24. Dezember 2018 / 08:00 Uhr

SC DHfK-Kapitän Pieczkowski hat Lust auf ein Knallerspiel

SC DHfK-Kapitän Pieczkowski hat Lust auf ein Knallerspiel

LVZ
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SC DHfK Leipzigs Kapitän Niclas Pieczkowski spricht im Interview über das bevorstehende Spiel gegen den SC Magdeburg.
SC DHfK Leipzigs Kapitän Niclas Pieczkowski spricht im Interview über das bevorstehende Spiel gegen den SC Magdeburg. © PICTURE POINT
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Der Kapitän des SC DHfK Leipzig spricht im Interview über seine Weihnachtspläne, die Vorfreude auf das Spiel gegen den SC Magdeburg und die sportliche Krise der Leipziger Handballer.

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Es war ein turbulentes Jahr für DHfK-Kapitän Niclas Pieczkowski. Zuerst verpasst er wegen einer Schulterverletzung die EM, dann gerät sein Team in die sportliche Krise und jetzt könnte der Rückraumspieler auch noch die Heim-WM verpassen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der 28-Jährige darüber, wie er mit den Rückschlägen umgeht, über seine Vorfreude auf den SC Magdeburg und wie er mit seiner Familie Weihnachten feiert.

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HSG Wetzlar - SC DHfK Leipzig 23:22 Zur Galerie
HSG Wetzlar - SC DHfK Leipzig 23:22 © Rainer Justen
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Niclas Pieczkowski, heute ist Heiligabend. Wie werden Sie den Tag verbringen?

Ich bleibe mit meiner Frau und unserem anderthalbjährigen Sohn in Leipzig. Unsere Familien besuchen uns abwechselnd. Dieses Jahr ist meine Familie über Weihnachten bei uns. Unser Sohn wird das erste Mal alles richtig mitbekommen. Es ist jetzt schon am Adventskalender lustig. Wenn er einmal am Tag ein kleines Stückchen Schokolade bekommt, ist es sehr schön, sein Gesicht zu sehen.

Gibt es bei Ihnen besondere Weihnachtsrituale?

Wir zelebrieren den Baumkauf schon ein bisschen. Das Schmücken ist dann für uns auch besonders, das kommt aus der Familie meiner Frau. Wir machen das einen Tag vor Heiligabend, dazu gibt es Musik und der Baum wird richtig voll gehängt, mit Kugeln und Sternen.

Viel Zeit bleibt nicht für die Familie, am Donnerstag geht es schon zu Hause gegen den SC Magdeburg weiter. Ist so ein Spiel mehr Last oder Lust?

Es ist ein Knallerspiel, dadurch ist es auf jeden Fall mehr Lust. Bei einem Auswärtsspiel mit weiter Anreise ist es schon schwierig für den Kopf. Alle anderen sind bei ihren Familien und wir haben das Privileg Handball spielen zu dürfen.

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Rekordkulisse, Ostderby - mehr geht eigentlich nicht. Was ist für den SC DHfK sportlich drin?

Das wird ein ganz heißer Fight und ein knappes Spiel. Tabellentechnisch ist Magdeburg der Favorit, was die Form angeht auch. Zu Hause sind wir aber immer eine Ecke stärker als auswärts. Wir haben bereits dieses Jahr die Großen hier geärgert, auch wenn es nicht mit den Punkten geklappt hat.

Hinter Ihnen liegt ein turbulentes Jahr: EM wegen einer Verletzung verpasst, zwei Trainerwechsel, Kapitänsamt und bisher eine durchwachsene Saison. Wie fällt Ihr Fazit für das Handballjahr 2018 aus?

Das Jahr war für mich sportlich wahnsinnig schwierig. Ende letzten Jahres hatte ich mir eine Schulterverletzung zugezogen und monatelang damit zu tun. Ich bin nie wieder so richtig in die Form gekommen, die ich zuvor hatte. Langsam bin ich wieder auf dem aufsteigenden Ast, brauche aber auch Geduld. Gerade diese Geduld musste ich lernen, weil ich noch nie so eine langwierige Verletzung hatte. Es war auch eine Kopfsache, die Wurfbewegung wieder reinzubekommen. Das Fazit fällt deshalb nicht so positiv aus, wie ich es gern hätte.

Sind Sie heute froh, die EM und die Turbulenzen damals um Bundestrainer Christian Prokop nicht vor Ort miterlebt zu haben, weil besonders die Leipziger Spieler im Blickpunkt standen?

Nein, bin ich nicht. Ich fand die Diskussion damals schon nicht richtig. Der Bundestrainer hat Leute nicht ohne Grund nominiert und Leipzig stand zu dem Zeitpunkt richtig gut da. Das lag auch an den Leistungsträgern. Ich kenne unsere Jungs persönlich. Deshalb fand ich die Diskussion nicht so nett. Auch die Kritik an Christian Prokop war überzogen, sie war viel zu viel und viel zu lange.

