05. Dezember 2018 / 17:45 Uhr

Sky verärgert Zweitliga-Klubs: Das sagt Holstein Kiel dazu

Sky verärgert Zweitliga-Klubs: Das sagt Holstein Kiel dazu

Niklas Schomburg
Ein Bild, das es in letzter Zeit selten gibt: Holstein-Trainer Tim Walter (re.) im Interview mit einem Sky-Reporter.
Ein Bild, das es in letzter Zeit selten gibt: Holstein-Trainer Tim Walter (re.) im Interview mit einem Sky-Reporter. © imago/MIS
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TV-Sender besetzt nicht mehr alle Spiele mit Reportern vor Ort – Schwenke: „Schädigt das Produkt“

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In der Zweiten Fußball-Bundesliga rumort es. Viele Klubs sind verärgert über Sky. Der Pay-TV-Sender ist zwar der größte Geldgeber der Liga – er gefährdet aber durch eigene Sparmaßnahmen aus Sicht der Klubs deren Einnahmen aus Marketing und Sponsoring. Denn Sky besetzt nicht mehr alle Spiele der Zweiten Liga mit Reportern vor Ort. Viele Klubvertreter, vor allem von kleineren Vereinen, werten das als Geringschätzung. Sie kritisieren zudem, dass es dadurch keine Interviews vor den Sponsorenwänden der Klubs gibt.

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„Die aktuelle Vorgehensweise schädigt das Produkt, das Sky gemeinsam mit den Vereinen auf ein Niveau gehoben hatte, um das uns ganz Europa beneidet“, sagte Wolfgang Schwenke, Geschäftsführer von Holstein Kiel. „Für uns haben die fehlenden Interviews eine drastische Dimension angenommen, Spiele ohne eine begleitende Berichterstattung sind für uns inzwischen Alltag geworden.“ Er beklagte die „negativen Auswirkungen für unser Marketing“: „Auf die entsprechenden Sponsorenwände können wir mittlerweile verzichten.“ In dieselbe Kerbe schlägt Michael Voigt, Geschäftsführer des FC Erzgebirge Aue: „Vor allem für unsere Haupt- und Premiumsponsoren ist die Wiedererkennung auf den Stellwänden bei den Interviews von nicht unwesentlicher Bedeutung.“ Bielefelds Geschäftsführer Markus Rejek beklagt: „Aus unserer Sicht ist durch diese Entscheidung von Sky ein Qualitätsverlust in der Übertragung gegeben.“

Der Sender bestätigte, dass man „aufgrund einer redaktionellen Entscheidung bei einzelnen Zweitliga-Spielen nicht vor Ort“ sei. Die Partien werden aus einer sogenannten Box heraus am Standort des Unternehmens aus Unterföhring kommentiert. Ein Verfahren, das auch bei anderen Sport-Anbietern wie DAZN oder Eurosport üblich ist. Um wie viele Partien es sich handelt, wollte Sky nicht verraten. Zu Saisonbeginn hatte Sky noch alle Zweitligaspiele besetzt, nachdem die Bundesliga zwei Wochen später in ihre Saison gestartet war, wurde die Vor-Ort-Übertragung zurückgefahren. „Die Zweite Liga in Deutschland befindet sich, bezogen auf die finanzielle Ausstattung und die Sendezeiten, im europäischen Vergleich in einem Schlaraffenland“, sagte Unternehmenssprecher Ralph Fürther. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wollte das Vorgehen ihres Vertragspartners zunächst nicht kommentieren, verteidigte Sky aber am Mittwochmittag in einer Stellungnahme: „Natürlich ist der Weg, nicht alle Spiele mit einem Vor-Ort-Reporter zu besetzen, ungewohnt, wurde aber offen kommuniziert.“

Der Saisonverlauf von Holstein Kiel in der Zweitliga-Spielzeit 2018/19.

1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). ©
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Die DFL schrieb weiter: „Sky ist seit langer Zeit ein verlässlicher Partner, der mit seinen Investitionen auch maßgeblich zur Weiterwicklung der Zweiten Bundesliga beigetragen hat. Anders als in anderen Ländern Europas werden alle Zweitliga-Spiele live mit einer hohen Programmqualität übertragen.“ Das TV-Geld, das maßgeblich von Sky kommt, ist die wichtigste Einnahmequelle der Fußball-Vereine. Von den 1,06 Milliarden Euro aus der Ausschüttung der Medienerlöse in dieser Saison erhalten die Klubs der Zweiten Liga rund 20 Prozent. Sky zeigt alle 306 Zweitliga-Partien live sowie Konferenzschaltungen. Zudem gibt es seit Beginn der Rückrunde 2017/18 über eine Sub-Lizenz Zweitliga-Zusammenfassungen im Free-TV-Sender Sport1. Sky ist „bei der Mehrheit der Spiele mit mindestens einem Reporter vor Ort“, erklärte der Bezahl-Sender. „Der Entscheidung, ein Spiel personell vor Ort zu besetzen, legen wir sportliche Kriterien, unter anderen die Tabellensituation der Vereine, zugrunde.“ Dabei leiden vor allem kleinere Klubs. Während Heimspiele von Holstein Kiel mittlerweile mehrheitlich nicht mit Reportern besetzt sind, war der 1. FC Köln „von der Maßnahme nicht betroffen“, erklärte Geschäftsführer Alexander Wehrle. „Wir haben die attraktivste Zweite Liga Europas, die eine entsprechende Wahrnehmung verdient hat.“ Er hoffe, „dass unser Partner Sky baldmöglichst wieder jede Partie mit einem eigenen Reporter besetzen kann und wird“.

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