21. August 2018 / 17:28 Uhr

Ernste Lage: SC DHfK vor schwierigem Saisonstart

Ernste Lage: SC DHfK vor schwierigem Saisonstart

Uwe Köster
Aivis Jurdzs wird Leipzig am Ende der Saison den Rücken kehren.
Aivis Jurdzs wird Leipzig am Ende der Saison den Rücken kehren. © Rainer Justen
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Am Donnerstag wird es mit dem Heimspiel gegen Stuttgart in der Bundesliga ernst für die personell arg gebeutelten Handballer des SC DHfK Leipzig. 

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Leipzig. Handballer Aivis Jurdzs  trägt wegen seiner gewaltigen Wurfkraft den Beinamen „der Hammer“. Doch gestern war beim Letten von Power nicht viel zu spüren, mit leiser Stimme antwortete er auf die Frage nach seinem Befinden:  „Natürlich fühle ich mich nicht besonders gut, weil ich kann der Mannschaft nicht helfen.“ Jurdzs hat seit dem Spiel gegen den SC Magdeburg vor einer Woche in Naumburg Leistenprobleme. Dort ist er auf die Abklebung einer Werbebande getreten. „Rechte Seite“, sagt Jurdzs noch, es folgt ein hilfloser Blick.

Michael Biegler springt seinem Schützling zur Seite. „Er ist schon ein überragender Sportsgeist. Wir hatten ihn im Pokalspiel am Samstag auf dem Platz. Ich muss mir Gedanken machen, ob wir das nicht hätten besser sein lassen sollen. Aber die Aussage war, dass ein Einsatz möglich ist. Dann haben wir sehr schnell erkannt, es funktioniert nicht. Aivis ist jemand, der sich immer zur Verfügung stellen will. Egal, mit welchem Handicap er unterwegs ist. Das ist überragend“, lobt der Coach der DHfK-Männer. Er habe ihn gestern in den Arm genommen, erzählt Biegler noch, „weil ich ganz genau weiß, was mit ihm los ist, dass ihn das sehr schmerzt, momentan nicht helfen zu können.“

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Die „Handicaps“ sind in der Saisonvorbereitung der DHfK-Handballer zuverlässige Begleiter. „Nominell ist die Auswahl derer, die uns nicht helfen können, momentan extrem hoch“, bringt es Coach Biegler auf den Punkt.

Die schon länger verletzten Lucas Krzikalla, Gregor Remke, Andreas Rojewski sowie Kapitän und Torhüter Jens Vortmann stehen für den Bundesliga-Auftakt am Donnerstag (19 Uhr, Arena) gegen den TVB Stuttgart definitiv nicht zur Verfügung. Ob, wie und wie lange Aivis Jurdzs und der mit Adduktorenproblemen kämpfende Maximilian Janke morgen spielen können, ist noch unklar. Hinzu kommen Probleme bei Philipp Weber. Am gestrigen Abend tagte eine „große Gesprächsrunde“ mit Trainer, Manager, Arzt und Physiotherapeuten. Jede Personalie, jedes Problem werde durchgegangen, so das Versprechen.

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Aus der zweiten Mannschaft und der eigenen Jugend müssen zunächst Steve Baumgärtel, Thomas Oehlrich (unklar, ob der Bundespolizist morgen frei bekommt), Jonas Hellmann, Timo Löser, Ákos Széles und Torhüter Jan Guretzky aushelfen. Biegler nennt die Lösung „smart und sympathisch“.  Der Trainer sagt aber auch deutlich: „Eine normale Spielgestaltung  mit der Personalsituation wird schwierig. Temporär müssen wir uns etwas einfallen lassen, um die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Wir  sind dabei, uns was einfallen zu lassen.“ Welche Lösungen ihm konkret vorschweben, wollte der Coach nicht verraten.

Umso dringender jedoch der Appell ans Publikum. „Die Mannschaft   verdient sehr viel Symapthie, wie sie mit der Situation umgeht. Sie verdient jede Unterstützung“, sagt der Trainer. 2700 Tickets sind im Vorverkauf abgesetzt. Biegler: „Es würde mich sehr freuen, wenn sich die Besucherzahl noch erhöht. Die Mannschaft braucht Hilfe.“

Wem es angesichts der Aussichten für morgen doch ein bisschen mulmig wird, für den hat der Trainer eine schöne Weisheit parat: „Eine Saison entscheidet sich nicht am ersten Spieltag.“

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