Sie haben den Sprung in den 18erWM- Kader der Nationalmannschaft verpasst. Wie enttäuscht sind Sie?

Ich war schon enttäuscht, dass es nicht direkt geklappt hat, bin aber auch Realist und kann es verstehen. Ganz abschreiben will ich die WM noch nicht. Die Chancen sind aber sehr gering. Ich hatte vor dem Länderspiel gegen Polen in Rostock ein Gespräch mit dem Bundestrainer. Er hat mir gesagt, dass ich im Moment in der Reserve und nicht im aktuellen Kader bin. Ich bin ein möglicher Nachrücker für Rückraum Mitte oder hinten für den Innenblock. Die Heim-WM war mein nächstes größeres Ziel.

Michael Biegler und der SC DHfK - diese Kombination hat nicht funktioniert. Was waren die Gründe dafür?

Der Hauptgrund war, dass wir zu wenige Punkte gesammelt haben. Das Experiment: alter, erfahrener Trainer mit junger Mannschaft ist nicht geglückt. Ich fand die Idee eigentlich gar nicht so schlecht. Es hat aber über einen längeren Zeitraum nicht funktioniert und der Verein musste die Reißleine ziehen.

Warum hat es nicht funktioniert?

Vielleicht konnte uns Michael Biegler nicht so kitzeln, wie es die anderen Trainer geschafft haben. Das ist aber schwierig zu sagen.

Macht André Haber jetzt nahtlos so weiter wie vor dem Engagement von Michael Biegler?

Er zieht sein Ding durch. Er merkt aber auch, dass es eine schwierige Situation ist, wenn man den Schalter nicht einfach so umlegen kann. Vergangenes Jahr lief es einfach so weiter, wie es unter Christian aufgehört hatte, eigentlich noch positiver. Das ist für André jetzt auch eine spannende Phase. Ich glaube dennoch, dass der Weg, den er jetzt mit uns geht, der richtige ist und stehe komplett hinter ihm.

Ist André Haber ein Trainertyp wie Christian Prokop?

Nein, er ist komplett eigen. Schon wie er mit uns redet oder auf der Bank agiert ist ganz anders. André hat das handballerische System von Christian fortgeführt, versucht es aber anzupassen und hat auch einiges von Michael Biegler übernommen.

Die Mannschaft hat sich verändert. Einige Spieler sind älter und Väter geworden, neue Kollegen sind dazu gekommen. Was macht so eine Entwicklung mit einem Team?

Es ist bei uns vielleicht ein bisschen ruhiger geworden. Klar, die Spieler sind jetzt auch reifer. Wie sitzen nicht mehr so lange in der Kabine zusammen und gehen eher nach Hause zu den Familien oder zur Freundin. Das sehe ich aber nicht negativ. Die neuen Spieler sagen: So ein Mannschaftsgefüge wie hier hat man in der Regel nicht. Und das ist immer noch vorhanden.

Was ist in dieser Saison noch in der Bundesliga für den SC DHfK möglich?

Zu einer genauen Platzierung kann und will ich nichts sagen, weil es viel zu unsicher ist. Man weiß nie, wie die Rückrunde läuft, vielleicht funktioniert alles besser oder wir kommen in Punktenot, obwohl wir anständig spielen. Ich halte mich deshalb zurück. Wir müssen aber kaltschnäuziger werden und nicht wieder in ein emotionales Loch fallen.

Sie leben jetzt seit zwei Jahren in Leipzig. Was haben Sie vor Ihrem Wechsel über die Stadt gehört und wie ist Ihr Bild heute?

Ich war immer mit meinem Kumpel Philipp Pöter im Kontakt und kannte die Stimmung hier. Da war alles gut, so habe ich es kennengelernt und so ist es auch noch. Wir wohnen relativ zentral und ich habe in Leipzig eine neue Heimat gefunden. Christian Prokop war damals nach unserer gemeinsamen Zeit in Essen natürlich auch für den Wechsel mit ausschlaggebend.

Sie werden in vier Tagen 29 Jahre alt, Ihr Vertrag in Leipzig läuft noch bis 2020, Sie studieren Wirtschaftsingenieurwesen. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Ich habe frühzeitig meinen Vertrag um zwei Jahre verlängert und kann mir vorstellen, danach weiter in Leipzig zu spielen, auch wenn es gerade mal ein Formtief gibt. Das Gesamtpaket beim SC DHfK ist weiter ein richtig gutes. Es geht nicht immer nur bergauf.

Zum Schluss: Bundestrainer Christian Prokop liest zu Hause in Leipzig die LVZ und hat heute Geburtstag. Was wünschen Sie ihm?

Ich wünsche ihm eine stressfreie WM und einen Gedankenblitz in der Nacht. Vielleicht nominiert er mich doch noch (lacht).

Interview: Matthias Roth und Frank Schober

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