19. Februar 2018 / 20:54 Uhr

Schock für Turbine Potsdam: Lia Wälti und Tabea Kemme verlassen den Verein

Schock für Turbine Potsdam: Lia Wälti und Tabea Kemme verlassen den Verein

Christoph Brandhorst
Lia Wälti spielt seit 2013 für Turbine Potsdam, Tabea Kemme schon seit 2006.
Lia Wälti spielt seit 2013 für Turbine Potsdam, Tabea Kemme schon seit 2006. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz: "Lia und Tabea sind zwei Gesichter, die die Mannschaft in den vergangenen Jahren geprägt haben."

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Schock für den 1. FFC Turbine Potsdam: Der Frauenfußball-Bundesligist verliert am Saisonende zwei absolute Stammspielerinnen. Kapitänin Lia Wälti und die deutsche Nationalspielerin Tabea Kemme, die auch die dienstälteste Spielerin im aktuellen Turbine-Kader ist, werden ihre im Juni auslaufenden Verträge nicht verlängern. Das bestätigte der Verein am Montag gegenüber dem Sportbuzzer.

Kemme mit Turbine viermal deutsche Meisterin

„Lia und Tabea sind zwei Gesichter, die die Mannschaft in den vergangenen Jahren geprägt haben“, sagt Vereinspräsident Rolf Kutzmutz, der den Abgang der Identifikationsfiguren bedauert. Tabea Kemme kam 2006 an die Potsdamer Sportschule. Die heute 26-Jährige feierte mit Turbine vier deutsche Meisterschaften und 2010 den Champions League-Sieg. „Sie ist ja fast schon ein Turbine-Urgestein“, sagt Kutzmutz.

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Auch die Schweizerin Lia Wälti, die seit 2013 das Potsdamer Trikot trägt und ein Jahr später zur Kapitänin wurde, habe eine „sehr gute Entwicklung“ genommen, findet der Präsident. Beide seien verdiente Spielerinnen. Beim Wunsch nach neuen Herausforderungen werde man ihnen auch deshalb keine Steine in den Weg legen. „Natürlich hätten wir sie gerne gehalten. Ich gehe davon aus, dass sie bis zum letzten Moment alles für den Verein geben werden“, so Kutzmutz. „Eine Tabea Kemme mit angezogener Handbremse kann ich mir auch gar nicht vorstellen.“

Wechsel ins Ausland

Wohin der Weg der beiden Nationalspielerinnen führt, ist offen. Mit konstant guten Leistungen hat das Duo Begehrlichkeiten bei Topclubs in ganz Europa geweckt. Klar ist für beide, dass ein Wechsel innerhalb der Bundesliga nicht in Frage kommt. „Dafür ist Turbine zu sehr eine Herzensangelegenheit, ich war ja zwölf Jahre hier“, sagt Tabea Kemme. Auch Lia Wälti betont: „Es war eigentlich auch ein bisschen eine Entscheidung gegen das Herz.“ Im Herbst habe sie sich erstmals seit ihrem Wechsel nach Potsdam mit dem Gedanken beschäftigt, ein neues Abenteuer in einer anderen Liga anzugehen. England, Spanien und Frankreich sind mögliche Ziele.

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Der Verein habe ihre Entscheidung zwar mit Enttäuschung, aber auch mit Verständnis aufgenommen. „Ich habe Potsdam viel zu verdanken. Ich habe hier die Chance bekommen, Luft im Profifußball zu schnuppern. Aber eine sportliche Karriere dauert nicht ewig, ich will mich noch einmal neu durchsetzen“, so die Spielführerin. Verständnis für den Entschluss erhofft sich Lia Wälti deshalb auch von den eigenen Fans. „Und ein halbes Jahr haben wir ja noch, da wollen wir so erfolgreich wie möglich sein – und vielleicht noch den Titel holen, der mir mit Turbine noch fehlt.“

Auch Tabea Kemme ist froh, dass früh Klarheit herrscht. „Mit unserem Trainer habe ich enge Gespräche geführt, er ist über jeden Schritt informiert“, sagt die Offensivspielerin. Auch bei ihr gebe es „Ideen und Angebote“, aber noch keine Entscheidung. „Es war immer mein Wunsch, in meiner Fußball-Laufbahn noch einmal im Ausland zu spielen – aber vorher wollte ich mein Polizeistudium beenden.“ Das ist nun geschehen, die Konstellation schien passend.

Kemme braucht Sonderbeurlaubung

Weil Kemme für ein Engagement im Ausland eine Sonderbeurlaubung braucht, müssen die nächsten Schritte auch mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden. „Ich will noch einmal über die Ländergrenzen hinausschauen, sprachlich und kulturell neue Erfahrungen machen“, sagt Kemme. Auch für sie steht jetzt aber erst einmal das Hier und Jetzt im Fokus. „Mein Ziel ist es, mit Turbine Potsdam noch einmal in die Champions League zu kommen“, so Kemme, 2016 Olympiasiegerin mit der DFB-Elf.

Gerade für junge Spielerinnen sind Lia Wälti und Tabea Kemme Vorbilder. In diese Rolle werden bei Turbine künftig andere schlüpfen, ist sich Rolf Kutzmutz sicher und denkt beispielsweise an Nationalstürmerin Svenja Huth und Torhüterin Lisa Schmitz. „Wir werden unseren Weg weitergehen“, versichert der Präsident. Dazu gehöre eben auch, junge Fußballerinnen zu formen und langfristig an den Verein zu binden. „Mit Caroline Siems, Gina Chmielinski und Melissa Kössler haben wir das ja bereits getan.“

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