05. Februar 2019 / 14:18 Uhr

Schon lange nicht mehr der kleine TSV Heiligenrode

Schon lange nicht mehr der kleine TSV Heiligenrode

Thorin Mentrup
Thomas Hake-Söhle ist mit der Entwicklung des Jugendfußballs im TSV Heiligenrode sehr zufrieden.
Thomas Hake-Söhle ist mit der Entwicklung des Jugendfußballs im TSV Heiligenrode sehr zufrieden.
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In der Jugendabteilung sind mittlerweile mehr als 200 Nachwuchskicker am Ball

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Der TSV Heiligenrode und seine Jugendfußballabteilung – das hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Der TSV durfte einige Titel feiern, doch das ist wahrlich nicht das, was Jugendleiter Thomas Hake-Söhle meint, wenn er über die positive Entwicklung spricht. Denn Titel und Pokale sind das eine, die Zahl der Jugendlichen, die das TSV-Trikot tragen oder sich auf andere Art und Weise engagieren, dagegen eine ganz andere, entscheidendere Größe. Und die passt in Heiligenrode. Dementsprechend stellt Hake-Söhle fest: „Es läuft weiterhin sehr gut bei uns.“

27 Jugendtrainer sind beim TSV aktiv. Das Besondere: 14 von ihnen haben eine Lizenz oder eine Junior-Coach-Ausbildung. „Das ist uns sehr wichtig und Teil unseres Konzepts, das wir vor einigen Jahren entwickelt haben“, erklärt Hake-Söhle. Dabei bezieht der Verein die Jugendlichen aktiv in die Trainerarbeit mit ein. So sind sie für die jüngeren Kicker nicht nur ein Vorbild auf dem Platz, sondern auch an der Seitenlinie – ein fließender Übergang. Die Nachwuchstrainer arbeiten Hand in Hand mit den Erwachsenen. Sie bilden ein Gespann auf Augenhöhe. „Für viele, die neu anfangen wollen, ist es wichtig, dass sie jemanden haben, der sich auskennt. Da können auch schon unsere jungen Trainer weiterhelfen“, weiß Hake-Söhle. Ausgebildete Coaches seien auch für die Eltern der Nachwuchskicker wichtig. „Darauf legen viele Wert.“ Ein Team von sechs, sieben TSVlern um Hake-Söhle hält die Fäden in der Hand, kümmert sich um die Coaches, hält Kontakt mit den Eltern, steht mit Rat und Tat zur Seite. Diese Grundeinstellung ist ein entscheidender Stützpfeiler des Heiligenroder Konzepts. Der Verein erhält außerdem Unterstützung von einem Förderverein, der sich für die Jugendfußballabteilung stark macht, Spenden sammelt und so den Gesamtverein entlastet.

15 Jugendmannschaften

Dass dieser Weg der richtige ist, das ist nicht nur ein Gefühl Hake-Söhles. Es lässt sich anhand von Zahlen belegen: 15 Jugendmannschaften stellt der TSV derzeit, darunter fällt auch ein Mädchenteam und eine noch nicht am Spielbetrieb teilnehmende Mini-Gruppe mit Kids im Alter von drei und vier Jahren. „Es wird Jahr für Jahr mehr. Mittlerweile haben wir alle Altersklassen von der G- bis zur B-Jugend besetzt“, freut sich Hake-Söhle. Nur eine A-Jugend, der direkte Unterbau für die Herrenmannschaft in der 2. Kreisklasse, fehlt dem TSV. Das soll sich in der neuen Saison ändern. Der „langjährige Prozess“, von dem Hake-Söhle im Zusammenhang mit dem Jugendkonzept des kleinen Vereins spricht, schreitet immer weiter voran. In vier Jahren habe sich die Zahl der Jugendspieler beim TSV verdoppelt. Mehr als 200 Kinder und Jugendliche spielen in Heiligenrode Fußball. Viel mehr geht nicht. „220 ist das Maximum“, sagt Hake-Söhle mit Blick auf die infrastrukturellen Möglichkeiten des Vereins. Die Plätze sind komplett belegt, die Jugendabteilung erreicht ihr Limit. In der Gemeinde Stuhr ist der TSV nicht mehr klein. Er hat noch kein Jugendteam auf Bezirksebene, doch weit weg ist er nicht. „Wir wollen gern in den Bezirk, aber man muss auch erst einmal den Schritt schaffen“, weiß Hake-Söhle, dass das Nadelöhr sehr klein ist. Von der Bezirksliga aber hänge die Seligkeit des TSV nicht ab. „Wenn es nicht klappt, geht die Welt nicht unter.“

Zum Heiligenroder Konzept zählt auch, sich zu präsentieren. So veranstaltet der Klub in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal seinen Wassermühlen-Cup. Vom 28. bis 30. Juni steht ein ganzes Wochenende im Zeichen des Jugendfußballs mit insgesamt fünf Turnieren für Kicker von der G- bis zur E-Jugend. Mit dabei sein wird erneut der gleichnamige TSV Heiligenrode aus der Nähe von Kassel. Mit dem Nordcup locken Hake-Söhle und Co. zahlreiche Nachwuchsfußballer der Profiklubs in die Gemeinde Stuhr: Der SV Werder Bremen, der Hamburger SV oder auch Borussia Dortmund gaben sich zuletzt die Klinke in die Hand.

Dabei hilft sicherlich auch die günstige Lage direkt an der Autobahn, doch ohne ein umtriebiges Team vor Ort wäre die Ausrichtung unmöglich. „Es greifen viele Räder ineinander“, freut sich Hake-Söhle – und das seit mehreren Jahren. „Vor acht, neun Jahren kannte den TSV Heiligenrode noch keine Sau“, erklärt der Jugendfußball-Leiter. Das hat sich mittlerweile geändert. Dank des Jugendkonzepts, dem der Verein treu bleibt.

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