02. September 2018 / 21:42 Uhr

Sieg gegen HSV II: VfB Lübeck schon Tabellenzweiter!

Sieg gegen HSV II: VfB Lübeck schon Tabellenzweiter!

Volker A. Giering
Die Lübecker freuen sich über das 1:0 von Daniel Franziskus.
Die Lübecker freuen sich über das 1:0 von Daniel Franziskus. © KBS-Picture
Anzeige

Von der Tabellenspitze trennt die grün-weißen Hansestädter jetzt nur noch die schlechtere Tordifferenz gegenüber Wolfsburgs Zweitvertretung - und das bei einem Spiel weniger

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

„Oh, wie ist das schön. So was hat man lange nicht gesehen. So schön, so schön“, sangen die rund 500 mitgereisten Gästefans im Wolfgang-Meyer-Stadion an der Hagenbeckstraße. Der VfB Lübeck marschiert weiter in der Regionalliga Nord. Mit dem 1:0 beim Hamburger SV II sind die Grün-Weißen jetzt schon Tabellenzweiter, haben aber ein Spiel weniger ausgetragen als der neue, punktgleiche Spitzenreiter VfL Wolfsburg II.

Malte Schuchardt mit ruhigem Nachmittag


Die Fans träumen schon von mehr: „Wir wollen aufsteigen . . .“, stimmten sie fröhlich an. Den vierten Zu-Null-Sieg im siebten Spiel wollten die weiter ungeschlagenen Lübecker mit ihrem verletzten Torwart Benjamin Gommert (wird am Montag an der Schulter operiert) feiern, der sich die Partie vor insgesamt 800 Zuschauern auf der Tribüne wie auch Hamburgs Zweitligatrainer Christian Titz anschaute. „Benny, Benny“, riefen Kapitän Daniel Halke & Co. Doch ein Sicherheitsordner wollte Gommert nach dem Spiel nicht auf den Platz lassen. Daraufhin lief die komplette Mannschaft samt Trainerteam zur Seitenlinie und holte den Schlussmann zu sich. Ganz zum Ärger des Ordners, der sich einen Disput mit dem Lübecker Sportdirektor Stefan Schnorr und Yannick Deichmann lieferte.

Abwehrbollwerk gepaart mit starker Offensive


Die Freude bei den Gästen war deswegen groß, weil in der letzten Saison beide Duelle jeweils noch mit 0:2 verloren gingen. „Ich bin sehr glücklich über unsere Leistung. Schließlich war das unser drittes Spiel in einer Woche“, sagte Trainer Rolf Landerl, der nur eine einzige Veränderung vorgenommen hatte. Für Sven Mende spielte Marvin Thiel. Im Gegensatz zu den letzten Spielen hatte der Gegner deutlich mehr Ballbesitz. Doch die gleich mit mehreren Profis verstärkten Hamburger konnten daraus kein Kapital schlagen. „Lübeck hat mit seiner Fünfer-Abwehrkette extrem gut verteidigt“, resümierte HSV-Coach Steffen Weiß. Der Sieg ist am Ende verdient, weil die Landerl-Elf ein deutliches Chancenplus im ersten Durchgang hatte. Das Tor des Tages erzielte Daniel Franziskus. Nach einem zu kurzen Rückpass von Jonas Behounek spekulierte der VfB-Stürmer (10.) richtig und brachte seine Farben mit einem Heber über HSV-Torwart Morten Behrens in Führung. „Ich habe gesehen, dass Behrens zu weit vor seinem Tor stand“, verriet Franziskus später den LN und freute sich über einen „geilen Dreckssieg.“

Mehr zum VfB Lübeck

VfB muss mit deutlicher Führung in die Pause gehen


Die Lübecker versäumten einzig, das 2:0 bei den Chancen von Franziskus (21.), Arslan (39.) und Thiel (32., 44.) nachzulegen. „Wenn wir die Dinger besser ausspielen, haben wir mehr Ruhe im Spiel und müssen nicht zittern“, befand Franziskus, der wegen eines Pferdekusses am rechten Oberschenkel nach einer Stunde vorsorglich ausgewechselt wurde. Nach der Pause waren die Gastgeber dann dominanter. „Wir haben uns sehr tief reinfallen lassen“, bilanzierte Landerl. Doch die Abwehr um Neuzugang Tommy Grupe stand wieder einmal bombenfest. Einzig Arianit Ferati prüfte den ansonsten beschäftigungslosen VfB-Torwart Malte Schuchardt mit einem Schlenzer zur Ecke (73.). Sonst fiel dem Gastgeber nichts ein. Die vielen Standardisationen wurden kläglich vergeben. „Die Jungs haben gefightet, alles rausgehauen für den Sieg und waren am Limit. Ich ziehe meinen Hut“, meinte Landerl und freute sich über eine entspannte Rückfahrt. Abwehrchef Grupe hob derweil die tolle Teamleistung hervor. „Wir haben wieder sehr gut im Kollektiv gearbeitet“, sagte der Ex-Rostocker.

Ahmet Arslan nach Abpfiff begehrt


Viele Hände musste Ahmet Arslan („Wir mussten viel hinterher laufen und nehmen die drei Punkte gern mit“) bei seiner Rückkehr schütteln. Eine Hamburger Zuschauerin wollte nach dem Abpfiff sein Trikot haben. Doch „Ahmo“ winkte freundlich ab. „Die Trikots dürfen wir nicht herausgeben“, sagte er, gab dem Fans dafür aber ein Autogramm mit persönlicher Widmung. Auch ein „Hallo“ mit dem Hamburger Jungprofi und Zaungast Fiete Arp durfte da nicht fehlen. Beide wünschten sich für die Zukunft alles Gute. Diese sieht beim VfB aktuell rosig aus. Für HSV-Coach Weiß sind die Grün-Weißen in dieser Form ein Titelkandidat. „Sie haben eine extreme Qualität“, sagte er. Aleksandar Nogovic sah indes die Gelb-Rote Karte (90. +4) wegen wiederholten Foulspiels an Wintzheimer und muss im Topspiel am kommenden Samstag gegen den Vierten Hannover 96 II aussetzen.

Statistik zum Spiel:
Hamburger SV II: Behrens – Behounek (81. Cyriacks), Ambrosius, Storb, Kwame (66. Köhlert) – David, Gmeiner, Kwarteng (84. Stark) – Ferati, Wintzheimer, Jatta.
VfB Lübeck: Schuchardt – Riedel, Halke, Grupe, Weißmann, Matovina – Nogovic, Thiel (46. Mende), Deichmann (65. Hoins) – Arslan, Franziskus (58. Sezer).
Schiedsrichter: Christian Meermann (Vechta).
Zuschauer: 800.
Tor: 0:1 Franziskus (10.).
Gelbe Karten: Arslan (2), Thiel (3), Halke (4) – Ambrosius (2), Kwame (2), Stark (1).
Gelb-Rote Karte: Nogovic (90.+4).

Der VfB Lübeck bleibt die Mannschaft der Stunde in der Regionalliga Nord und gewinnt auch gegen den Hamburger SV

Zur Galerie
Anzeige
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Lübeck
Sport aus aller Welt