25. September 2017 / 18:21 Uhr

Schiedsrichter-Assistent Jan Seidel steht vor seiner Premiere in der Königsklasse

Schiedsrichter-Assistent Jan Seidel steht vor seiner Premiere in der Königsklasse

Christoph Brandhorst
Jan Seidel, 31, SV Grün-Weiss Brieselang
Jan Seidel ist erstmals in der Königsklasse angesetzt. © Privat
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Schiedsrichter-Assistent Jan Seidel aus Schwante (Oberhavel), der für Grün-Weiss Brieselang amtiert, steht erstmals in der Fußball-Champions League an der Linie.

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Das Museo Egizio, der Turiner Dom, die Mole Antonelliana, dazu ein Cappuccino auf der Piazza San Carlo – im goldenen Herbst ist Turin durchaus eine Reise wert. Doch für Sightseeing in der norditalienischen Metropole hat Jan Seidel nicht viel Zeit. Wenn der 32-Jährige aus Schwante (Oberhavel) am Mittwochabend im Juventus-Stadium an der Seitenlinie steht, braucht er trotzdem ein gutes Auge. Als Schiedsrichter-Assistent gibt er im Champions League-Spiel zwischen Juventus Turin und Olympiakos Piräus sein Debüt in der Fußball-Königsklasse.

Training vor dem Spiel ist Pflicht

„Ich war noch nie in Turin“, sagt Jan Seidel. Gestern hat der Unparteiische, der für Grün-Weiss Brieselang amtiert, von der Ansetzung erfahren – schon heute Vormittag geht der Flieger ins Piemont. „Vor einem Champions League-Spiel sind wir verpflichtet, am Tag vor dem Spiel noch einmal zu trainieren“, erklärt er. Während Seidel in der Bundesliga zumeist im Team von Daniel Siebert unterwegs ist, assistiert der Familienvater auf internationaler Fußballbühne dem Hamburger Tobias Stieler – auch für ihn ist es die Premiere in der Königsklasse.

Und anders als in der Bundesliga, kommen auch noch zwei Torrichter mit nach Turin. „Das bedeutet noch mehr Kommunikation“, weiß Jan Seidel aus Einsätzen in der Europa League. Das sei komplexer und noch schwieriger. Über ihre Headsets sind alle Unparteiischen direkt miteinander verbunden. „Wenn dann alle gleichzeitig etwas sagen, versteht man gar nichts mehr. Man muss sehr effektiv miteinander kommunizieren und aufpassen, wann man etwas sagt.“

Die Saisonvorbereitung ist für Jan Seidel abgeschlossen - die neue Spielzeit läuft bereits.
Joggen geht Jan Seidel gerne am Vehlefanzer Mühlensee. © Robert Roeske
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Königsklasse kommt früher als erwartet

Die Nominierung sei ein weiteres Highlight in der Laufbahn des ehemaligen Schiedsrichter-Lehrwarts im Fußballkreis Havelland. „Üblicherweise bekommt man als Neuling zum Schnuppern Partien am 5. oder 6. Spieltag, in denen es um nichts mehr geht. Irgendwie ist es nun anders gekommen“, sagt Seidel und bemerkt mit Vorfreude: „Das ist mehr als wir erwarten konnten.“

Die Spielvorbereitung sei sogar etwas einfacher. Und das nicht nur, weil Seidel mit dem griechischen Meister Olympiakos schon in den Playoffs zur Champions League zu tun hatte. „Man kennt die Mannschaften ja aus dem Fernsehen.“ Außerdem gebe es von der Uefa vor solchen Spielen ein individuelles Taktik-Coaching. „Da steht alles drin: Wie sich die Mannschaften verhalten, ob sie hoch oder tief stehen, auf welche Spieler wir achten müssen“, erklärt Jan Seidel.

"Großes Finale" ist das Ziel

Die Champions League war nach Bundesliga, Europa League und U21-EM sein nächstes großes Ziel als Schiedsrichter-Assistent. Am Mittwoch wird der Traum von der Königsklasse war. Und was kommt dann? „Ein Turnier mit A-Nationalmannschaften wäre toll, ein großes Finale ist dann der letzte Schritt“, sagt Seidel. Sein Brandenburger Kollege Stefan Lupp aus Zossen hat es beim diesjährigen Champions League-Finale vorgemacht. Der Weg dorthin beginnt für Jan Seidel in Turin. Und ein bisschen Sightseeing ist sicher auch drin. „Für einen Kaffee in der Stadt ist bestimmt noch Zeit“, sagt er.

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