12. Februar 2019 / 17:19 Uhr

Schiri Marvin Weber: 17-Jähriger traut sich Entscheidungen zu

Schiri Marvin Weber: 17-Jähriger traut sich Entscheidungen zu

Detlef Spiller
Er schaut ganz genau hin: Marvin Weber (17) will als Schiedsrichter hoch ­hinaus.
Er schaut ganz genau hin: Marvin Weber (17) will als Schiedsrichter hoch ­hinaus. © Wolfgang Dannenfeldt
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Der junge Unparteiische ist ein Hoffnungsträger der Schiedsrichtergilde. Sein Vorbild ist FIFA-Referee Deniz Aytekin.

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Wolgast. Der 17-jährige Marvin Weber ist ein Hoffnungsträger für die hiesige Schiedsrichtergilde. Inspiriert von der bundesweit bekannten Schiri-Legende und seiner einstigen Fußball-Trainerin, der Wolgasterin Heidemarie Wegner – die bald 75 Jahre wird und die Pfeife noch nicht aus der Hand zu legen gedenkt – bestand Marvin vor zwei Jahren die Schiedsrichterprüfung mit Erfolg.

Marvin Weber seit zwei Jahren dabei

Selbstverständlich war das nicht, denn von den 20 Lehrgangsteilnehmern, fielen 15 zunächst durch. „Mich hatte schon als Kind interessiert, wie die Schiedsrichter auftreten. Frau Wegner hat mich von der Wichtigkeit dieser Tätigkeit überzeugen können“, erzählt Marvin, der den Dortmunder Marco Reus als seinen Lieblingsfußballer nennt.

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Seine Feuertaufe bekam der Gymnasiast kurz darauf als Spielleiter eines Landesligavergleiches im Nachwuchsbereich. Aufregend war das erste, solide geleitete Männerspiel in der Kreisoberliga.

Lob vom Wolgaster Vereinschef

„Mir macht es Spaß, ein Spiel zu leiten, auch wenn natürlich noch einige Hürden in meiner Entwicklung zu nehmen sind. Mein Ziel ist es, weit nach oben zu kommen, was die Spielklasse betrifft, auch wenn das natürlich nicht so einfach ist. Deshalb bin ich froh und dankbar für die Unterstützung durch meinen Heimatverein, Rot-Weiß Wolgast und Heidemarie Wegner“,sagt Marvin Weber selbstbewusst, aber wohltuend sachlich.

Der Wolgaster Vereinspräsident, Falk Hartmann, äußert sich sehr anerkennend über das Schiedsrichtertalent: „Viele Mitglieder des Vereins und ich sind sehr stolz darauf, wie Marvin die Aufgaben meistert und sich mit toller Einstellung und Ernsthaftigkeit weiter entwickelt hat. Mich freut es immer sehr, wenn ich ihn auf dem Spielfeld beobachten kann. Wir alle wünschen ihm weiterhin Spaß und Erfolg bei dieser absolut nicht leichten und oft auch undankbaren Aufgabe.“

Weber wünscht sich mehr Respekt für Schiris

Marvin begann in der F-Jugend mit dem Fußballspielen. Als E-Junior gehörte er zu den Kreismeistern. Bis zu den B-Junioren sammelte er Spielpraxis am Ball, was ihm bei der Beurteilung kritischer Szenen oder Verhängung von Strafen zugute kommen sollte.

Dass ein Schiedsrichter es allen Spielern und Zuschauern nie recht machen kann, darüber ist sich Marvin im Klaren: „Emotionen gehören zum Spiel, doch für Randalierer habe ich absolut kein Verständnis. Solche Leute haben in Sportstätten nichts zu suchen und sollten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Die Zuschauer sollten die Leistungen des Unparteiischen mehr respektieren, da dieser schließlich Entscheidungen sehr schnell treffen muss“, hält Marvin mit seiner Meinung nicht hinterm Berg.

Vorbild Deniz Aytekin

Als sein negativstes Erlebnis nennt Weber ein A-Juniorenspiel in der Landesliga. „Die Trainer beider Teams waren aufmüpfig und besserwisserisch. Aber wenn meine Entscheidung gefallen ist, dann bleibt das so“, betont der Fan von FIFA-Referee Deniz Aytekin. „Seine coole, humorige Art gefällt mir. Aber nicht nur bei ihm schaue ich mir etwas ab“, sagt Marvin. Gefreut hat sich der Schüler der 11. Klasse über lobende Worte von Schiedsrichterobmann Christian Lieckfeldt.

Wie sehr Marvin auf Fußball und Sport im allgemeinen fokussiert ist, zeigt, dass für ihn „höchstens noch Fahrrad fahren in Frage kommt.“

Angespannte Schiedsrichter-Lage in M-V

Zwar sorgen in Fußball-Deutschland 80 000 Schiedsrichter/-innen ständig dafür, dass der Spielbetrieb für Männer, Frauen und Kinder in allen Klassen reibungslos abläuft, doch vor allem im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern herrscht seit vielen Jahren akuter Schiedsrichtermangel in den unteren Spielklassen. Im Bereich des Fußballverbandes Vorpommern-Greifswald sind es derzeit 117. „Viel zu wenig“, sagt Diana Raeder-Krause, die Vorsitzende des Schiri-Ausschusses.

Umso erfreuter nimmt es der Landesfußballverband zur Kenntnis, wenn sich Jugendliche entschließen, diese ungemein wichtige Tätigkeit mit Leidenschaft und Engagement ausüben zu wollen, ohne sich von Negativerlebnissen abbringen zu lassen und vor allem dabei zu bleiben.

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