11. Januar 2019 / 06:00 Uhr

Skisprung-Ass Stephan Leyhe nach Platz drei bei Vierschanzentournee: "Habe meine Zweifel beseitigt“

Skisprung-Ass Stephan Leyhe nach Platz drei bei Vierschanzentournee: "Habe meine Zweifel beseitigt“

Stefan Döring
Twitter-Profil
Stephan Leyhe landete bei der Vierschanzentournee auf dem dritten Platz.
Stephan Leyhe landete bei der Vierschanzentournee auf dem dritten Platz. © Verwendung weltweit
Anzeige

Stephan Leyhe wurde überraschend Dritter bei der Vierschanzentournee. Im SPORTBUZZER-Interview Vierschanzentournee spricht Stephan Leyhe über seinen Erfolg und die gestiegene Erwartungshaltung

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Stephan Leyhe ist seit 2014 fester Bestandteil der deutschen Skisprung-Mannschaft. Allerdings holte er erst zum Auftakt dieser Weltcupsaison in Wisla als Zweiter seinen ersten Podestplatz. Bei der Vierschanzentournee überraschte der 27-Jährige mit Platz drei der Gesamtwertung.

SPORTBUZZER: Herr Leyhe, Sie wurden Dritter in der Tourneewertung. Doch wohl nicht jeder kann mit Ihnen schon etwas anfangen. Wer sind Sie eigentlich?

Stephan Leyhe: (lacht) Ich hoffe, dass mich jetzt mehr Leute kennen. Ich bin eher ruhig und gelassen, nicht der forsche Typ. Ich war in der Vergangenheit eher der Zweite-Reihe-Springer, habe in dieser Saison aber einen großen Schritt nach vorn gemacht.

Was nehmen Sie mit für die Zukunft?

Ich habe meine Zweifel beseitigt und die Bestätigung, dass ich es auf das Podium oder zumindest in die Nähe schaffen kann. Ich werde weiter Spaß an dem Sport haben – jetzt erst recht.

Skispringen: Alle Sieger der Vierschanzentournee

2001/2002: Sven Hannawald jubelt mit Bundestrainer Reinhard Hess (r.) und Co-Trainer Wolfgang Steiert. Sein Erfolg bei der Vier-Schanzen-Tournee löste in Deutschland einen Hype ums Skispringen aus... Zur Galerie
2001/2002: Sven Hannawald jubelt mit Bundestrainer Reinhard Hess (r.) und Co-Trainer Wolfgang Steiert. Sein Erfolg bei der Vier-Schanzen-Tournee löste in Deutschland einen Hype ums Skispringen aus... ©
Anzeige

Leyhe: "War lange ein Springer aus zweite Reihe"

Wie drückten sich diese Zweifel denn aus?

Ich war vier Jahre lang ein Springer aus der zweiten Reihe, habe aber immer genauso viel getan wie alle anderen – da habe ich schon gezweifelt. Ich habe mir die Frage gestellt, ob es mir reicht, ob es wirklich schon alles ist, was ich kann. 

Sehen Sie sich jetzt als Topspringer?

Das kommt auf die Definition an: Bin ich ein Topspringer, wenn ich in die Top 10 springe? Dann ja! Das zeigt der Gesamtweltcup. Aber für einen Weltcupsieg muss sehr viel passen – vor allem, wenn ein Überspringer wie Ryoyu Kobayashi dabei ist. Ich bin da aber sehr geduldig.

Wie gehen Sie die nächsten Wochen nun an?

Der Alltag kommt wieder. Im Weltcup wird es jetzt bestimmt etwas ruhiger werden als während der Tournee. Ich werde weiter an den Wettkämpfen teilnehmen und arbeite auf die Weltmeisterschaft hin. Aber die WM ist noch so weit weg – da will ich keine Prognosen stellen. Ich wäre schon zufrieden, wenn ich dann unter die Top 8 komme.

Mehr zu Skispringen

Sie wirken sehr zurückhaltend, nahmen den neuen Hype recht cool hin. Sind Sie wirklich so lässig?

Ja. Das liegt an der Erziehung und meinem Elternhaus. Ich bin damit aufgewachsen, dass man sich auch mit den einfachen Dingen zufrieden geben kann und eher die kleineren Brötchen backt. So bin ich einfach. Ich bin nicht der euphorische Bruder (lacht).

Severin Freund, Richard Freitag, Andreas Wellinger – in den vergangenen Jahren waren immer deutsche Springer vorn dabei. In dieser Saison sind es Sie, Eisenbichler und Geiger. Wie ist das zu erklären?

Es hat viel mit dem Kopf zu tun in unserer Sportart. Skispringen ist nicht so einfach mit anderen Sportarten zu vergleichen. Ein Ausdauersportler muss eine gewisse Zeit lang trainieren, damit das Herzvolumen und der Kreislauf sich anpassen. Dann werden die Leistungen irgendwann besser. Im Skispringen kann man schon in jungen Jahren die nötigen Voraussetzungen haben, um vorn mitzuspringen. Dass ein Springer konstant springt, liegt aber vor allem am Kopf.

Mythos Vierschanzentournee – hier fliegen die Ski-Adler rund um den Jahreswechsel.

Oberstdorf: Skisprung-Magie pur an der Schattenbergschanze. Zur Galerie
Oberstdorf: Skisprung-Magie pur an der Schattenbergschanze. ©

"Jeder ist in der Lage, aufs Podest zu springen"

Was macht das deutsche Team aus?

Wir sind auch abseits der Schanze Freunde. Wir setzen uns abends zusammen, spielen Karten und reden über fast alle Dinge. Wir haben Respekt voreinander. Das Wichtigste ist, dass einer von uns auf dem Podium steht – dabei unterstützen wir uns gegenseitig. Klar: Auf der Schanze ist jeder Einzelkämpfer. Aber wichtig ist, dass einer durchkommt.

Ist es für Sie einfacher, dass im Team immer einer da ist, der voranspringt?

Das ist der Vorteil in unserem Team. Jeder ist in der Lage, auf das Podest zu springen. Das verteilt den Druck.

Bundestrainer Werner Schuster gilt als großer Förderer von Ihnen. Was würde es für Sie bedeuten, wenn er den DSV verlässt?

Es wäre sehr, sehr schade, weil er ein super Trainer ist. Er hat uns informiert, dass er und der DSV in konstruktiven Gesprächen sind. Ich vertraue ihm, wenn er mir etwas sagt und mir Tipps gibt. Die tägliche Arbeit mache ich aber mit meinem Heimtrainer Jens Deimel.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt