Schiriboykott: Fußballverband berät über den Fall BC Eintracht © Imago Action Pictures

Schiriboykott: Fußballverband berät über den Fall BC Eintracht

Der Vorstand des FVSL hat sich in einer Sitzung am Donnerstag abgestimmt und kündigt einen Maßnahmenkatalog an.

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Leipzig. In der Leipziger Schiedsrichter-Szene brodelt es – bei den „Pfeifenmännern“ geht die Angst vor dem BC Eintracht Leipzig um. Es wird physische Gewalt bei den Partien mit Beteiligung der Herren-Mannschaft befürchtet, verschiedene Vorfälle in der Vergangenheit sind der Anlass dafür. Eigentlich sollte der Fußballverband der Stadt Leipzig (FVSL) mit Präsident Dirk Majetschak an der Spitze schon lange aktiv sein. In der Sommerpause allerdings passierte nichts – deshalb boykottiert nun der FVSL-Schiedsrichterausschuss die entsprechenden Spiele und setzt(e) keine Referees an.

Am Sonntag ist vom Boykott die Partie der 2. Kreisklasse (Staffel 1) zwischen dem KSC 1864 III und dem BC Eintracht betroffen. Am vergangenen Wochenende blieb bereits die Eintracht-Partie gegen Grün-Weiß Miltitz II offiziell unbesetzt. Allerdings fand die FVSL-Spitze kurzfristig eine „Streikbrecherin“. Das brachte Schiedsrichter-Lehrwart Axel Felsmann richtig auf die Palme. Er trat verärgert zurück und erklärte in einem öffentlichen Schreiben an seine Mitstreiter: „Damit zeigt der Vorstand, dass ihm einerseits die Problematik nicht bewusst ist und andererseits ihm die rund 350 Schiedsrichter am Allerwertesten vorbei gehen. Ich persönlich empfinde das als, man verzeihe mir die Wortwahl, Tritt in den Hintern eines jeden einzelnen SR des FVSL, mit Ausnahme der Dame, die das Spiel gepfiffen und somit fleißig mit in die Hintern ihrer Kolleginnen und Kollegen getreten hat.“ Rums.

Der FVSL wollte sich zunächst nicht äußern, dann aber meldete sich Vizepräsident Dirk Lebe doch noch zu Wort. „Die Häufung von Aktionen verschiedener Art gegen die Schiedsrichter gibt es so bei keinem anderen Verein. Dies trifft vor allem auch auf Wiederholungstaten zu“, räumte er ein. Und ebenso gab er zu, dass ein im Juni bei einem Treffen der Beteiligten vereinbarter Maßnahmenkatalog nicht wie angekündigt bis zum Ende der Sommerpause fertiggestellt wurde. Dies soll nun – so Lebe am Freitag und somit einen Tag nach einer Krisensitzung – schnellstmöglich geschehen. Über Art der Auflagen und mögliche Sanktionen im Fall neuerlicher Verstöße wollte er nicht spekulieren.

Letzter großer Vorfall war die Partie zwischen dem BC Eintracht Leipzig und Eintracht Großdalzig. Schiri René Richter musste die Partie damals abbrechen, drei Punkte gingen für Großdalzig in die Wertung. BC-Akteur Marcel Schoppa wurde wegen zweier Tätlichkeiten gegen den Gegner in Verbindung mit Spielabbruch mit einer Sperre bis zum 31. Dezember dieses Jahres belegt. Teamkollege Daniel Höber erhielt vier Pflichtspiele Sperre wegen Schiedsrichterbedrohung.

Nach dem Felsmann-Rücktritt erklärte Schiri-Ausschusschef Martin Wadewitz übrigens in einer Mail an seine Mitstreiter: „Wir als Schiedsrichterausschuss können diese Entscheidung sehr gut nachvollziehen.“ Bis die Rahmenbedingungen nicht geklärt seien, werden bei diesem Verein keine Schiedsrichter mehr angesetzt.

BC Eintracht Leipzig Region/Leipzig BC Eintracht Leipzig I (Herren)

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