USER-BEITRAG Das Duell VfB Lübeck - Schönberg 95 könnte es auch bald in der Liga geben. © Jens Upahl

Schönberg in einer Liga mit VfB?

Der MV-Landesverband plant den Absprung in den Westen. Die Nordverbände reagieren positiv. Ein Regionalliga-Derby gegen den VfB Lübeck ist keine Utopie mehr.

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Am kommenden Mittwoch spielt der VfB Lübeck auf der Lohmühle gegen den FC Schönberg 95 – auf Augenhöhe, denn beide Klubs sind Regionalligisten, aber doch nur zu Testzwecken und in aller Freundschaft. Denn der VfB spielt in der Nord-Staffel, der FC im Nordosten. Punktspiele, echte Derbys – ausgeschlossen! Das könnte bald anders werden. Denn der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV M.-V.) bereitet den Absprung in den Westen vor.

Seit Monaten schon ist MV-Verbandspräsident Joachim Masuch (65) als Diplomat unterwegs. Die Mecklenburger seien am 15. April 1905 schließlich zusammen mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen Gründungsmitglied des Norddeutschen Fußballverbandes (NFV) gewesen, argumentiert er: „Unsere Tradition ist fest verankert im norddeutschen Verbandsgebiet, auch die Mentalität unserer Mitglieder ist norddeutsch geprägt.“ Im Zuge der Fußballwiedervereinigung 1990 hatte es bereits einen ähnlichen Vorstoß gegeben, war aber am Veto des damaligen DFB-Präsidenten Hermann Neuberger gescheitert. Masuch: „Es ist an der Zeit, sich seiner Herkunft und Geschichte zu besinnen und eine Rückkehr in den seinerzeit mitgegründeten Verband anzustreben.“

Tatsächlich sind die Mecklenburger und Vorpommeraner willkommen im NFV. Vizepräsident Hans-Ludwig Meyer, gleichzeitig Fußball-Chef in Schleswig-Holstein, berichtet: „Wir haben das Thema für uns intern intensiv im September in Malente diskutiert und sehen den Beitritt sehr positiv. Auch die Präsidenten der drei anderen Landesverbände würden den Beitritt der einstigen Mitbegründer begrüßen.“ Gerade erst am Samstag am Rande des Hallen-Masters in Kiel war Masuch ein gern gesehener Gast, war das Thema wieder akut. Auch der designierte DFB-Präsident Reinhard Grindel war da zugegen. Schon am Freitag sieht man sich wieder – diesmal mit der gesamten NFV-Spitze – beim Sechstagerennen in Bremen.

Natürlich wissen alle Beteiligten, dass der formale Weg für einen Verbandswechsel eingehalten werden muss. Die Mitglieder des MV-Landesverband müssten Masuch den Auftrag erteilen, einen entsprechenden Antrag zu stellen, der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) müsste die Mecklenburger „freigeben“, der NFV sie formal aufnehmen. Und auch der DFB müsste seinen Segen geben. Soll das alles schnell gehen, müsste bis zum DFB-Bundestag am 3./4. November ein entsprechender Antrag vorliegen.

Zur Saison 2017/18 könnte dann Vollzug gemeldet werden. Die praktischen Folgen: Der FC Schönberg und die TSG Neustrelitz – derzeit die einzigen NOFV-Regionalligisten aus der betroffenen Region – müssten in die Regionalliga Nord (mit dem VfB Lübeck) integriert werden. Ebenso die entsprechenden Frauen- und Jugendteams, deren Zahl aber überschaubar ist.

„Für Schönberg gebe es aber noch eine andere Möglichkeit“, stellt Meyer überraschend in Aussicht. „Im Zuge unseres neuen Systems des ,fexiblen Spielbetriebes’ könnte Schönberg wegen seiner geografischen Lage auch allein den Antrag stellen, in den SHFV aufgenommen zu werden. Wenn Mecklenburg dem zustimmt, sehe ich da große Chancen.“

Vor 13 Jahren hat der FC diesen Schritt allerdings schon einmal mit eigentlich unschlagbaren Argumenten versucht – und ist gescheitert. Meyer: „Das waren andere Zeiten, da hatten wir im Verband noch eine ganz andere Führung . . .“ Ein Regionalliga-Derby VfB Lübeck gegen FC Schönberg ist keine Utopie mehr.

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