Vorstandschef von Hansa Rostock Robert Marien ist zu sehen. Vorstandschef von Hansa Rostock: Robert Marien. © Bernd Wüstneck/archiv
Vorstandschef von Hansa Rostock Robert Marien ist zu sehen.

Schleuse vor Südtribüne: Hansa schließt Sicherheitslücke

„Käfig“ zur Kontrolle von Fans wird bei Spiel gegen Osnabrück in Betrieb genommen.

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Hansa hat eine Sicherheitsschleuse vor der Südribüne bauen lassen, die mit dem Heimspiel gegen Osnabrück in Betrieb genommen wird. Was bezweckt der Verein damit?
Robert Marien: Wir trennen damit den Einlass von Fan-Utensilien wie Bannern, Trommeln oder Fahnen von dem normalen Eingang für die Zuschauer. Früher wurde das über Arbeitskarten und Durchfahrtsgenehmigungen geregelt. Ich möchte, dass sich die Situation entspannt und dass eine potenzielle Sicherheitslücke so gestopft wird.

Kann man so auch Pyrotechnik aus dem Stadion raushalten?
Marien: Pyrotechnik und das Einbringen von Fan-Utensilien haben wenig miteinander zu tun. Wenn Leute Pyrotechnik mit ins Stadion bringen wollen, dann ist es für einen Verein ganz schwer, das zu verhindern. Daran wird auch diese neue Einlasssituation wenig ändern.

Auslöser für die Entscheidung, eine Schleuse bauen zu lassen, waren die Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel gegen Hertha?
Marien: Das war der konkrete Anlass. Da ist ein riesiges Banner ins Stadion gekommen, das nie hätte reinkommen dürfen. Das muss sich die Fanszene auch selbst ankreiden – wobei man nicht alle über einen Kamm scheren darf. Ich rede weiterhin von 30 Vollidioten, die meinten, ihr eigens Ding durchziehen zu müssen.

Wie sind die Reaktionen aus der Fanszene?
Marien: Eher verhalten – um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Keiner weiß genau, was auf ihn zukommt. Beide Seiten müssen aufeinander zugehen und lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Wir wollen, dass die Sicherheit im Stadion verbessert wird und nicht, dass es zu Spannungen zwischen Verein und Fans kommt.

Sind weitere Sicherheitsmaßnahmen rund um die Südtribüne geplant?
Marien: Nach so einem schwerwiegenden Ereignis wie beim Hertha-Spiel muss man alles einmal auf den Kopf stellen. Weitere Handlungen sind daraus noch nicht abgeleitet. Ich schließe aber nicht aus, dass noch welche folgen. Sie müssen sinnvoll sein und mit Augenmaß gemacht werden.

Was heißt das konkret?
Marien: Wenn man im Bereich der Südtribüne mit zu vielen Restriktionen arbeitet, wird das zu Ablehnung führen. Und dann würde sich die Situation verschlechtern. Denn die Fans müssen nicht zwingend auf die Südtribüne gehen, sie können auch auf andere Stadionbereiche ausweichen. Wir müssen einen gesunden Mittelweg finden. Die Südtribüne muss und soll unbedingt Heimat für die Fanszene bleiben.

Wie bewerten Sie das Verhältnis der Klubführung zur aktiven Fanszene derzeit?
Marien: Weiterhin konstruktiv. Es ist schwierig, nach Ereignissen wie denen beim Hertha-Spiel einen Dialog aufrechtzuerhalten, aber es ist der beste Weg, um Vertrauen wiederherzustellen.

Interview: Sönke Fröbe

Die Sportlichen Leiter beim FC Hansa in den vergangenen Jahren

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