag (16 Uhr) folgt das nächste Heimspiel gegen Minden. Im Interview erklärt der 33-Jährige, wie es mit den Leipzigern nun bergauf gehen soll.

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Ivan Sliskovic (Goeppingen 19) gegen Raul Santos (DHfK 92) und Bastian Roscheck (DHfK 19) beim Spiel SC DHfK Leipzig vs Frisch Auf Göppingen / Goeppingen, Handball, 1.Liga, 04.11.18 Zur Galerie
Ivan Sliskovic (Goeppingen 19) gegen Raul Santos (DHfK 92) und Bastian Roscheck (DHfK 19) beim Spiel SC DHfK Leipzig vs Frisch Auf Göppingen / Goeppingen, Handball, 1.Liga, 04.11.18 © Christian Modla
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Wie empfanden Sie Ihr Comeback?
Ich hatte den Tag herbeigesehnt und konnte ein paar Minuten hineinschnuppern. Ich denke, darauf lässt sich aufbauen.

Vorher hatte Trainer André Haber gesagt, dass Sie noch nicht einsatzfähig sind. Wie kam es zu dieser Änderung?
Das lag daran, dass ich mir am Mittwochabend den Magen verstimmt hatte. Ich hatte keine angenehme Nacht, aber das war zum Glück nach einem Tag wieder gegessen und ich konnte am Freitag und Sonntag wieder trainieren.

Ihr Knie ist zu 100 Prozent belastbar?
Ich würde nicht spielen, wenn ich mich nicht stabil fühlen würde. Ich bin im Januar nach einer OP an dem Knie zu früh eingestiegen, weil Franz Semper und Gregor Remke verletzt ausfielen. Dadurch ist die Verletzung im Mai wieder aufgebrochen. Wir haben dann probiert, ob es konservativ funktioniert – das hat’s leider nicht. Nachdem im Sommer die gleiche Problematik wieder aufgetreten war, habe ich mir diesmal die Zeit genommen, alles ausheilen zu lassen.

Zuletzt hat der SC DHfK oft in der Schlussphase Spiele verloren. Lag das daran, dass hinten raus die Kraft gefehlt hat, weil ihr nicht so viel wechseln konntet?
Wie wichtig ein breiter Kader ist, weiß man. Gerade bei einer intensiven Spielweise wie bei uns in der Defensive, wo wir auch viel übers Tempo kommen wollen, ist es natürlich so, dass dann die Optionen schwinden. Da hilft jeder Spieler mit einer guten Form. Und ich habe ja auch schon ein paar Spiele erlebt in der Bundesliga, was besonders in der Crunchtime wichtig ist.

Wie schwer ist es, gerade bei einer Niederlagenserie zuschauen zu müssen?
Das pusht die Stimmung natürlich nicht. Wir haben im letzten Jahr ähnliche Leistungen gebracht und die Spiele mit einem Tor gewonnen. Jetzt verlieren wir sie knapp. Man kann nicht immer davon ausgehen, dass das Spielglück auf seine Seite fällt – manchmal muss man es erzwingen.

Nach dem Sieg gegen Göppingen müsst ihr nun gegen Minden nachlegen, oder?
Das wollen wir und das werden wir. Wir werden alles reinhauen und hoffen, dass die Zuschauer das auch mitbekommen haben, dass wir jetzt die Wende eingeleitet haben. Wir sollten uns bescheiden Woche für Woche Selbstvertrauen und Freude erarbeiten, denn wir haben den Karren zu weit in den Dreck gefahren. Jetzt wollen wir weiter dran zerren und ihn richtig rausziehen aus der Grube.

Die vielen Verletzungen fallen auf beim SC DHfK. Woran liegt das?
Man muss das im Einzelfall betrachten. Bei Gregor war ein Gegnerkontakt mit Pressschlag verantwortlich. Max Janke und Philipp Weber sind im Januar aus Verletzungen heraus zur Nationalmannschaft gefahren und haben dort Negativerlebnisse durchgemacht, was sich zusätzlich auf die Psyche auswirkt. Dann wird aus einem 16er-Kader schnell ein 14er- und dann ein 12er-Kader, der aber die gleiche Spiellast tragen muss. Und so gerät man tiefer in den Strudel.

Gegen Göppingen haben Sie eine Serie von vier verworfenen Leipziger Siebenmetern eingeläutet…
…davor hat aber auch der Göppinger Marcel Schiller seinen verworfen. Also hat er eigentlich damit angefangen (lacht). Philipp ist momentan der erste Schütze, wurde aber gefoult. Er hat mir gleich den Ball zugepasst, worauf ich gar nicht gefasst war. Ich wollte nicht klemmen, bin aber auch noch nicht so im Rhythmus drin, weshalb dieser schwach geworfene Siebenmeter zustande kam.

Wie viele Minuten trauen Sie sich am Sonntag gegen Minden zu?
Da geht auf jeden Fall mehr als gegen Göppingen. Trotzdem dürfen wir nicht überpacen. Es ist Sache des Coaches, wen er in der Trainingswoche vorn sieht. Zudem sollte Franz im Rhythmus bleiben. Mit ihm, Gregor und mir haben wir drei verschiedene Spielertypen und können der gegnerischen Abwehr stets neue Aufgaben präsentieren.

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Wie ist Ihr Verhältnis zu Franz Semper? Wie Mentor und Schüler?
Ich bin keiner, der mit erhobenem Zeigefinger langläuft und groß Ratschläge verteilt. Wir sind allerdings auf Auswärtsfahrten auf einem Zimmer und tauschen uns aus. Seine große Stärke ist seine Unbekümmertheit. Die muss er sich behalten.

Kann Franz Semper Sie nach Ihrem Karriereende mal beerben?
Ganz klar gehören Franz und Gregor die Zukunft. Beide haben schon nachgewiesen, dass sie es können und irgendwann wird der Staffelstab übergeben. Das habe ich mit 18, 19 nicht anders erfahren mit Spielern, die Anfang 30 waren. Ein gewisser Mix mit erfahrenen Spielern tut der Mannschaft aber auch gut.

Gibt es schon einen Termin für die Staffelstabübergabe?
Die Frage stellt sich aktuell nicht. Ich habe jetzt wieder ein gutes Gefühl und nach einem Spiel in dieser Saison ist noch nicht der Zeitpunkt gekommen, um über die nächste Saison zu sprechen.

Sie hätten aber auch nichts dagegen, noch eine weitere Spielzeit in Leipzig zu bleiben?
Ganz und gar nicht. Der aktuelle Verein ist ja immer der erste Ansprechpartner. Da werden demnächst die ersten Gespräche stattfinden und dann werden wir schauen.

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