16. Mai 2017 / 09:12 Uhr

Schluss mit dem Kuschelkurs!

Schluss mit dem Kuschelkurs!

Stefan Schramm
Schluss mit dem Kuschelkurs fordert DNN-Redakteur Stefan Schramm in seinem Kommentar. 
Schluss mit dem Kuschelkurs fordert DNN-Redakteur Stefan Schramm in seinem Kommentar.  © imago
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DNN-Redakteur Stefan Schramm kommentiert die Ereignisse rund um die Partie der SG Dynamo Dresden beim Karlsruher SC. 

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Dresden. Es war eine gezielte Provokation. Nun haben jene, die dem DFB den Krieg erklärten, ihr Ziel erreicht. Bundesweite mediale Berichterstattung, Aufmerksamkeit in allen möglichen Fanforen. Und den „Krieg“ mit dem DFB, den der Fußballverband aller Voraussicht nach für sich entscheiden wird. Diesmal haben nicht „einige Wenige“, wie es manchmal beschönigend heißt, dem Ruf von Dynamo Dresden – und irgendwo auch der Stadt und dem Fußballsport insgesamt – geschadet. Es war die breite Masse der anwesenden Fans, die sich ausgerechnet in Kampfmontur mit Tarnmuster präsentierte, sich auf der Tribüne an Marschierübungen beteiligte, symbolisches Panzerschießen und Pyro-Shows bejubelte und Hassparolen skandierte.

Groß war genau bei diesen Leuten vor drei Monaten das Gejammer, als bei Dynamos Gastspiel auf St. Pauli gegnerische Fans das geschmacklose Spruchband „Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt“ nach oben hielten und damit am Vorabend des Jahrestags der Luftangriffe auf Dresden deren Opfer verhöhnten. Leider haben Dynamofans nun bewiesen, dass auch sie die dümmsten Bezüge zum Krieg herstellen können. Und das im Wissen um die Geschichte dieser Stadt. Dabei haben diese geistigen Tiefflieger zum Glück nie erleben müssen, wie viel Leid echter Krieg eigentlich bedeutet. Im Stadion hat das jedenfalls nichts verloren.

Dass es dort trotzdem zu sehen war, ist Ausdruck des Scheiterns aller Versuche, den harten Kern der Fanszene in den Griff zu kriegen. Nach dem Skandal ums Spiel gegen RB Leipzig zu Saisonbeginn, als ein abgetrennter Bullenkopf im Stadioninnenraum gelandet war und Dynamo mit Geldbuße und Zuschauerteilausschluss bestraft wurde, hätte eigentlich jeder normale Mensch kapieren müssen, dass so etwas nicht geht. Die Vorfälle in Karlsruhe beweisen leider endgültig einen zu laschen Umgang mit den Chaoten. Diesen Schuh müssen sich die SGD-Verantwortlichen selbst anziehen und die Konsequenzen tragen. Auch ihnen und den Sicherheitskräften war im Vorfeld bekannt, dass sich Fans in einer konzertierten Aktion mit Tarnkleidung eindecken. Die Reaktion darauf war viel zu passiv. Distanzieren nachher genügt nicht mehr, nur schmerzhafte Einschnitte helfen. Ralf Minge und seine Mitstreiter haben zu viel guten Willen gezeigt. Nun sind sie gefordert, den Krawallmachern die Rote Karte zu zeigen und sie langfristig aus dem Spiel zu nehmen.

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