11. Oktober 2018 / 17:35 Uhr

Serdar Akgün vom SC Rinteln ist der Letzte einer ausgestorbenen Art

Serdar Akgün vom SC Rinteln ist der Letzte einer ausgestorbenen Art

Redaktion Sportbuzzer
Serdar Akgün hat großen Anteil am Rintelner Erfolg.
Serdar Akgün erlebt seinen dritten Frühling. © jö
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Serdar Akgün hat allen Grund, selbstbewusst aufzutreten. Den SC Rinteln darf man in der Bezirksliga getrost als Mannschaft der Stunde bezeichnen.

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Ein funktionierendes Spielsystem, siebenmal nacheinander ungeschlagen, neun Punkte aus den letzten drei Spielen – besser geht es kaum. Akgün hat daran erheblichen Anteil.

Er ist der perfekte Beschäftigungstherapeut für die gegnerische Abwehr, löst mit seiner unermüdlichen Beweglichkeit Stress aus und er erzielt bisweilen auch mal ein geniales Tor, wie beim Schuss von der Mittellinie vor drei Wochen. Der 33-Jährige scheint fußballerisch im dritten Frühling angelangt zu sein, spielt seine eigene Leistung aber herunter. Ja, er sei richtig gut drauf, bestätigt er. „Viel wichtiger ist aber unsere Mannschaftsleistung.“ Die hohe Trainingsbeteiligung, die gute Stimmung, all das habe dazu geführt, dass der SC Rinteln auf einem guten Weg ist.

Akgün wohnt im Rintelner Ortsteil Uchtdorf, der Liebe wegen. Er war ursprünglich im Mindener Raum heimisch, war dort acht Jahre lang bei der Bundeswehr stationiert und spielte bei Vereinen wie Preußen Espelkamp und FT Dützen. Nach Rinteln kam er wegen seiner Frau Nadine. Beim SC Rinteln ist er seit drei Jahren.

Auch beruflich ist er fest verankert, hat als Hochbautechniker bei der Gemeinde Auetal einen herausfordernden Job, weil es auf den kleinen Bauämtern naturgemäß wenig Arbeitsteilung und Spezialistenwissen gibt. Ein Mitarbeiter wie Akgün muss fachlich breit aufgestellt sein und sich schnell in neue technische Fragestellungen einarbeiten.

Beim SC Rinteln war das nicht erforderlich. „Solange ich denken kann, war ich eigentlich immer Mittelstürmer“, sagt er. Er sei das, was in Deutschland derzeit leider ausgestorben sei – ein klassischer Neuner. Kuriose Randerscheinung: Akgün ist neben seinen guten Bezirksligaauftritten der beste Torschütze der erfolgreichen SC-Reserve in der ersten Kreisklasse. Alle sieben Treffer schoss er in nur einem Spiel, beim 8:0-Kantersieg gegen die SG Rodenberg. Seine starke Form basiert vor allem auf seiner neu hinzugewonnen Athletik. Akgün ist fit, hat abgenommen und tritt schnell an, wenn er Platz vor sich hat.

Das war nicht immer so. Die Frage ist aber, wie lange das mit 33 Jahren noch so weitergeht. „Ich möchte meine letzten Jahre genießen“, sagt er und deutet an, dass sich die Karriere im leistungsorientierten Fußball langsam dem Ende zuneigt. Ab der kommenden Saison entscheide er von Jahr zu Jahr, ob er weitermache. Dabei würden nicht nur persönliche Interessen eine Rolle spielen. „Ich habe dem SC Rinteln in einer wichtigen Phase meines Lebens einiges zu verdanken und möchte so viel zurückgeben, wie es mir möglich ist“, sagt er.

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