Ein Bild der Schande: Rund 800 Fans, von denen viele in Deutschland wohl nicht für einen Stadionbesuch zugelassen worden wären, haben in Prag rechtes Gedankengut verbreitet und gepöbelt. Ein Bild der Schande: Rund 800 Fans, von denen viele in Deutschland wohl nicht für einen Stadionbesuch zugelassen worden wären, haben in Prag rechtes Gedankengut verbreitet und gepöbelt. © imago
Ein Bild der Schande: Rund 800 Fans, von denen viele in Deutschland wohl nicht für einen Stadionbesuch zugelassen worden wären, haben in Prag rechtes Gedankengut verbreitet und gepöbelt.

Skandal-Fans gegen Tschechien: Wie kam der deutsche Nazi-Mob ins Stadion?

Es war ein großer Eklat: Deutsche Fans sind über Umwege zum Spiel gegen Tschechien in Prag gelangt und haben dort Nazi-Parolen gesungen und die eigenen Spieler angepöbelt - Wie konnte das passieren und droht am Montag bei der WM-Quali gegen Norwegen in Stuttgart der nächste Fan-Zoff?

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Nazi-Parolen, Anti-DFB-Rufe, Werner-Beleidigungen und Pyro. Nach der "Fan"-Schande von Prag während des WM-Qualifikationsspiels zwischen Tschechien und Deutschland (1:2) kommen Fragen auf. Wie hat es der peinliche deutsche Mob in Prag ins Stadion geschafft und droht bei der nächsten Partie am Montag (20.45 Uhr) gegen Norwegen Vergleichbares?

Hier lesen: Deutsche Fans stören Schweigeminute

So kam der Mob ins Stadion: Rund 1200 Karten für das Spiel in Prag wurden offiziell über den DFB an deutsche Fans verkauft. Diese standen geschlossen in einer Kurve der kleinen Arena und verhielten sich weitestgehend unauffällig. Das Problem: In Prag konnten sich rund 800 weitere Deutsche mit Tickets versorgen. Nicht für den Gästeblock, sondern für anliegende Bereiche geltend. Und das waren eben Diejenigen, die mit ihren rechten Parolen auffällig geworden waren. Weil die UEFA scheinbar mit diesem Schlupfloch gerechnet hatte, war die Begegnung als Risikospiel eingestuft worden.

Stadionverbote möglich: Die Fanschande von Prag

Und wie wird es am Montag in Stuttgart, wenn das DFB-Team auf Norwegen trifft? Rund 50.000 Fans werden kommen, nach der Rückkehr vom VfB in die 1. Liga sind sie dort wieder richtig heiß auf Fußball. Rechte Parolen dürften nicht durch das Stadion hallen, weil in Deutschland besser als beispielsweise am Freitag in Tschechien kontrolliert wird, wer zum Zugucken kommt. Stichwort Stadionverbote. Diese auszuhebeln, gelingt dem entsprechenden Klientel eher in Ländern, in denen die Tickets für jedermann unkontrolliert erhältlich sind.

Hier lesen: KOMMENTAR - Für diese Fans muss man sich schämen!

Klares DFB-Statement erst am Samstagmittag

Nach dem Spiel am Freitag flog die deutsche Mannschaft noch in der Nacht zurück nach Stuttgart, um sich auf die Norweger vorzubereiten. Und in Stuttgart wird sich auch zeigen, ob die DFB-Offiziellen noch einmal klar Stellung zu den Vorkommnissen in Prag beziehen werden. Die Spieler hatten ein klares Zeichen gesetzt und gingen nach der Partie nicht zu den Zuschauern. Mats Hummels deutlich: "Katastrophe! Das sind Krawallmacher." Julian Brandt: "Wenn du Gesänge hörst mit nationalsozialistischem Hintergrund, braucht man sich nicht zu wundern, dass wir das nicht bejubeln."

Aber Teammanager Oliver Bierhoff vermied ein vergleichbares Statement. Dabei hatte er jüngst das hier gesagt: "Wir verurteilen selbstverständlich Gewalt und Fremdenhass. Man muss aufpassen, wer diese Fans sind, wenn man von Fans spricht. Ich weiß nicht, wie viele von denen, die das Bundesliga-Geschehen im Stadion verfolgen, die sind, die für sich in Anspruch nehmen, die wahren Fans zu sein." In Prag sprach Bierhoff dann nur von Einzelfällen und wollte das Thema mit den Parolen und Beleidigungen plötzlich nicht mehr so hoch hängen. Am Samstagmittag meldete sich schließlich DFB-Präsident Reinhard Grindel zu Wort: "Wir werden niemals faschistische, rassistische, beleidigende oder homophobe Schlachtrufe dulden. Gemeinsam - als Mannschaft, Fans und DFB - müssen wir uns diesen Krawallmachern entgegenstellen", schrieb Grindel.

Deutschland in der Einzelkritik: Die Noten gegen Tschechien

Timo Werner droht erneuter Spießrutenlauf

Beleidigungen hatte es für Leipzigs Timo Werner gegeben. Nach seinem Tor zum 1:0 war mal wieder ein Schmähgesang gegen ihn zu hören - wenn auch tatsächlich nur vereinzelt. Und auch der DFB bekam wie zuletzt in der Bundesliga wieder einen mit, "Scheiß DFB!" war auch in der Eden Arena zu hören. Beides könnte auch in Stuttgart wieder der Fall sein. Auch hier gelten Teile des sonstigen VfB-Publikums nicht gerade als Freunde des Verbandes. Und ob sie in Stuttgart noch Freunde von Werner sind, wird sich zeigen. Schließlich spielte der RB-Star einst für den VfB.

Hummels zusammenfassend über die Ereignisse in Prag: "Timo Werner wurde beleidigt, bepöbelt, dann fangen die Fans an, diesen Scheiß zu rufen. Da distanzieren wir uns komplett von, da wollen wir gar nichts mit zu tun haben."

Fotogalerie: Timo Werner bei RB Leipzig

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